Ringen

Der Youngster hat auf die richtige Karte gesetzt: Yanik Bucher wird vom Schwinger zum Ringer und sichert sich gleich drei Meistertitel

Yanik Bucher mit seinen drei Goldmedaillen auf der Couch in seinem Zimmer. Bild: Michael Wyss

Yanik Bucher mit seinen drei Goldmedaillen auf der Couch in seinem Zimmer. Bild: Michael Wyss

Der Rothrister Ringer Yanik Bucher gewinnt in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft gleich dreimal den Titel. Der erst 16-Jährige triumphiert dabei zum ersten Mal in den höchsten beiden Ligen, seiner alten Karriere als Schwinger trauert er kaum noch nach.

So manch ein Sportler wünscht sich, im Verlauf seiner Karriere wenigstens einmal einen Meistertitel oder eine Goldmedaille gewinnen zu können. Was vielen Athleten ein Leben lang verwehrt bleibt, hat Yanik Bucher in den vergangenen Wochen gleich dreimal erlebt.

Der 16-jährige Ringer aus Rothrist schnappte sich in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft mit dem RC Willisau-Lions die Titel in der 1. Liga und der NLA. Zwischen den beiden Erfolgen triumphierte Bucher mit dem RC Oberriet-Grabs, für den er mit einer Doppellizenz kämpft, in der NLB.

So kam es, dass sich Bucher just zur Weihnachtszeit drei goldene «Geschenke» um den Hals hängen durfte. «Meine Freude ist extrem gross. Nachdem ich letztes Jahr bereits in der 1. Liga gerungen habe, war ich nun zum ersten Mal bei einer Mannschaftsmeisterschaft in den höchsten beiden Ligen dabei. Umso schöner ist es, dass es für alle drei Titel gereicht hat», sagt Bucher, der bis anhin als Jungschwinger für Furore sorgte.

«Das ist mit keiner anderen Sportart vergleichbar»

Vor einem Jahr krönte das Mitglied des Schwingklubs Zofingen und Umgebung seine Zeit im Sägemehl mit dem Kategoriensieg beim Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Landquart. Weil die Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung des Höhenflugs bei den Aktiven aufgrund des Körpergewichts von «nur» 76 Kilogramm eher gering ist, setzt Bucher nun voll auf die Karte Ringen.

Auch wenn ihm der Entscheid gegen die Schwingerhosen schwergefallen ist, hat Yanik Bucher dank der drei Goldmedaillen die Gewissheit erhalten, die richtige Wahl getroffen zu haben. Und auf die Hühnerhaut-Momente muss er auch auf der Ringermatte nicht verzichten.

«Die Emotionen im Nationalliga-A-Final gegen Freiamt waren etwas Einzigartiges. Das ist mit keiner anderen Sportart vergleichbar», schwärmt Bucher von der elektrisierenden Atmosphäre, die er, weil nicht eingesetzt, als Zuschauer hautnah miterlebte.

Teilweise noch zu kopflos in den Kampf gestürzt

Eine tragendere Rolle wurde dem Greco-Ringer in den Playoff-Finals der unteren Ligen zuteil. Sowohl mit der zweiten Willisauer Mannschaft gegen Kriessern wie mit Oberriet-Grabs gegen das Team Valais kam Yanik Bucher jeweils im Rückkampf zum Zug – mit unterschiedlichem Ausgang. In der NLB verlor er gegen Isa Usupov klar mit 1:4, während er in der 1. Liga Kriesserns Jan Langenegger mit 2:1 bodigen konnte.

«Mit meiner persönlichen Leistung bin ich recht zufrieden, obwohl es in jedem Kampf etwas zu verbessern gab», bilanziert Bucher. Er weiss, wo er die Hebel ansetzen muss. «Manchmal war ich zu fest auf den Sieg fokussiert und ging etwas kopflos in den Kampf, anstatt mich auf die Taktik und Technik zu besinnen», sagt Bucher selbstkritisch.

Den Schwung aus der Mannschaftsmeisterschaft will Yanik Bucher in das anstehende Frühjahr mitnehmen. Für das Mitglied des Schweizer Ringer-Nationalkaders stehen nebst der Einzel-SM internationale Turniere an. «Ich will mich für die EM und WM qualifizieren», sagt Yanik Bucher.

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