Handball NLA
Der unerschütterliche Glaube an den Sieg - Der HSC Suhr Aarau ist in die Saison gestartet

Der HSC Suhr Aarau ist stark in die neue Saison gestartet. Derby-Sieg, gegen die Meisterschaftsfavoriten gepunktet und im Cup für den Viertelfinal qualifiziert: Der Start fiel für die Aargauer durchaus positiv aus.

Alexander Wagner
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Der HSC Suhr Aarau ist gut gestartet

Der HSC Suhr Aarau ist gut gestartet

Alexander Wagner

Bereits in der vergangenen Saison hat der HSC Suhr Aarau – damals noch in der Rolle des Aufsteigers – überzeugt und die Finalrunde erreicht. Doch niemand konnte erwarten, dass es im gleichen Stil weitergehen würde: Nicht weniger als acht Akteure haben den Verein in der Sommerpause verlassen. Dafür wurden sechs neue Spieler verpflichtet und vier eigene Junioren aus dem Nachwuchs eingebaut. Aber: Der Umbau ist ganz offensichtlich geglückt.

Gegen Pfadi Winterthur und die Kadetten Schaffhausen, immerhin die beiden Topteams in der Schweizer Handballszene und Favoriten auf den Meistertitel, holten die Suhrer jeweils einen Punkt. Das Derby gegen den TV Endingen haben sie gewonnen und im Cup haben sie sich bereits zwei Mal durchgesetzt und stehen nun im Viertelfinal gegen Stäfa.

Tim Aufdenblatten spielt schon seit längerer Zeit beim HSC Archivbild

Tim Aufdenblatten spielt schon seit längerer Zeit beim HSC Archivbild

foto-net / Alexander Wagner

Einer, der trotz seinem jugendlichen Alter schon seit längerer Zeit bei Suhr Aarau spielt, ist Tim Aufdenblatten. «Wir konnten die Stärken aus der vergangenen Saison mitnehmen. Was bleibt, ist das System. Es sind die gleichen Aufgaben, einfach mit neuen Spielern, die sich das erarbeiten mussten», erklärt der 1,93 Meter grosse Rückraumspieler. Wenn man mit den Spielern spricht, hört man immer wieder die gleichen Aussagen: Jeder Spieler hat seine glasklar definierte Rolle. Jeder weiss haargenau, was er zu tun hat. Dafür bereitet Trainer Misha Kaufmann die Akteure mit ausführlichen Videoanalysen bis ins letzte Detail vor.

Starke Abwehr

Standardmässig agiert Suhr mit einer 5-1-Abwehr mit Aufdenblatten als vorgezogenem Spieler. Und der HSC deckt nicht stur auf den Mann. «Jeder hat seine Zone und jeder seine klar definierte Rolle», sagt der Psychologie-Student. Hinter der starken Abwehr lauert mit Mihailo Radovanovic oder Dario Ferrante jeweils ein ebenso starker Goalie. «Mir gefällt diese Abwehr, ich fühle mich sehr wohl damit», erklärt Ferrante, der von Endingen zu Suhr wechselte und damit einer der Neuen im Team ist.

Ferrante ist einer der neuen im Team Archivbild

Ferrante ist einer der neuen im Team Archivbild

Alexander Wagner

Und auch er kommt immer wieder auf den gleichen Punkt zurück: «Der Trainer ist nie zufrieden.» Dies jedoch keineswegs in einem negativen Sinne, wie der neue Keeper nachschiebt: «Er glaubt an uns und will immer das Maximum herausholen», sagt der. Das geht sogar so weit, dass Kaufmann nach den Unentschieden gegen die Topteams oder dem knappen Sieg im Derby keineswegs zufrieden war. Er will immer alles. Den Sieg. Egal gegen weg. «Er lebt uns das jeden Tag und in jedem Training vor.»

Schnell zusammengewachsen

Dass die neue und doch stark veränderte Mannschaft so schnell zusammenwachsen konnte, ist sicherlich auch ein Verdienst von Kaufmann, der in der Vorbereitung zahlreiche teambildende Anlässe organisiert und auch ein entsprechendes Augenmerk darauf gelegt hatte. So wusste bald jeder, wie sein Nebenmann funktioniert. Sowohl als Mensch wie auch als Kollege auf dem Parkett. «Es passt sowohl menschlich als auch sportlich», sagt HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli.

Nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Umfeld glaubt an den Erfolg: «Für uns ist Kaufmann an der Spitze sehr wichtig. Er weiss, wie die Spieler zu packen sind. Und er überträgt seinen Ehrgeiz auf das Team und auf jeden einzelnen Spieler. Die gehen füreinander durchs Feuer», ist Wernli überzeugt.

Die Spieler gehen für einander durchs Feuer, hier können sie jubeln Archivbild

Die Spieler gehen für einander durchs Feuer, hier können sie jubeln Archivbild

foto-net / Alexander Wagner

Zwei Premieren für den HSC

Heute Donnerstag (Anpfiff 20.15 Uhr) treten die Suhrer auswärts in der Saalsporthalle gegen GC Amicitia Zürich an. Dabei kommt es gleich zu einer doppelten Premiere: Gegen Pfadi und die Kadetten war der HSC sicherlich nicht in der Rolle des Favoriten, ein Aargauer Derby ist immer offen. Gegen GC Amicitia aber sind die Aargauer in der Favoritenrolle. Zudem wird die heutige Partie des HSC zum ersten Mal in der Neuzeit beim neuen TV-Sender «MySports» live im Fernsehen übertragen.

Zu mehr Nervosität führt dies bei den Akteuren aber nicht: «Wir freuen uns einfach darüber, und es gibt uns nochmals einen Motivationsschub», sagt Aufdenblatten. Für die nötige Zusatz-Motivation wird aber so oder so Trainer Kaufmann sorgen: Denn die Suhrer glauben felsenfest daran, was ihnen der Trainer tagtäglich eintrichtert und vorlebt: Sie wollen jedes Spiel gewinnen – auch live am TV.