Am Schluss tanzten sie und der harzige Auftakt mit zwölfeinhalb Minuten, bis der nervöse Heimklub erstmals in Führung ging, war vergessen. Es hatte gedauert, bis der Favorit in diesem NLB-Duell zum Einzug ins Cup-Halbfinale auf Touren gekommen war. 32:27 hiess es zur Halbzeit, wenig später 37:27 und die erste Zehnpunkte-Differenz in dieser Partie war Tatsache – die Vorentscheidung schien gefallen.

Leidenschaft war gefragt

Doch die Erleichterung war verfrüht. Im letzten Viertel kamen die nie aufsteckenden Luzernerinnen immer näher, und nach 33:20-Spielminuten gingen wieder sie in Führung (48:47). «Jetzt ist Leidenschaft gefragt vom ganzen Team», leuchteten die Warnlichter bei allen.

Und so war es ein kurzes Wiederaufleben des Gegners. Keine zwei Minuten später betrug die Differenz wieder sechs, nochmals zwei Minuten danach wieder zehn Punkte.

Beim Schlusspfiff hiess es 64:51. Und es war ein Resultat, wie es dem derzeitigen Kräfteverhältnis entspricht. Die Umstellung zur Zonendeckung sowie starke Leistungen von Karen Twehues (28 Körbe, 10 Rebounds) sowie Katarina Barnjak (1/11) fielen ins Gewicht. «Toll, was wir hier als Team erreicht haben» bilanzierte Barnjak.

Bestes deutschschweizer Team

Dieser Cup-Erfolg ist in der Vereinsgeschichte der Alti-Kanti-Basketballerinnen einzigartig. Noch nie sind sie bisher über die Achtelfinals hinausgekommen. Primär zeigen sich darin die Fortschritte. In der Meisterschaft führt die Equipe von Trainer Milenko Tomic die Tabelle der NLB-Ostgruppe verlustpunktlos an. Diesen Achtungserfolg übertrifft der Cup-Erfolg – auch wenn das Losglück mitspielte – die Aarauerinnen trafen im Viertelfinal mit Luzern auf einen der zwei weiter verbliebenen NLB-Vertreter.

Junges Team mit Potenzial

Um die Topspielerin Twehues – sie feiert am Dienstag ihren 31. Geburtstag – hat sich eine junge, hungrige Equipe formiert. Neben der Leistungsträgerin stehen vier Spielerinnen im Alter von 20 bis 24 im Kader, sechs sind 18 oder 19, je eine 14, 15 und 16. Ein Durchschnittsalter von weniger als 20 Jahren ergibt sich. Das spricht für das Entwicklungspotenzial.

Und Perspektiven bieten sich womöglich sehr rasch noch weitere im Cup . «Jetzt stehen wir im Halbfinal, und wir schreiben den Traum vom Final sicher nicht frühzeitig ab», sind sich alle einig.