Serie Lenzburg Hurricanes

Der teamdienliche Arbeiter

Ein erfahrenes Schlitzohr - Stefan Manupella.

Ein erfahrenes Schlitzohr - Stefan Manupella.

Mit seinem unnachgiebigen Spielstil steuerte Stefan Manupella seinen Part zum Sieg gegen Wollerau bei. Ein Einblick in die Welt des prunklosen Hurricanes-Stürmers.

Stefan Manupella war sichtlich überrascht, als ihn der Chronist nach dem 6:5-Overtime-Sieg gegen Wollerau um ein Interview bat. Er lächelte geschmeichelt und winkte dann doch ab. Er wolle nicht im Mittelpunkt stehen.

Ein Moment, welcher Stefan Manupellas Charakter respektive dessen Rolle im Team der Hurricanes nicht besser hätte wiederspiegeln können.

Der Stürmer ist weder ein exzentrischer Hockey-Magier noch ein Mann der grossen Worte. Vielmehr ist Stefan Manupella ein unnachgiebiger Arbeiter. Einer, der Taten sprechen lässt.

Zumeist solche, die nicht jeder auf den ersten Blick erkennt. Beispielsweise jene Aktion in der Verlängerung: Ein rustikal geführtes Bandengefecht in der neutralen Spielfeld-Zone.

Mittendrin: Stefan Manupella, für den diese Aktion schmerzhaft endete.

Auf den ersten Blick nichts weltbewegendes, doch sein Einsatz sollte sich lohnen. Er war letztendlich gar Balsam auf die zuletzt erlittenen Wunden der Wirbelstürme.

Denn dank diesem Aufwand profitierten die Aargauer von einer zweiminütigen Überzahl und fuhren somit den verdienten Sieg ein. Tobias Koch erzielte den Game-Winner – er war der Held. Manupellas Anteil registrierten hingegen nur Wenige.

Schlummernde Qualitäten

Manupella selbst sieht seine Qualität, einstecken zu können, als eine persönliche Charaktereigenschaft. Er habe in seiner Zeit bei den Hurricanes sowieso viel dazu gelernt. Beispielsweise auch auszuteilen. Spielertrainer Daniel Maurer bestätigt seinen aufsässigen Spielstil: «Stefan schuftet ungemein, aber er braucht jemanden, der ihn anspornt, ja gar provoziert, damit er läuft.»

Viel bekommt man als Betrachter von diesen Weckrufen nicht mit, denn Manupellas Auftritt auf dem Feld ist ruhig und kommentarlos. Wenn Kommentare fallen, dann sind es solche, die ihn selbst pushen. Auf die Frage, ob er diese Bedachtsamkeit in jedem Match beibehalten kann, antwortet er schlicht: «Meistens».

Was Manupella ebenfalls auszeichnet, ist sein schlitzohriges Positionsspiel. „Das hat sicher auch mit dem Alter zu tun“, sagt er schmunzelt.

Mittlerweile spielt der 34-Jährige seine zweite Saison bei den Wirbelstürmen. Zuvor ging er für die Freiämter aus Muri dorthin, wo es schmerzt. «Weh tut es nur vor dem Tor, das ist die gefährliche Zone», erklärt der Stürmer.

An diesem Abend skorte der bodenständige Aargauer ein Tor und einen Assist. „Ich habe sicherlich meinen Beitrag geleistet“, analysiert Manupella nüchtern.

Dass der tüchtige Center heute in der erste Angriffslinie stürmt, traute ihm bei seiner Ankunft in Lenzburg kaum jemand zu.

«Als Stefan vor zirka 18 Monaten zum ersten Probetraining erschien, würdigten nicht viele seine Qualitäten. Ich gab ihm genügend Zeit für seine Entwicklung und heute zahlt er das Vertrauen mit seinen Taten zurück», erinnert sich Spielertrainer Maurer.

Unsichere Zukunft

Ob Manupella auch über diese Spielzeit hinaus noch in den Diensten der Hurricanes stehen wird, ist ungewiss. Denn für den drittältesten Akteur der Lenzburger ist scheinbar klar, dass er ende Saison die Inlineskates aus physischen und beruflichen Gründen an den Nagel hängen wird.

Es wäre eine nicht zu unterschätzende Lücke, die der teamdienliche Manupella hinterlassen würde. Eine Lücke, die urplötzlich im Mittelpunkt stehen würde. Für einmal.     

Inlinehockey - ein Besuch im Schatten des Breitensports. Im Rahmen einer Maturaarbeit begleitet Calvin Stettler die Inlinehockeyaner der Lenzburg Hurricanes.

Meistgesehen

Artboard 1