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Der TV Endingen geht als glücklicher Gewinner aus dem Sonntagskrimi

Armin Sarac bemängelte die schwache Chancenauswertung.

Armin Sarac bemängelte die schwache Chancenauswertung.

Noch zehn Minuten vor Abpfiff hätte wohl niemand auf den Sieg gewettet, doch die Mannschaft bewies eisernen Willen und konnte die Partie für sich entscheiden. Neben Pleiten, Pech und Pannen holten sich die Endinger mit einem Quäntchen Glück die umkämpften zwei Punkte.

Der TV Endingen startete mit leicht reduziertem Team. Mit Christian Amrein und Philipp Wildi mussten gleich zwei Spieler verletzungshalber auf der Tribune zuschauen. Sie litten über weite Strecken mit ihrem Team genau wie die Endinger Fans. Diese getrauten sich erst in den letzten Minuten ihre Mannschaft so anzufeuern, dass laute Stimmung aufkam.

Ein kaputtes Mikrophon

Zu Beginn zeigte sich ein seltsam ruhiges Spiel auf dem Feld. Die Lautsprecheranlage funktionierte nicht und Speaker Mike Jaun musste zuschauen. Es dauerte über eine Viertelstunde, bis er erleichtert die ersten Worte laut ins Mikrophon sprechen konnte. Er hiess den Wischjungen Lars auf dem Feld willkommen und erheiterte so die Halle.

Der TV Endingen zeigte Nerven und startete schwach. Gleich vier Angriffe in Folge liefen erfolglos ab und nach sechs Minuten waren die Endinger mit drei Toren im Hintertreffen. Auch bei den Kadetten Espoirs häuften sich die Fehler und sie liessen zu, dass Endingen den Anschlusstreffer erzielen konnte. Zeitweise waren die Angriffsspiele langsam, beinahe vorsichtig und nichts gelang wirklich.

Abwehrchef Huwyler zeigte klasse Reaktionen. Sein Distanztreffer vom Feldmittelpunkt aus schien eine kleine Wende einzuläuten. Gleich anschliessend gelang ihm nach grandioser Vorarbeit von Armin Sarac der erste Ausgleichstreffer. Man erkämpfte sich jeden Ball. Doch Endingen konnte sich in keiner Weise freispielen. Keine Gegenstösse, keine Treffer von den Flügeln - die Endinger mussten wieder hinterher laufen.

Erst in der 21. Minute gelang zum zweiten Mal ein Ausgleichstreffer durch einen erfolgreich verwandelten Strafwurf. In dieser heissen Phase hatte auch Torhüter Ferrante einige gute Paraden, die der Abwehr wieder Auftrieb gaben. Lukas Riechsteiner brillierte mit schnellen und präzisen Treffern und sicherte mit seinen Würfen das Unentschieden zur Pause.

Mit einem 12:12 in die Kabine

Der TV Endingen hatte sich vorgenommen, unbedingt mit zwei Punkten das Feld zu verlassen. Dieser Wille brach nun ab und zu aus der Mannschaft heraus. Nemanja Sudzum gelang gleich nach Anpfiff der erste Führungstreffer, doch der Angriff konnte die Führung weder ausbauen noch sicherstellen. Die Schaffhauser Abwehr stand kompakt und sicher. Bei den Endingern schienen die Ideen auszugehen. So mussten die Fans mitansehen, wie die Führung schnell wieder verspielt und zwei Gegentore kassiert wurden.

Die Gäste aus Schaffhausen versuchten immer wieder mit dem siebten Feldspieler zu trumpfen. Dies gelang nur mässig, erzielten die Endinger doch vier Distanztore auf das leere Tor. Beide Teams lieferten sich einen ebenbürtigen Kampf mit leichten Vorteilen bei den Gästen. Der TV Endingen lief über weite Spielstrecken den Gästen hinterher. Geschlossen zeigten sie aber einen 100% Siegeswillen. Mit dem letzten Distanzschuss drei Minuten vor Abpfiff und dem Unentschieden schöpften die Fans wieder Hoffnung.

Die letzte Spielminute

19 Sekunden vor Schluss sollte die letzte Teambesprechung den entscheidenden Spielzug einleuten. Captain Riechsteiner übernahm Verantwortung und erzielte in der 3.letzten Sekunde den Führungstreffer. Die Sirene ertönte, es sollten noch weitere 3 Sekunden nachgespielt werden. Beinahe endlos war die Warterei auf die Nachspielzeit, doch die Kadetten Espoirs vermochten die kurze Zeit nicht zu nutzen und so gewann der TV Endingen mit 28:27 den Sonntagskrimi.

Sportchef Marco Eggenschwilers Kommentar: «Genau solche engen Spiele muss man gewinnen, will man aufsteigen. Wir haben heute gezeigt, dass wir wollen...» Armin Sarac sah die Ursache der harzigen Starts in den vielen ungenutzten Chancen. «Wir haben oft zu lange geprellt. Vielleicht haben wir uns auch zu stark auf Dario Ferrante verlassen und ihm so zu wenig geholfen. In der 2. Halbzeit hatten die Schaffhauser eine Phase, in der jeder Schuss ein Treffer war. Die Schüsse kamen auch aus sehr ungewohnten Positionen. Als unsere Abwehr wieder stand, hatten wir das Glück auf unserer Seite.»

Abwehrchef Huwyler nahm wie gewohnt kein Blatt vor den Mund: «Wenn auf beiden Flügelpositionen mit 0:8 ein Totalausfall ist, fallen zwei sonst starke Positionen weg, die mussten wir erst einmal kompensieren...» 

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