Klettern
Der Widener Kevin Huser hangelt sich von Erfolg zu Erfolg

Für Kevin Huser ist der U22-WM-Titel im Eisklettern erst der Anfang. Für seine Faszination ordnet der Widener fast alles unter. Bereits seit fünf Jahren gehört Huser zum Kletter-Nationalkader.

Jürg Schumacher
Drucken
Teilen
Fokussiert: Kevin Huser hangelt sich an die Spitze. ARCHIV

Fokussiert: Kevin Huser hangelt sich an die Spitze. ARCHIV

davidschweizer.ch

Sehr beachtlich schlug sich Huser an seinem letzten internationalen Eiskletter-Einsatz in der rumänischen Stadt Busteni, die zwei Autostunden von der Hauptstadt Bukarest entfernt liegt. Unter den rund 50 erwachsenen Teilnehmern schaute für den 17-jährigen Widener als Jüngsten ein zehnter Rang im Lead-Klettern heraus. Und in Pontresina, der letzten Station des Swiss-Cups im Eisklettern, stieg Kevin Huser vor einem Monat zweimal aufs Podest: Dritter in der Disziplin Difficulty, Zweiter in der Disziplin Speed.

«Mag beide Varianten»

Macht Kevin Huser eigentlich das Eisklettern mehr Spass oder das normale Sportklettern ohne Eis und Eispickel, das er ebenfalls gut beherrscht? «Schwer zu sagen, ich mag beide Kletterarten sehr», sagt Huser, «das Eisklettern erfordert mehr Kraft als das normale Klettern, dafür ist das normale Klettern technisch anspruchsvoller.» Der Umgang mit dem Eispickel sei nicht ganz einfach, da zähle die Erfahrung. Schon als 9-Jähriger begann Huser zu klettern, nachdem er auch Eishockey und Fussball ausprobiert hatte. «Beides war aber nichts für mich.»

Vancouver vor Augen

Die Eiskletter-Saison ist definitiv beendet, jetzt beginnt die Saison im normalen Sportklettern. Auch da hat Huser ein grosses Ziel vor Augen: die Jugend-Weltmeisterschaft in Kanada, die ganz in der Nähe der Millionenmetropole Vancouver ausgetragen wird. Vor der starken Konkurrenz hat der Mutscheller zwar Respekt, aber keinerlei Angst: «Ich will mich in Kanada durchsetzen und eine Top-Ten-Platzierung erreichen.»

Die Sucht nach dem Kick

An seiner Sportart schätzt der Widener «die Höhe und den Adrenalinkick, den ich im abgesicherten freien Fall bekomme, nachdem ich jeweils die Spitze erreicht habe.» Klettern sei auch ein Ganzkörper-Workout: «Nicht nur Unter- und Oberarme trainiert man dabei, auch die Schultern und Beine werden beansprucht.» Vier bis sechs Mal pro Woche übt der ehrgeizige Sportler jeweils drei Stunden im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren.

Seit fünf Jahren gehört Huser dem Kletter-Nationalkader an, seit vier Jahren ist er im Nachwuchskader der Eiskletterer. In zweieinhalb Jahren wird Huser das Sportgymnasium abschliessen. Neben dem Klettern übt Huser auch eine andere Sportart gerne aus. Mit einem Kollegen trainiert er auch im Kickboxverein in Zürich. «Wegen des Klettertrainings bleibt mir aber kaum Zeit dafür. Doch drei bis vier Mal im Monat komme ich dazu.»

Folgt bald der nächste Streich?

Heute nimmt Huser mit dem Zürcher Regiokader an der Bodensee Climbing Trophy in Dornbirn, Österreich, teil. Dies ist ein 3-Länder-Wettkampf zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz. Es findet ein Wettkampf pro Saison in einem der drei Länder statt. Erstmals zählt dieser Wettkampf offiziell zum Bächli Swiss Climbing Cup. Letztes Jahr konnte sich die Schweiz als Gastgeberland den Sieg vor Deutschland sichern.

Aktuelle Nachrichten