Fussball
Die 2. Liga inter – keine graue Maus

Welchen Nutzen hat die fünfthöchste Liga für die Regionalfussballklubs? Die als graue Maus verschriene Spielklasse gibt den Vereinen die Chance, sich aus dem gewohnten Umfeld zu begeben und sich mit Teams aus anderen Landesteilen zu messen.

Andreas Fretz
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Die Maus steht nicht für die 2. Liga inter

Die Maus steht nicht für die 2. Liga inter

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Frage: Die wievielt höchste Liga des Landes ist die 2. Liga interregional? Wer es nicht an seinen Fingern abzählen muss, gehört fast schon zu den Insidern. Es ist die fünfthöchste. Das Problem beginnt also beim Namen.

2. Liga interregional tönt so konstruiert, wie es das Gebilde ist, das ihr zugrunde liegt. Da werden 13 regionale Verbände auf sechs Gruppen heruntergebrochen. Doch genug der Polemik. Die Zahl derer, welche die Liga bei ihrer Einführung vor 15 Jahren kritisierten, war riesig.

Heute sind die meisten Kritiker verstummt, aber es gibt sie noch immer. Die Argumente sind dieselben geblieben. Unattraktive Gegner, weniger Derbys, lange Reisewege, hohe Kosten. Doch es liegt in der Natur der Sache, dass wer sportlich aufsteigen will, sein beschauliches Biotop verlassen muss.

Roger Federer wäre auch nie der geworden, der er heute ist, hätte er sein Leben lang Interclub für den Tennis Club Old Boys Basel gespielt. Wer sportliche Ambitionen hegt, muss Geld in die Hand nehmen. Wer bessere Gegner sucht, findet diese nicht im Nachbardorf, sondern muss halt auch mal ins Tessin reisen. Die Gruppeneinteilung ist bestimmt kein Zuckerschlecken.

Doch es ist davon auszugehen, dass die Verantwortlichen der Amateurliga ihr Bestes geben. Zumindest gab es vor der laufenden Saison diesbezüglich keine Reklamationen. Und wer unzufrieden mit seiner Gruppe ist, darf sich wehren.

Die Chance, Gehör zu finden, ist gross. Möglich, dass die 2. Liga interregional die unbeliebteste Liga des Landes ist. Doch sie ist besser als ihr Ruf. Und sie ist notwendig. Als Schaltstelle zwischen dem Breiten- und Spitzenfussball.

Nur der Name dürfte etwas flockiger daherkommen. Immerhin hat man es geschafft, der 1. Liga Promotion nach nur zwei Saisons einen neuen Namen zu geben. Nach 15 Jahren wäre auch die 2. Liga interregional reif.