16-mal: So oft hat Natascha Badmann bereits an der legendären Triathlon-Weltmeisterschaft auf Hawaii teilgenommen. Letztes Jahr hat die «Ironlady» auf der Pazifikinsel einen Rekord aufgestellt: Sie wurde 14. und hat die gut 225 Rennkilometer so schnell zurückgelegt, wie noch keine Frau in ihrem Alter. Am Samstag stellt sich die mittlerweile 47-jährige Ausdauersportlerin aus Oftringen zum 17. Mal an die Startlinie jenes Rennens, das sie bereits sechs Mal gewinnen konnte.

Seit September auf Hawaii

Schon seit Anfang September weilt Badmann auf Hawaii und bereitet sich auf ihren Einsatz vor. Dass sie in diesem Jahr überhaupt teilnehmen kann, ist alles andere als selbstverständlich. Im März wurde sie während eines Trainingslagers auf Gran Canaria von einem Autofahrer angefahren und zog sich ein Schleudertrauma, eine Gehirnerschütterung und verschiedene Schürfwunden zu. Die Teilnahme auf Hawaii rückte in weite Ferne.

«Als ich nach zwei Wochen Pause wieder schwimmen konnte, lief überhaupt nichts. Und auch auf dem Rad habe ich mir wegen der Schürfwunden eine falsche Haltung angewöhnt, die in der Folge zu Problemen geführt hat», so Badmann. Sie sei wütend gewesen, weil sie so viel gearbeitet habe und es trotzdem nicht wie gewünscht gelaufen sei.

Trotzdem kämpfte sie weiter, arbeitete intensiv mit ihren Therapeuten. Anfang Juli nahm sie an den Europameisterschaften in Frankfurt teil – und wurde starke 6. Der Start in Hawaii wurde wieder zum Thema. Doch dafür brauchte Natascha Badmann ein weiteres Topresultat, denn in Hawaii können nur die besten 35 Athletinnen starten. Zu diesem erlauchten Kreis gehörte Badmann aufgrund ihres Unfalls und den deswegen verpassten Rennen nicht mehr.

Qualifikation in Zürich

Also ging sie zwei Wochen später beim Ironman in Zürich an den Start und wurde hinter Daniela Ryf Zweite. Die Qualifikation war geschafft.

Und nun wartet also die 17. Teilnahme auf Hawaii. Warum tut sie sich das in ihrem Alter nochmals an? «Nach dem Unfall hat es geheissen, ich könnte den Spitzensport abschreiben und wahrscheinlich nie mehr schwimmen. Das wollte ich einfach nicht wahrhaben. Ich wollte das tolle Gefühl vom Durch-die-Lavawüste-Fliegen nochmals erleben», sagt Badmann. Auch nach so vielen Starts ist es für die Aargauerin noch immer ein ganz spezielles Rennen – nicht zuletzt wegen der imposanten Natur. «Momentan ist der Vulkan aktiv und die Lava fliesst jeden Tag. Gleichzeitig kann ich vom Meer zum höchsten Punkt der Insel mit dem Fahrrad fahren. Dabei starte ich unter Palmen und komme inmitten schwarzer Lava an. Das ist faszinierend.»

Sport bis ans Lebensende

Doch nur um die Natur zu bestaunen, ist Natascha Badmann nicht auf Hawaii. Sie will auch sportlich überzeugen. «Eine bessere Klassierung als im Vorjahr ist möglich», blickt sie voraus. Fügt jedoch an, dass die klimatischen Bedingungen eine grosse Rolle spielen würden. Mit diesen kann sie jedoch dank ihrer riesigen Erfahrung umgehen.

Ob es in diesem Jahr ihre letzte Teilnahme auf Hawaii ist, weiss Natascha Badmann noch nicht. «Ich habe mir diese Frage gestellt, lasse mir aber noch etwas Zeit mit der Antwort», so die 47-Jährige. Eines weiss sie aber ganz genau: Mit dem Sport aufhören, kommt für sie nicht infrage. «Ich mache wohl bis zu meinem Lebensende weiter – fragt sich nur auf welchem Niveau.»