Die Szenen sind bekannt: Fussballfans gehen auf offener Strasse aufeinander los, liefern sich Strassenschlachten.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Hochschule Luzern zeigt anhand des FC Luzern: Auf dem Weg vom Bahnhof ins Stadion oder auf dem Retourweg kommt es oft zu Problemen.

Speziell dann, wenn Fans mit Extrazügen anreisen. Entsprechend steigen die Sicherheitskosten.

Im Fall des FC Luzern sind dies Kosten von 85 000 Franken ohne Extrazug oder 220 000 Franken mit Extrazug (Saison 2012/13).

Ein Problem, das die Verantwortlichen des FC Aarau kennen. Wenn es zu Ausschreitungen kam, dann auf dem Rückweg.

«Je nach Ausgang des Spiels», sagt FCA-Präsident Alfred Schmid. Auf dem Hinweg sei das grösste Problem der Alkohol, sagt Schmid. «Die Fans trinken im Zug Bier, dann urinieren einige in die Gärten oder hängen Gartentüren aus.»

Gestaffelt aus dem Stadion

Die letzten heftigen Ausschreitungen in Aarau gab es im Jahr 2010, als ein Extrazug der St.-Gallen-Fans in Brand geraten war.

Um Probleme auf dem Rückweg zu vermeiden, lässt der FC Aarau die Fans jeweils gestaffelt aus dem Stadion, damit diese draussen nicht aufeinandertreffen. Fangruppierungen dürfen daher nach Spielschluss im Stadion behalten werden.

Am meisten Beruhigung gebracht hätten die Stadionverbote. 10 Personen dürfen momentan nicht ins Brügglifeld, über rund 40 Personen wurde schon einmal ein Stadionverbot verhängt.

Zwischen 100 000 und 150 000 Franken gibt der FC Aarau pro Saison für die Sicherheit aus.

Dazu muss er einen Viertel der anfallenden Sicherheitskosten ausserhalb des Stadions übernehmen.

Für die ist die Kantonspolizei zuständig. Gemäss Samuel Helbling, Mediensprecher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, gab die Kantonspolizei für die Meisterschaft 2012/2013 (Challenge League) 388 680 Franken aus, um die Sicherheitskosten zu decken. Der FC Aarau musste 97 170 Franken übernehmen.

Super League: Doppelter Betrag für die Sicherheit

Der Aufstieg des FC Aarau in die Super League hat auch Konsequenzen für die Sicherheitskosten. «Ich rechne mit dem doppelten Betrag für die Saison 2013/14», sagt Helbling. Die Sicherheitsfrage beschäftigt die Verantwortlichen des FC Aarau natürlich auch bezüglich des geplanten Stadions im Torfeld Süd.

«Es ist ein Vorteil, dass das Stadion Torfeld Süd knapp 800 Meter vom Bahnhof entfernt ist», sagt Schmid.

Die geplante Hochbrücke – die Baubewilligung fehlt noch – soll ebenfalls helfen, die Fans unter Kontrolle zu bringen. Wie die konkreten Sicherheitsvorkehrungen aussehen werden, steht noch zur Diskussion.

Das Luzerner Projektteam empfiehlt der Swiss Football League, zu prüfen, wie der Prozess der An- und Abreise der Fans verbessert werden kann.

Gut möglich also, dass es andere Regeln gibt, wenn das neue FCA-Stadion dann tatsächlich eröffnet wird.