Basketball
Die Aarauer Basketballer sind einen Sieg vom grossen Traum entfernt

Mladen Radic könnte mit dem BC Alte Kanti Aarau in der ersten NLB-Saison bereits in den Playoff-Final einziehen. Dafür brauchen die Aarauer im Heimspiel vom Samstag einen Sieg gegen den Favoriten Vevey Riviera Basket.

Luca Muntwyler
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Mladen Radic (rechts) könnte gegen Vevey mit seiner Dominanz unter dem Korb zum entscheidenden Faktor werden.

Mladen Radic (rechts) könnte gegen Vevey mit seiner Dominanz unter dem Korb zum entscheidenden Faktor werden.

Alexander Wagner

Die Überraschung nach der Schlusssirene war perfekt. Die Basketballer des BC Alte Kanti Aarau bezwingen Vevey Riviera Basket im ersten NLB-Playoff-Halbfinal mit 87:74. Zum ersten Mal in der laufenden Saison schafft es ein Team, Vevey in der eigenen Halle zu schlagen.

Mann des Spiels war Mladen Radic. Der gross gewachsene, gebürtige Bosnier stiess erst im Verlauf der Saison zu den Aarauern – und brachte sogleich frischen Wind in die Mannschaft.

«Er ist ein kompletter Spieler»

Doch stiess der 27-Jährige eher durch einen glücklichen Zufall zum BC AKA. Denn die Liebe hat ihn in die Schweiz geführt. Vor zwei Jahren hat nämlich seine heutige Frau Daniela, wohnhaft in Safenwil, in seinem damaligen Wohnort ihre Ferien verbracht, um ihre Familie zu besuchen. Dort haben sie sich kennen gelernt – mittlerweile sind sie glücklich verheiratet.

In der Schweiz angekommen, wollte Radic seine Leidenschaft für den Basketball nicht aufgeben. Da der Aarauer Trainer Milenko Tomic seine Sprache spricht, bot sich eine optimale Gelegenheit. Sein Spiel und sein Charakter machten ihn schnell zum Leistungsträger. «Er ist ein kompletter Spieler. Seine Stärken sind vor allem unter dem Korb, aber er kann auch werfen und dribbeln. Dazu ist er sehr bescheiden und stellt sich in den Dienst des Teams», beschreibt ihn Teamkollege Yannick Ngarambe.

Mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft

Die Begeisterung für Basketball entdeckte er mit zwölf Jahren. Da er für sein Alter schon recht gross war, schien er prädestiniert für diesen Sport. Ein weiterer Grund für seinen Entscheid, mit dem Basketballspielen anzufangen, war der Erfolg der damaligen Jugoslawischen Nationalmannschaft – Gold an der WM 1990, EM 1995 und 1997 sowie Silber bei Olympia 1996 in Atlanta hinter den Amerikanern.

Seine erste Station war die Juniorenabteilung des bosnischen Topklubs Ruder Ugljevik. Mit 17 Jahren kam er dann bereits zu ersten Einsätzen in der ersten Mannschaft von Spartak Subotica (Serbien), bis ihn sein Weg schliesslich in die Schweiz zum BC AKA führte.

Hier musste sich der ausgebildete Flügelspieler zwar ein wenig anpassen, um die neue Aufgabe unter dem Korb zu meistern, jedoch gelingt ihm das bis anhin ziemlich gut. Mit seiner Grösse von 2,02 Metern ist er in der NLB eher ein Centerspieler.

Heimsieg bedeutet Finaleinzug

Nun könnten die Aarauer morgen mit einem Sieg zu Hause gegen Vevey den Sack zumachen und in den Final einziehen. «Wir müssen auf dem Boden bleiben und dürfen nicht zu euphorisch werden. Spiel zwei erfordert absolute Konzentration», erklärt Radic. Es gilt, vor allem die welschen Leistungsträger zu neutralisieren, darunter Kgomotso Sefolosha, seines Zeichens der ältere Bruder von NBA-Star Thabo.

Die Chancen stehen gut, in der heimischen Telli-Halle (17.30 Uhr) den Coup zu schaffen. Mit der Überlegenheit unter dem Korb – mitunter ein Verdienst von Radic – ist alles möglich. Zudem steht Vevey, welches als Favorit in die Serie gestartet war, nun mit dem Rücken zur Wand. Und mit der Unterstützung des Publikums könnte der Aufsteiger die Sensation perfekt machen, bereits in der ersten Saison in den Playoff-Final einzuziehen.

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