Curling

Die Aarauer Schweizer Meisterinnen bezwingen das Olympia-Team

Ein Scheck über 10000 Franken für Esther Neuenschwander, Skip Silvana Tirinzoni, Marlène Albrecht und Manuela Siegrist (von links). Foto: Pensa

Ein Scheck über 10000 Franken für Esther Neuenschwander, Skip Silvana Tirinzoni, Marlène Albrecht und Manuela Siegrist (von links). Foto: Pensa

Das Team Aarau PwC mit Skip Silvana Tirinzoni gewinnt das Women’s Masters, welches zur Champions Tour gehört, vor dem Team Davos mit Mirjam Ott. Es ist der erste Schweizer Sieg in der achtjährigen Geschichte des Turniers.

Seit acht Jahren gibt es das Women’s Master in Arlesheim. Und seit acht Jahren ging der Siegespokal immer nach Schweden. Am Sonntag war aber spätestens nach den Halbfinals klar, dass diese Serie reissen würde. Denn die Finalpaarung war rein schweizerisch: das Olympiateam von Skip Mirjam Ott auf der einen Seite und die Schweizer Meisterinnen vom Team Aarau PwC unter Leitung von Silvana Tirinzoni auf der anderen.

Herzensturnier von Silvana Tirinzoni

Ausgerechnet Aarau, das vor einem Jahr bereits haarscharf am Turniersieg vorbeischrammte. Damals sagte Tirinzoni, die selbst Mitinitiantin des Arlesheimer Turniers ist, dass sie so lange curle, bis sie einmal das Women’s Masters gewonnen habe.

Schweizer Spitze rückt näher zusammen

Nun hat es bereits ein Jahr später geklappt und dies gegen die Weltmeister von 2012, welche in der Olympiasaison nochmals etwas professioneller trainieren. «Wir freuten uns eigentlich, dass wir im Final auf Davos treffen. Wir haben eine ziemlich ausgeglichene Bilanz gegen sie», sagte die 34-jährige Tirinzoni.

Das Resultat im Final zeige, wie nah die Top-Teams der Schweiz zusammengerückt wären. Rund 20 Stunden verbringe sie wöchentlich auf dem Eis. Heute Dienstag bricht das Team in Richtung Kanada auf, um dort an internationalen Turnieren teilzunehmen.

Manuela Siegrist bringt Heimvorteil

Nach dem Rücktritt von Sandra Gantenbein Ende letzter Saison spielt Aarau in diesem Jahr neben den bewährten Esther Neuenschwander und Marlene Albrecht neu mit der Baslerin Manuela Siegrist. Da diese bei Basel Regio selbst Skip war, hat sie ein gutes Auge und kann Tirinzoni bei engen Situationen eine Zweitmeinung abgeben. Zudem brachte sie ihre heimischen Fans ins Curlingzentrum in Arlesheim; Aarau profitierte also quasi von einem Heimvorteil.

Früher Rückstand

Im Final verschlief Aarau den Start und lag schnell mit 0:3 in Rückstand. Im dritten End dann aber die Wende. Nach zwei schwachen Steinen der Davoserinnen nutzte Aarau die Gelegenheit und konnte sich fünf Steine gutschreiben lassen. Das Spiel war gekehrt. «Ich habe mich gewundert, dass Davos trotz Führung so offensiv spielte», sagte Tirinzoni und gab auch zu bedenken, dass die Partie ohne dieses End wohl ganz anders herausgekommen wäre.

Nachdem im vierten End ein Nuller resultierte, weil auch der Zirkel keinen Sieger festmachen konnte (Tirinzoni: «Das habe ich in 25 Jahren noch nicht erlebt»), konnte Ott in der Folge nochmals ausgleichen.

Entscheidung im vorletzten End

Die Entscheidung fiel dann im siebten End, als Siegrist mit einem starken sechsten Stein die Grundlage zu einem Zweier-Haus und der 7:5-Führung legte. Dabei blieb es dann auch.

Baden Skip als Aushilfe bei Davos

Davos setzte während des ganzen Turniers Ersatzspielerin Alina Pätz ein, die normalerweise Skip des Teams Baden ist. Dies, um den Ernstfall für Sotschi geprobt zu haben. Schon bei der WM 2012 reiste Pätz als fünfte Spielerin mit.

WM-Teilnahme als Saisonziel

Während sich Davos auf die EM und Olympia vorbereitet, ist das Saisonziel für Aarau ebenfalls klar definiert. Tirinzoni und ihr Team wollen den Schweizer Meistertitel verteidigen und damit das Ticket für die Weltmeisterschaft lösen. Mit dem Sieg gegen Davos, Weltmeister 2012, haben die Aarauerinnen gezeigt, dass sie sich vor keinem Gegner verstecken müssen.

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