Handball
Die Aargauer Handballclubs starten voller Zuversicht in die zweite Phase der Saison

Der TV Endingen (am Mittwoch) und der HSC Suhr Aarau (am Donnerstag) starten diese Woche in die NLA-Abstiegs- beziehungsweise -Finalrunde. Die beide Teams schauen der zweiten Saisonhälfte mit unterschiedlichen Erwartungen entgegen.

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
Handball, NLA: HSC Suhr - TV Endingen

Handball, NLA: HSC Suhr - TV Endingen

Alexander Wagner

Die Winterpause ist vorbei. Endlich geht es wieder los. Im Fall von Zoltan Majeri, dem neuen Trainer des TV Endingen, entfällt das Wort «wieder». Wenn seine Mannschaft übermorgen zum Auftakt der NLA-Abstiegsrunde in der heimischen GoEasy-Arena auf GC Amicitia Zürich (Anpfiff: 20.00 Uhr) trifft, feiert er seine Premiere auf der Bank bei den Surbtalern.

«Ich freue mich auf den Start dieser Aufgabe. Wir müssen unbedingt den Abstieg verhindern. Ich bin überzeugt, dass das klappen wird», sagt Majeri. Trotzdem: Ein übergeordnetes Ziel will der 44-Jährige auch auf mehrfaches Nachfragen nicht nennen. «Unser Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen. Schritt für Schritt.»

Wie der neue Trainer geht auch die Klubführung vom Verbleib des TVE in der NLA aus: «Wir planen für die NLA», sagt Geschäftsführer Christian Villiger. «Wie zuletzt immer beim TV Endingen werden wir erst zum Schluss wissen, wo wir nächste Saison spielen werden, aber wir glauben an unsere Chance.»

Dementsprechend verhält sich die Klubführung in der Zukunftsplanung. Neben der Verpflichtung Majeris Mitte Dezember wurden in den vergangenen Tagen und Wochen die Verträge von Captain Christian Riechsteiner um zwei und diejenigen von Tano Baumann und Sebastian Kündig um je ein Jahr verlängert.

Mit weiteren Spielern, deren aktuelle Verträge wie diejenigen der drei zuvor genannten im Sommer auslaufen, laufen die Verhandlungen über vorzeitige Vertragsverlängerungen. Gemäss Villiger strebt der TVE auch auf die kommende Saison eine möglichst hohe Stabilität an. Nichtsdestotrotz ist die Klubführung auch mit möglichen Verstärkungen auf die kommende Saison im Gespräch.

Zuversichtlich bezüglich Ligaerhalt

In Sachen Ligaerhalt – die beiden Erstklassierten nach der Abstiegsrunde sowie der Sieger der Playout-Serie bleiben in der NLA – dürfte man sich beim TV Endingen durch die Testspielergebnisse in der Winterpause bestärkt fühlen: Gegen die NLB-Klubs Stäfa (35:22) und STV Baden (39:32) resultierten souveräne Siege.

Gegen die HSG Konstanz (2. Bundesliga) resultierte eine knappe 22:23-Niederlage. Abstiegsrundenteilnehmer St. Otmar St. Gallen und Finalrundenteilnehmer Kriens-Luzern hatten in Tests gegen denselben deutlich höhere Niederlagen kassiert.

Nach der Schlusssirene: Jubel bei den Spielern des HSC Suhr Aarau.
8 Bilder
HSC-Spieler Martin Slaninka (l.) kommt gegen Endingens Jonathan Knecht zum Abschluss.
Die ganze Bank des HSC feiert die Spieler auf der Platte in der Schlussminute stehend.
Das Derby ist gewonnen: Jubel auf der Bank des HSC Suhr Aarau nach der Schlusssirene.
Martin Slaninka vom HSC Suhr Aarau kommt zum Abschluss.
HSC-Schütze Milan Skvaril (l.) fordert TVE-Torhüter Claudio Boccarelli vom Siebenmeter-Punkt.
Suhr Aaraus Milan Skvaril (l.) im Abschluss gegen Endingen Simon Wittlin.
Der HSC Suhr Aarau gewinnt das zweite Aargauer NLA-Handball-Derby der Saison gegen den TV Endingen deutlich

Nach der Schlusssirene: Jubel bei den Spielern des HSC Suhr Aarau.

Alexander Wagner

Kleine Sorgen hat der TVE an der Verletzungsfront: Neben Armin Sarac, der den Rest der Saison wegen seines im letzten Spiel vor der Winterpause erlittenen Kreuzbandrisses verpassen wird, ist zum Auftakt auch Captain Riechsteiner fraglich. Der 27-Jährige plagt sich derzeit mit einer Wadenzerrung herum.

HSC sieht sich als Herausforderer

Den Kampf um den Ligaerhalt kennt der HSC Suhr Aarau auch in dieser Saison nicht. Bereits zum zweiten Mal in Serie hat sich das Team von Trainer Misha Kaufmann für die NLA-Finalrunde qualifiziert. Und hier geht es darum, sich für die Ende März startenden Playoffs eine möglichst gute Ausgangslage zu erarbeiten.

«Wir sehen uns als Herausforderer der fünf besser klassierten Teams», sagt HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli. «Das wird auch in Zukunft unsere Rolle sein.» Das entspricht der neuen Vorwärts-Strategie, die der Klub Anfang November offiziell verkündet hat – und die zu einem wichtigen Teil auf der Integration von Eigengewächsen aufbaut.

In diesem Sinne laufen derzeit mit dem Kern des Teams, den Schlüsselspielern, auch Verhandlungen über langfristige Vertragsverlängerungen. «Spruchreif ist noch nichts, die Gespräche sind im Gang», sagt Wernli dazu. Bereits fix ist ein Zuzug auf die nächste Saison: Der Tscheche David Poloz (23) stösst im Sommer als Verstärkung auf dem rechten Flügel zum HSC.

Testspielmässig spielte sich die komplette Vorbereitung des HSC Suhr Aarau am Alpe Adria Cup ab. Der NLA-Finalrundenteilnehmer spielte sich dank zwei Siegen in den Final, wo er dem BSV Bern Muri allerdings völlig chancenlos mit 16:32 unterlag. Das dritte kräftezehrende Spiel innert gerade einmal drei Tagen war offensichtlich das eine zu viel.

Zum Auftakt muss er sicher auf Topskorer Tim Aufdenblatten verzichten. Der 21-Jährige hatte sich am Alpe Adria Cup eine Oberschenkel-Verletzung zugezogen. Fehlenwird auch der rekonvaleszente Flügel Beau Kägi. Er dürfte Mitte Februar ins Mannschaftstraining zurückkehren. Hingegen sollten die zuletzt angeschlagenen Martin Slaninka und Martin Prachar zum Auftakt wieder zur Verfügung stehen.