So hatte man sich das beim FC Muri nicht vorgestellt. Gleich mit 0:7 wurden die Freiämter vom FC St. Gallen bezwungen. Ein Eigentor in der fünften Minute war für die Murianer der Anfang vom Ende. Nach 18 Minuten stand es durch weitere Tore von Vincent Sierro und Cedric Itten bereits 0:3. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt schon entschieden.

«Genau diese frühen Gegentore wollten wir eigentlich vermeiden», bilanzierte der ernüchterte FC-Muri-Trainer Miga Dedic. «Am Anfang war das Tempo der St. Galler extrem hoch. Das sind wir uns aus unserer Liga nicht gewohnt. Nach diesen frühen Gegentreffern noch zu reagieren, ist gegen ein Super-League-Team natürlich schwierig», sagte Muris Kapitän Sandro Streuli nach dem Spiel.

Drei Möglichkeiten zum Ehrentor

Die St. Galler machten auch nach dem Startfurioso munter weiter und lagen zur Halbzeit 5:0 in Front. Murianer Chancen blieben in der ersten Hälfte aus, folgten aber kurz nach dem Seitenwechsel. Luigi Milicaj scheiterte aus spitzem Winkel an St. Gallens Keeper Stojanovic. Kurz darauf zwang Loris Völkler den Espen-Torwart mit einer Direktabnahme zu einer Parade – und Cristian Ianu traf nach 60 Minuten nur den Pfosten. Der Ehrentreffer blieb den Murianern verwehrt. Stattdessen erhöhte Roman Buess mit einem Doppelpack auf das 0:7-Schlussresultat.

Spiel des Lebens für den FC Muri

  

Am Ende war es eine deutliche Angelegenheit. Die St. Galler liessen nichts anbrennen, nahmen die Partie ernst und schonten keinen Spieler. Auch nicht Cedric Itten, der doppelt traf: «Wir sind zu vielen Chancen gekommen und haben schnell hoch geführt. Wenn wir unser Pressing aufziehen, wird es für Unterklassige extrem schwer.» Auch St. Gallen Trainer Peter Zeidler zeigte sich zufrieden mit seinem Team: «Wir haben das sehr ernst genommen. Die Mannschaft war top konzentriert und hat genau so gespielt, wie sie musste.» Der selbe Tenor bei FCSG-Präsident Matthias Hüppi: «Das Team hat genau das umgesetzt, was geplant war.»

Beim FC Muri bleibt vor allem die Enttäuschung. «Sieben Gegentore sind schon viel. Ich bin aber froh, dass wir es hinter uns haben. Die Spieler waren extrem nervös. Überall waren Kameras, die Aufmerksamkeit war riesig. Das sind wir uns nicht gewohnt», sagte Trainer Dedic. Trotzdem könne man dem Spiel auch Positives abgewinnen, meinte Dedic: «Für die Zuschauer und den ganzen Verein war es natürlich ein Fest, ein Spiel vor dieser Kulisse auszutragen. Und in der zweiten Halbzeit haben wir zeitweise gut mitgespielt. Damit war ich zufrieden.»