Challenge League
Der Zugewanderte Frédéric Page zündet die Flamme

Der frühere Aarauer Abwehrchef Frédéric Page arbeitet mit Herzblut und Leidenschaft für Neuchatel Xamax.

Ruedi Kuhn
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Frédéric Page posiert an seinem Wohnort Suhr – in der Bekleidung seines Herzensklubs Neuchâtel Xamax.

Frédéric Page posiert an seinem Wohnort Suhr – in der Bekleidung seines Herzensklubs Neuchâtel Xamax.

Chris Iseli

«Das Besondere an Xamax ist seine Aura», sagt Frédéric Page. «Der Fussballklub der Stadt Neuenburg ist eine Marke, eine Institution, hat eine spezielle Ausstrahlung. Die Wirkung auf die Menschen ist extrem. Das hat sich vor allem nach dem Konkurs 2012 gezeigt. Die Solidarität der Bevölkerung gegenüber dem Verein ist einzigartig. Nur so war es möglich, dass Xamax während der vergangenen fünf Jahre eine Art zweites Leben geschenkt wurde.»

Page ist begeistert. Mehr noch. Der Xamax-Nachwuchschef und Verantwortliche der Fondation Gilbert Facchinetti, die den Neuaufbau des Traditionsvereins stark mitgestaltet, ist im Fussballfieber. Der 38-jährige Aargauer erzählt vom jährlich stattfindenden Gönneressen mit rund 1400 Gästen aus Neuenburg und Umgebung, das zum Wohl des Nachwuchses durchgeführt wird. «Die Gala beginnt kurz vor Mittag und dauert bis weit nach Mitternacht», sagt Page. «Ein Tisch für zehn Personen kostet 2300 Franken. Im Endeffekt bringt dieses Gönneressen der Juniorenabteilung rund 230 000 Franken. Das ist fantastisch.»

Frédéric Page im FCA-Dress im Jahr 2001.

Frédéric Page im FCA-Dress im Jahr 2001.

Rolf Jenni

In diesem Jahr findet die Veranstaltung der Geschäftsleute, Freunde und Fans von Xamax am 19. Mai in der Eishalle neben dem Stade de la Maladière statt. Die Gala ist für die Region Neuenburg der wohl bedeutendste gesellschaftliche Event. Es gibt aber auch kleinere Dinge, die zeigen, wie Xamax funktioniert. Im Hinblick auf die Oster-Feiertage Mitte April dieses Jahres verkauft die Fondation Gilbert Facchinetti 2000 Osterhasen.

Dass die süssen Dinger aus Qualitäts-Schokolade im Nu verkauft sein werden, versteht sich von selbst. «Die Menschen lieben Xamax», sagt Page. «Sie können sich mit dem Fussballklub identifizieren. Schliesslich sind Trainer Michel Decastel und viele Spieler Neuenburger. Das schweisst zusammen. Der Teamgeist ist einer der wichtigsten Gründe, warum Xamax an der Spitze der Challenge League mitmischen kann.»

Eine unerwartete Wendung

Die Geschichte von Frédéric Page ist eine spezielle. Vor acht Jahren nahm sein Leben als Profi eine unerwartete Wende. Page, damals 30 Jahre alt, verhandelte mit dem FC Aarau über einen neuen Vertrag und hätte sich durchaus vorstellen können, langfristig im Brügglifeld zu bleiben. Es kam anders. Statt einen Zweijahresvertrag beim FC Aarau unterschrieb Page einen Dreijahresvertrag bei Xamax. Nach einem Abstecher zu Lausanne kehrte er zu Xamax zurück und trug 2013 dazu bei, dass die ein Jahr zuvor zwangsrelegierten Neuenburger in die 1. Liga Classic aufstiegen.

Frédéric Page im FCA-Dress im Jahr 2007.

Frédéric Page im FCA-Dress im Jahr 2007.

Alexander Wagner

Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Page in der Marketing-Abteilung, sorgte für eine Neustrukturierung der Juniorenabteilung, betreute die U18-Auswahl und schloss die Profi-Trainerausbildung BTA/Swiss Olympic erfolgreich ab.

Heute steht er bei Xamax als Leiter der Stiftung Gilbert Facchinetti an vorderster Front, hat im Stadion ein eigenes Büro mit See-Sicht, ist für den Ablauf der Administration des Klubs verantwortlich und unterstützt die Trainer bei ihren Tätigkeiten auf und neben dem Spielfeld. «Ich habe eine Mission», sagt Page. «Wir haben interessante Talente. Meine Arbeit als Nachwuchschef ist dann erfolgreich, wenn sie ihren Traum verwirklichen können und unter Vertrag genommen werden.»

Frédéric Page wechselte 2009 von Aarau zu Neuchatel Xamax.

Frédéric Page wechselte 2009 von Aarau zu Neuchatel Xamax.

Keystone

Was immer die Zukunft bringt

Neben Xamax hat Page natürlich auch ein Privatleben. Das ist seine Familie. Logisch also, dass er den Grossteil der Freizeit zu Hause in Suhr mit seiner Frau Sybille und den beiden Kindern Mathéo und Lia verbringt. Mag sein, dass das Herz des früheren Juniors des FC Seon und langjährigen Stammspielers des FC Aarau für Xamax schlägt. Aber wer weiss? Vielleicht kehrt der verlorene Sohn irgendwann ins Brügglifeld zurück. Oder arbeitet in einigen Jahren sogar im neuen Stadion im Torfeld Süd.

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