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Die Aargauer Kunstturner machen es vor

Das Regionale Leistungszentrum der Kunstturnerinnen und Kunstturner in Niederlenz war 1998 das erste Projekt in dieser Art im Kanton Aargau. Mittlerweile ist das Zentrum Vorbild für die eigene Sportart und für alle Sportverbände.

Rainer Sommerhalder
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Im Regionalen Leistungszentrum Niederlenz herrscht von morgens bis abends Hochbetrieb. rs

Im Regionalen Leistungszentrum Niederlenz herrscht von morgens bis abends Hochbetrieb. rs

Niederlenz war eine Pioniertat mit Vorbildwirkung. Niederlenz ist ein Projekt mit Langzeitwirkung. Und Niederlenz ist ein Werk mit Erfolgsgarantie. Das Regionale Leistungszentrum der Kunstturnerinnen und Kunstturner war 1998 das erste solche Projekt im Kanton Aargau. Es ist auch 14 Jahre später in seiner Entstehung und seiner Organisation ein leuchtendes Beispiel, wie man sich auf regionaler Ebene national erfolgreich positioniert: Kein Kanton stellt mehr Athletinnen und Athleten in den Nationalkadern im Kunstturnen. Kein Kanton hat in den letzten zehn Jahren in der Teamwertung mehr Schweizer-Meister-Titel gewonnen. Und nur das Regionale Leistungszentrum Zürich bildet in der Schweiz noch mehr Talente aus als Niederlenz. Hier sind es rund 25 Mädchen und 50 Knaben, welche regelmässig in Niederlenz trainieren.

Hochkarätiger Trainerstab

Betreut werden sie von Profitrainern. Bei den Mädchen liegt die Hauptverantwortung beim Ehepaar Renato und Viktorija Gojkovic, daneben ist auch die ehemalige Berner Spitzenkunstturnerin Annick Salzmann als Trainerin tätig. Auch bei den Buben leitet eine Familie den Stützpunkt: Nikolai Maslennikov, seine Frau Liuba und sein Sohn Sergej. Aber auch die drei Frauen- und acht Männer-Kunstturnvereine im Aargau helfen bei den Trainingseinheiten in Niederlenz mit.

Erfolgsfaktor das Schulprojekt mit dem BKS

«Ein wichtiger Erfolgsfaktor von Niederlenz war das gemeinsame Schulprojekt mit dem BKS», erinnert sich Mitbegründer Peter Fischer, der noch immer die Trägergenossenschaft «Aargauer Turnzentrum» präsidiert. In den Räumlichkeiten der Gartenbauschule Niederlenz werden die Kadermitglieder von Lehrerin Anja Mathys unterrichtet. Dies ermöglicht an zwei Tagen in der Woche ein zweiphasiges Training, wobei eine Einheit im Kunstturnen bis zu drei Stunden dauern kann.

Seinerzeit ein Quantensprung

Für Peter Fischer war es ein Quantensprung, als man 1998 die Trainingsfläche von 110m2 am alten Standort in Wittnau auf 1500m2 in Niederlenz erhöhen konnte. Und Alex Schumacher, beim Aargauer Turnverband für den Spitzensport zuständig, sagt klar: Die Ernennung von David Huser als Chef Spitzensport mit einem 50%-Pensum ermöglicht gerade bei der Athletenbetreuung einen weiteren Qualitätssprung. «Huser hält uns, den Trainern, aber auch den Turnerinnen und Turnern den Rücken frei.» Und ATV-Präsident Christian Menzi freut sich, dass seit dem 1.Juni Männer- und Frauen-Kunstturnen im Aargau vereint sind. «Jetzt gehören wir alle zusammen, das spüren auch die Athletinnen und Athleten in Niederlenz auf positive Art und Weise.»