Eishockey
Die Aarauer Adler erkämpfen sich in Burgdorf ein viertes Spiel

Der taktisch diszipliniert auftretende EHC Aarau gewinnt in Burgdorf 3:2 und verkürzt in der 1.-Liga-Playoff-Halbfinalserie auf 1:2. «Jetzt haben wir Lunte gerochen», zeigt sich Aarau-Trainer Patric With selbstbewusst.

Hans Peter Schläfli
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Traf ins leere Tor: Aaraus Daniel Eichenberger.

Traf ins leere Tor: Aaraus Daniel Eichenberger.

In der Startphase kam Burgdorf im Minutentakt zu seinen Chancen, aber es war nur ein Strohfeuer. Bald bekamen die Aarauer das Geschehen in den Griff und es entwickelte sich wieder ein spannendes und ausgeglichenes Spiel – so wie schon in den beiden ersten Begegnungen dieser Playoff-Halbfinalpaarung. Einigen Adlern merkte man an, dass in ihrem Höhenflug noch nicht zur Landung ansetzen wollten. So liess es zum Beispiel Thomas Rohrbach krachen, dass es eine Freude war, ihm zuzuschauen.

Warum nach Lyss nicht noch einen weiteren Berner Favoriten ausschalten? Spätestens mit dem ersten Tor von Christoph Frei glaubten die Aarauer an ihre Chance, und als zum Start des Mitteldrittels Michel Simmen nachdoppelte, war definitiv Feuer im Dach der Burgdorfer Arena. Bitter nur, dass mit einer Unaufmerksamkeit im Powerplay den Bernern der Anschlusstreffer durch einen Shorthander geschenkt wurde.

Es war ein tempogeladenes Spiel und beide Mannschaften gingen mit einem gesunden Mass an Härte zur Sache – ausser kurz vor dem Ende des Mitteldrittels, als es Thomas Wälti etwas übertrieb, als er seinen Gegenspieler fällte. Dafür wurde er mit fünf Minuten und einer Matchdauer-Disziplinarstrafe bedacht. Das darauffolgende Powerplay der Burgdorfer war gar nicht schlecht und das Aarauer Boxplay zeitweise chaotisch. Aber mittendrin behielt Goalie Marco Mathis die Übersicht und bewahrte die Adler mit mirakulösen Paraden vor dem Ausgleich. Und dann verschenkten die Berner ihren Vorteil, indem sie selber eine Strafe kassierten.

In der 43. Minute scheiterte Patric Buri nach einem tollen Solo am Aarauer Goalie und Marco Mathis wurde immer mehr zum Matchwinner. Die Burgdorfer stellten auf zwei Linien um und setzten nur noch ihre besten Spieler ein. «Es ist klar, dass wir da etwas unter Druck kamen», analysierte Trainer Partic With nach dem Match, «sie sind uns technisch schon etwas überlegen, aber wir konnten das heute mit einem disziplinierten Mannschaftsspiel ausgleichen.»

Burgdorf ersetzte seinen Goalie mit einem sechsten Feldspieler. Als Daniel Eichenberger 35 Sekunden vor Schluss ins leere Tor traf, schien der Match gewonnen. Doch es fehlten immer noch 11 Sekunden, als den Bernern das 2:3 gelang. Wie sehr die Aarauer diesen Sieg wollten, zeigte der grenzenlose Ärger von Andrea Wegmüller, der mit seinem Stock die Trinkflaschen hinter der Spielerbank weit weghaute. Noch grösser war dann der Jubel, als das Spiel endlich aus war. «Wir wollten noch nicht in die Ferien», meinte Trainer With verschmitzt, «wir haben Lunte gerochen und es liegt auch am Samstag noch etwas drin. Keiner kommt gerne zu uns nach Aarau.»

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