Handball

Der Supercup ist für den HSC Suhr Aarau kein Ersatz für den Cupfinal, sondern eine neue Chance auf einen Titel

HSC-Spieler bejubeln den Einzug in den Cupfinal, dessen Absage viele Wochen später erfolgt.

HSC-Spieler bejubeln den Einzug in den Cupfinal, dessen Absage viele Wochen später erfolgt.

Der HSC Suhr Aarau spielt am Sonntag, 30. August, im Supercup gegen die Kadetten Schaffhausen um den ersten Titel seit 13 Jahren – und die erste Trophäe unter Trainer Misha Kaufmann. Verfolgen Sie die Partie ab 16.45 Uhr im Liveticker.

Heiligabend stand vor der Tür und die Mannschaft des HSC Suhr Aarau hatte sich soeben das grösste Geschenk zu Weihnachten gleich selbst gemacht. Der Jubel in den Reihen der Spieler und bei den mitgereisten Fans in der Zürcher Saalsporthalle war gross, aber nicht überschwänglich.

Für alle Beteiligten war klar: Der Einzug in den Cupfinal 2019/20 ist ein schöner Erfolg, aber das Mass aller Dinge ist der Titel. Und die Chance darauf hatte sich das Team von Trainer Misha Kaufmann mit dem 24:19-Sieg im Halbfinal vom 19. Dezember hart erar­beitet und verdient.

Doch dann kam Corona. Zehn Tage vor der ursprünglichen Ansetzung, dem 15. März 2020, wurde der Cupfinal erst auf unbestimmte Zeit verschoben und Anfang April ganz abgesagt. Nun darf sich der HSC am Sonntag im Supercup mit den Kadetten Schaffhausen, dem eigentlichen Cupfinal-Gegner, messen – als Trostpflaster vom Verband quasi.

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann.

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann.

«Nichts kann den Cupfinal ersetzen», sagt Kaufmann dazu und ergänzt: «Aber darum geht es auch nicht. Das Thema Cupfinal ist für mich abgehakt. Wir haben im Bereich des Möglichen das Maximum herausgeholt, mehr konnten wir schlicht und einfach nicht beeinflussen. Der Supercup ist unsere erste Chance auf einen Titel – und den wollen wir gewinnen.»

Eine solche Gelegenheit hatte sich dem HSC im Jahr 2007, damals noch als TV Suhr, geboten. Der Cupfinal ging dann allerdings mit 22:24 verloren – ausgerechnet gegen die Kadetten. Nun erhält der HSC Suhr Aarau also 13 Jahre später die nächste Chance auf einen Titel, den ersten im mittlerweile fünften Amtsjahr von Kaufmann an der Seitenlinie.

Erstes Pflichtspiel nach 176 Tagen

Die Mannschaft des HSC ist heiss auf den Supercup, immerhin das erste Pflichtspiel nach 176 Tagen. Auf seiner Website spricht der Verein selber von der «wohl längsten Vorbereitung der Vereinsgeschichte». Seit dem Ende der trainingsfreien Zeit Mitte Mai haben Co-Captain Tim Aufdenblatten und seine Teamkollegen insgesamt elf Wochen trainiert – einzig unterbrochen von den Ferien im Monat Juni. Seit Juli wird wieder durchgehend trainiert.

Trainer Kaufmann bezeichnet die Saisonvorbereitung als «überragend». Fünf Siege in ebensovielen Testspielen, darunter auch ein Kantersieg gegen den österreichischen Vizemeister Alpla HC Hard und der Sieg bei der Premiere des «Aargauer Cup», sprechen eine deutliche Sprache.

Co-Captain Ferrante: «Jungs, jetzt sind wir im Tunnel!»

Seit dem Triumph beim neu ins Leben gerufenen Saisonvorbereitungsturnier vor Wochenfrist bereitet sich die Mannschaft ziemlich abgeschottet auf den Supercup vor. «Jungs, jetzt sind wir im Tunnel», schwor Co-Captain Dario Ferrante, dessen Einsatz nach der vor ein paar Wochen erlittenen Bänderverletzung im Fuss fraglich ist, sein Team nur wenige Augenblicke nach dem Ende des «Aargauer Cup» noch in der Kabine der GoEasy-Arena ein.

Um den temporären Tunnelblick zu begünstigen, hat Kaufmann seinen Spielern absolute Ruhe verordnet. Selbst Geschäftsführer Lukas Wernli und Sportchef Michael Conde wurden dazu angehalten, die Konzentration der Spieler nicht zu stören.

Im Fokus stehen die eigenen Stärken

Gegner Schaffhausen stand derweil in den Vorbereitungen der Aargauer auf den Supercup nicht gross im Fokus. Dies, weil die Kadetten mit ihrem neu verpflichteten Trainer Adalsteinn Eyjolfsson noch viele Unbekannten aufweisen. Der Ligakrösus der vergangenen Jahre ist derzeit noch kaum einzuschätzen. «Also haben wir die Konzentration beim Gameplan auf unsere Stärken gelegt», sagt Kaufmann.

Dabei ist ihm natürlich auch nicht entgangen, wo das grösste Defizit seiner Mannschaft im Vergleich mit den Ostschweizern liegt: in der Erfahrung. Im Kader des HSC Suhr Aarau gibt es nur ganz wenige Spieler mit Final- oder gar Titelerfahrungen. Punkt 1 gilt nach der Partie von morgen definitiv nicht mehr – dasselbe gilt für Punkt 2, wenn der HSC seine neue Chance auf einen Titel packt.

Verfolgen Sie den Supercup zwischen dem HSC Suhr Aarau und den Kadetten Schaffhausen am Sonntag, 30. August, ab 16.45 Uhr im Liveticker auf unserer Website.

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