Faustball
Der STV Oberentfelden steht erstmals ganz oben

Die Faustballer des STV Oberentfelden gewinnen den Nationalliga-A-Hallenfinal gegen Widnau souverän mit 4:1. Diese Titelpremiere ist das Resultat einer langjähriger Aufbauarbeit, die nun Früchte trägt.

Wolfgang Rytz
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Grenzenloser Jubel der Spieler des STV Oberentfelden nach dem ersten Meistertitel. Wolfgang Rytz

Grenzenloser Jubel der Spieler des STV Oberentfelden nach dem ersten Meistertitel. Wolfgang Rytz

14 Jahre nach der Gründung seines Faustballcenters feiert der STV Oberentfelden den ersten Schweizer Meistertitel. Das Team von Trainer Christian Zbinden hat im Final der Schweizer Hallenmeisterschaft Widnau 4:1 geschlagen. Nach 90 Minuten intensivem Spiel auf hohem Niveau verwertete Kevin Hagen den vierten Matchball und schrieb damit Faustballgeschichte. Der STV Oberentfelden ist bei den Männern erstmals Schweizer Meister. Das im Jahr 2000 begonnene Aufbauwerk von Reto Egolf trägt goldene Früchte.

Zepter übernommen

Während sich der «Schweizer Angreifer des Jahrhunderts» zurzeit innerhalb des Vereines um den Nachwuchs kümmert, hat ein anderer ehemaliger Aktiver der untergegangenen Faustball-Hochburg Full-Reuenthal das Szepter übernommen. Christian «Zwibi» Zbinden setzt Egolfs Arbeit erfolgreich fort. Unter seinen Fittichen hat sich die Suhrentaler Faustball-Hochburg zum Hallenspezialisten entwickelt.Mit der Finalqualifikation vor einem Jahr haben Oberentfeldens Nationalliga-A-Faustballer ihr Potential angedeutet.

Im Weg stand nur noch Diepoldsau. Vor einer Woche scheiterten die Aargauer an diesem Gegner knapp. Trainer Zbinden prophezeite, dass sein Team an einem guten Tag auch den Titelverteidiger schlagen könne.Dies war am Finalwochenende in Pfäffikon SZ nicht nötig. Widnau besiegte den Rivalen im ersten Halbfinal. Danach kämpfte Oberentfelden Elgg-Ettenhausen nach einem 1:3-Rückstand 4:3 nieder.

Taktik entscheidend

Der nach wochenlangen Rückenproblemen wie durch ein medizinisches Wunder wieder einsatzfähige Dominik Gugerli spielte im Final von Beginn weg. Diese eher überraschende taktische Massnahme von Zbinden erwies sich als goldrichtig.Der Altinternationale, der schon im Halbfinal eine wichtige Rolle gespielt hatte, erfüllte seine Aufgabe vorne rechts sehr effizient. «Guge» ergänzte sich bestens mit Mittelmann Manuel Mosimann.

Im Angriff sorgte Hauptangreifer Kevin Hagen für den nötigen Druck, derweil die Abwehr mit Captain Reto Hunziker und Pascal Böni solid stand. Als Oberentfelden auch den dritten Satz klar gewann, griff Widnau zum letzten möglichen personellen Mittel. Der lange verletzte Angreifer Cyrill Schreiber kehrte ins Team zurück. Diese Massnahme wirkte. Oberentfelden zeigte viel Respekt vor dem überragenden Schweizer Faustballer der letzten Jahre. «Da waren wir übermotiviert», analysierte Zbinden später.

Schöner Erfolg

Nach einer 2:11-Ohrfeige schien die Partie vollends zu kippen. Im fünften Satz führte Widnau wieder 4:0, als Zbinden den Service-Schlag kurz auf Gugerli wechselte. Dazu schnappte die Aargauer Abwehr plötzlich einige Bälle von Schreiber. Via 6:4-Führung erarbeitete sich Oberentfelden beim Stand von 10:5 fünf Matchbälle. Drei wehrten die Rheintaler ab, dann schlug Hagen den erlösenden Punktgewinn ausgerechnet an «Überfaustballer» Schreiber vorbei.

«Ein doppelt schöner Erfolg, weil er gegen den besten Schweizer Faustballer zustande kam», freute sich Reto Egolf, der den historischen Triumph vor Ort nicht entgehen lassen konnte.