Schiessen
Die Aarauer Schützen sind die neuen 300-Meter-Könige

Die Schützengesellschaft Aarau wurde erstmals in ihrer Geschichte Schweizer Sektionsmeister. Beim Finale in Thun erreichte die Aargauer Delegation mit dem Durchschnitt von 192,1 Punkten ein absolutes Traumresultat.

Michael Schenk
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Die Aarauer Schützen haben allen Grund zum Lachen.ZVG

Die Aarauer Schützen haben allen Grund zum Lachen.ZVG

Roland Schaffner, Rafael Bereuter, Otto Bertschi, Thomas Läuppi, Beat Tanner, Stefan Bereuter, Erich Hunziker, Hansjörg Schmied, Jörg Fankhauser, Thomas Köchli, Armin Köchli, Jürg Luginbühl, Beat Carabin und Peter Ruch liessen anlässlich des Finals in der Thuner Guntelsey der Konkurrenz mit dem Standardgewehr keine Chance. Mit einem Durchschnitt von 192,1 Punkten (von maximal 200) pfefferten die 14 Aargauer ein Weltklasse-Resultat in den Stand und sicherten sich so den Schweizer Sektionsmeistertitel. Sechs der Sieger sind ehemalige Internationale – einer, Rafael Bereuter, gehört aktuell der CISM- und 300-Meter-Nationalmannschaft an. Der Zehner im Scheibenzentrum musste förmlich flüchten ob der Treffsicherheit der neuen Meister.

Neuer Schweizer Rekord

«Ich habe mir die Mühe gemacht und nachgesehen und bin auf keine Siegermannschaft gestossen, die mit einem solchen Resultat gewonnen hat», freut sich Jörg Fankhauser – erster Schützenmeister und Mitglied der neuen 300-Meter-Könige im Land. Umso bemerkenswerter ist die Leistung der Aargauer auch darum, weil der Modus erst unlängst dahingehend geändert wurde, dass jeder Finalschütze 20 statt wie vormals nur 10 Schuss auf die Zehner-Scheibe abzugeben hat. «Ich habe immer gesagt», so Kantonspolizist Fankhauser, «dass wir einen solchen Durchschnitt erzielen können, wenn alles ideal läuft». In dem Fall hat alles gepasst.

Revanche für das Albisgüetli

Weniger zentriert blieben die Top-Schützen, die sich seit einigen Jahren klar zum leistungsorientierten Schiessen im Breitensport-Bereich bekennen, heuer am Gruppenmeisterschaftsfinal. In diesem Wettkampf bilden immer fünf Schützen eine Gruppe. 2004, 2009, 2010, 2012 holten sich die Aargauer jeweils den Titel. Und auch 2013 befand man sich auf Kurs, ehe indes in der zweiten Runde gleich vier Aargauern die Nerven einen Streich spielten. Weg war man vom Schuss. «Das ist mir immer noch unerklärlich, wie das passieren konnte, aber so ist eben Schiessen», erinnert sich Jörg Fankhauser. Item – die Revanche für die Schmach vom Albisgüetli ist den Vertretern der SG Aarau mit dem Sektionsmeister-Titel durchschlagend gelungen.

Rang zwei am Rütlischiessen

Befeuert vom Siegesrausch gaben sich die Meister am Montag auch am Rütlischiessen keine Blösse. Am historischen Anlass auf der geschichtsträchtigen Bergwiese der Urner Gemeinde Seelisberg erzielten die AG-Delegation ebenfalls das mit Abstand beste Ergebnis. 26 Punkte vor den drittklassierten Burgdorfern. Allerdings gab es diesmal mit den Stadtschützen St. Gallen noch eine andere Sektion, die auf 592 Punkte kam. Aufgrund der besseren Tiefschüsse trugen die Ostschweizer letztlich den Sieg davon.

Folgt 2014 der endgültige Ritterschlag?

Von Trauerstimmung, trotz ambitioniertem Denken, war bei den Aargauern deshalb trotz Trauerwetter keine Spur. «Nein – sicher, bei uns hat die Leistung einen höheren Stellenwert als vielleicht in anderen Gesellschaften. Aber wir können auch geniessen, ohne zu gewinnen», so Fankhauser. Und wer weiss? Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr erneut Grund zum Feiern. Ohne Blackout reicht es 2014 vielleicht gar zum Double – Sektions- und Gruppenmeistertitel. Das wäre dann der endgültige Ritterschlag für die SG Aarau.