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Der TV Endingen schafft in Horgen den Turnaround

Jonathan Knecht und Endingen konnten auswärts drei Punkte einfahren.

Jonathan Knecht und Endingen konnten auswärts drei Punkte einfahren.

Eine treue Fangruppe war nach Zürich gereist, doch sie musste sich in der ersten Halbzeit ab und zu die Augen reiben. Denn die Endinger überzeugten über weite Strecken nicht und kämpften sowohl gegen den Gastgeber Horgen als auch gegen sich selber.

Dario Ferrante stand ab der ersten Minute sicher in seinem Kasten. Ihm verdankten die Gäste aus dem Surbtal, dass sie in den ersten dreissig Minuten nicht den Anschluss verloren. Stand die Abwehr kompakt und sicher, so unsicher agierte der Angriff. Unerwartet grosse Nervosität führte immer wieder zu unnötigen Ballverlusten, schlechten Zuspielen oder fehlender Abstimmung im Abschluss.

Zu langsam und ungenau

Schnell gerieten die Endinger in Rücklage und sprinteten nach der dritten Minute den Zürchern hinterher. Die Aufholjagd klappt ab und zu, leider schlichen sich viel zu langsame Angriffsaktionen ein, bei denen selbst der ungeübte Zuschauer merkte, dass der Kreis angespielt werden sollte.

Die Partie zeigte sich ungewohnt hart umkämpft. Endingen musste Tore einstecken, ohne selbst welche zu erzielen. Kurz vor dem Pausenpfiff rappelten sich die Endinger wieder auf und konnten das Spiel zum Ausgleich drehen. Der teilweise komplizierte Spielaufbau und die blanken Nerven zeigten, dass die Abgeklärtheit fehlte. Ein Zuschauer meinte trocken: «Das beste an den ersten dreissig Minuten ist der Spielstand.» Mit 12:12 ging es in die Kabinen, dort musste Trainer Szilagy die richtigen Worte finden.

Zuerst schien es, als ging es bei den Endingern nach Anpfiff der zweiten Halbzeit gleich weiter wie zuvor. Nach einem verunglückten Angriff wurde nicht angesetzt, sondern erst einmal reklamiert. Die positive, sportliche Einstellung zum Siegeswillen war zeitweise nicht sichtbar. Doch die Spieler meldeten sich auf eindrückliche Weise wieder zurück. Sebastian Kündig gelang der erste Führungstreffer, der Knoten schien gelöst und die Endinger zogen auf und davon.

Lukas Riechsteiner at its best!

Bei Lukas Riechsteiner schien alles wieder zu klappen. Er taute auf, warf seine Hammergeschosse wuchtig ins gegnerische Tor und entwickelte sich zum Matchwinner. Er zeigte sich in Topform und liess wahrlich nichts anbrennen. Die SG Horgen konnte das Tempo nicht mehr halten. Die Endinger liessen ihre Erfahrung durchblitzen und zogen auf und davon.

Aufs neue zu überzeugen wusste Goalie Dario Ferrante. Er parierte eine wahre Salve gegnerischer Würfe mit solch einer Bravour, dass die Endinger Fans dies lautstark honorierten. Dies freute Ferrante, sodass er sich sogar während des Spiels bei den Zuschauern bedankte. Schön, sind solche Gesten möglich.

Verbesserungspotential klar vorhanden

Das Resultat von 24:33 kann nicht darüber hinweg täuschen, dass noch viel Luft nach oben vorhanden war. Spieler und Trainer waren mit den zwei erreichten Punkten zufrieden, mit der Leistung aber nur bedingt. Trainer Peter Szilagyi meinte auf die Frage, ob das Wissen um den Punktverlust von Tabellenleader Stäfa vom Samstag sich auf das Endinger Spiel ausgewirkt hätte: «In der ersten Spielzeit waren wir eher blockiert. Die Meisterschaft ist noch sehr lang, doch der Punktverlust kam unerwartet und überraschend. Die Mannschaft hat sich wieder gefangen und dann ihr Spiel durchziehen können.»

Kommenden Mittwoch empfängt der TV Endigen zu Hause den TV Steffisburg aus Thun. Eben gerade das Team, welches den Leader geschlagen hat. «Wir gehen davon aus, dass Steffisburg voller Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu uns kommen wird. Es wird ein sehr schwieriges Spiel werden, doch wir sind bereit und werden alles daran setzen, eine hundertprozentige Spielfreude aufs Feld zu bringen», so Szilagyi.

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