Die Rollen könnten klarer nicht verteilt sein. Der RTV Basel, Ligaprimus der NLB, hat die Hauptrunde mit sieben Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten STV Baden abgeschlossen. Nun duellieren sich die beiden Teams um den Aufstieg in die NLA.

Die erste Partie der Best-of-5-Serie steht am Samstagabend in der Rankhofhalle auf dem Programm. Das Team, das zuerst drei Siege auf dem Konto hat, steigt auf.

Der STV Baden lässt sich nicht einschüchtern

Wie es die Tabelle schon vermuten lässt, gehen die Basler als klarer Favorit in das Unterfangen Aufstieg 2018. Auch in den beiden Direktduellen der Saison zogen die Badener jeweils den Kürzeren. Auswärts in Basel kassierten die Aargauer sogar eine empfindliche – weil extrem deutliche – 28:40-Schlappe.

All diesen widrigen Vorzeichen zum Trotz lässt man sich beim STV Baden nicht einschüchtern: «Wir sind überzeugt, dass wir unsere Chancen haben werden, auch wenn sie unter 50 Prozent liegen», zeigt sich Städtli-Präsident Christoph Blöchlinger kämpferisch.

RTV Basel mit breiterem Kader und grösserem Budget

Er ist bereit für diesen Kampf David gegen Goliath. Obwohl er von diesem Vergleich nichts hören will. «Das finde ich jetzt überspitzt formuliert», sagt Blöchlinger. Nichtsdestotrotz, eine Herkulesaufgabe steht seinem STV Baden allemal bevor. Kommt hinzu, dass der RTV über das breitere Kader und ein grösseres Budget verfügt.

Trotzdem: Die Badener gehen keineswegs bereits geschlagen in die Aufstiegs-Serie. Die Stimmung innerhalb des Teams ist toll, die Vorfreude auf die bevorstehenden Partien umso grösser.

Das bestätigt auch der Präsident: «Alle sind bis in die Zehenspitzen motiviert.» Die beste Saison der Vereinsgeschichte ist bereits Tatsache, das Saisonziel mit der Qualifikation für die Playoff-Serie schon erreicht. Es gibt Nichts, was die Badener belasten würde. Sie können befreit aufspielen.

Ist Topspieler Josef Zuber mit dabei?

Und trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein: Es ist gut möglich, dass Baden-Trainer Björn Navarin zum Auftakt der Serie auf ein Schwergewicht verzichten muss. Denn ob Josef Zuber wird mittun können, dürfte sich erst kurz vor Spielbeginn entscheiden.

Der 23-Jährige plagt sich seit zwei Wochen mit einer lädierten Schulter herum. Für den STV wäre es sicherlich ein harter Schlag, wenn man auf ihn würde verzichten müssen. Schliesslich ist er nicht nur der zweitbeste Torschütze der Badener, sondern dank seiner 140 Treffer gleichzeitig auch der neuntbeste Werfer der gesamten NLB.

Ist der STV für die NLA bereit?

Stellt sich die Frage, ob der STV Baden, sollten die Aargauer aller schwierigen Vorzeichen zum Trotz den Aufstieg schaffen, überhaupt für die NLA gewappnet wären. «Wir haben die Vision 2022. Falls wir jetzt aufsteigen sollten, wären wir sehr früh dran», sagt Blöchlinger. «Der STV Baden ist noch nicht da, wo er hin will. Wir wollen noch professioneller werden.»

Auch in anderen Bereichen täten sich einige Baustellen auf. Einerseits müsste man das Budget deutlich erhöhen, andererseits würde die Halle wieder verstärkt zum Thema. Denn die Sporthalle Aue entspricht schlicht nicht den Standards anderer NLA-Hallen. Nicht zuletzt hängt der sportliche Erfolg auch vom Interesse in der Öffentlichkeit ab.

Aargauer Hoffnung auf ein zweites NLA-Team

Ob das aktuelle Kader den Ansprüchen in der NLA genügen würde, ist schwierig zu beurteilen. «Im Optimalfall kann dieses Team in der NLA den Ligaerhalt schaffen. Allfällige punktuelle Veränderungen müsste man dann anschauen, wenn der Aufstieg geschafft wäre», hält sich Blöchlinger etwas bedeckt.

Jedenfalls tut der STV Baden gut daran, an seine Chancen zu glauben. Schliesslich liegt ein Aufstieg im Interesse des ganzen Kantons. Nach dem Abstieg von Endingen ruhen die Hoffnungen für ein zweites Aargauer NLA-Team einzig auf Baden.