Handball
Der STV Baden beendet Yellows Siegesserie

«Städtli» dominiert in einer hochklassigen Partie den haushohen Favoriten aus Winterthur und holt in der heimischen Aue mit einem 38:34-Erfolg verdient zwei Punkte.

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Oliver Hügli (rechts) packt zu. Foto: Wagner

Oliver Hügli (rechts) packt zu. Foto: Wagner

Foto Wagner

«Jede Serie endet einmal - wieso nicht am Samstag im Hexenkessel Aue?» Der Schlusssatz in der Badener Matchvorschau war zugegebenermassen mit einer gehörigen Portion Hoffnung gewürzt. Immerhin reiste mit Yellow Winterthur jene Mannschaft an, die zuletzt die drei bestklassierten Teams der NLB geschlagen hatte. Die Favoritenrolle war klar verteilt - was für den Favoriten ja durchaus kein Vorteil sein muss.

«Wir haben nichts zu verlieren!» Diese Gewissheit beflügelte die Badener jedenfalls sichtlich. Wie man es mittlerweile kennt, legte «Städtli» gleich los wie die Feuerwehr - und behielt die Pace dann einfach bei. Yellow wurde von der aufsässigen Abwehr und den rasanten Angriffen auf dem völlig falschen Fuss erwischt. Nach 10 Minuten hatte der Yellow-Coach genug gesehen: Time-out beim Stand von 7:3 für «Städtli».

Zehn-Tore-Führung zur Pause

Das hatte eben die besten 10 Minuten seit dem Aufstieg in die NLB hingelegt, und das Badener Schaulaufen ging auch nach dem Unterbruch unvermindert weiter: Vorne Abschlüsse aus allen Positionen, hinten Abwehr um Abwehr mit einem Beni Kropf, der seinen Kasten Mal um Mal sauber hielt. Pausenpfiff, 19:9.

Das Badener Fazit nach 30 Minuten: 12 Tore aus dem Spiel heraus, 5 mittels Gegenstössen und 2 per Siebenmeter. Dem standen gerade einmal 5 Fehlschüsse und 6 technische Fehler gegenüber. Die Frage war nun natürlich: Zieht «Städtli» das in der zweiten Halbzeit durch oder setzt sich nun doch die Routine der Winterthurer durch? Ganz so unbeschwert ging «Städtli» phasenweise tatsächlich nicht mehr zu Werke, konnte den Sieg in einer hochklassigen und hart, aber fair geführten Partie letztlich aber ungefährdet nach Hause spielen.

Auch Manndeckung nützt wenig

Zu verdanken war dies einer bestechenden Mannschaftsleistung, die von einigen Spielern klar geprägt wurde: Björn Navarin - zeitweise ohne grosse Wirkung manngedeckt - ordnete das Spiel und war mit Oliver Hügli zusammen auf der Dreierposition eine feste Macht. Yanick Schläpfer, der immer besser ins Spiel der Badener passt, war mit seinen fulminanten Antritten ein steter Gefahrenherd für die Winterthurer Deckung. Thomas Stalder, sehr ballsicher und passgenau, konnte viele gute letzte Zuspiele machen.

Nun gegen Endingen

Yellow geschlagen - besser hätte das Auftaktspiel gegen die «grossen drei» der Liga nicht laufen können. Die Partie war aber auch ein eindrücklicher Beweis für die Lernfähigkeit der Mannschaft von Trainer Andreas Steiner: Die Essenz der vergangenen Erfolge und Enttäuschungen ist im Badener Spiel zu spüren, das seit dem Saisonstart enorme Fortschritte gemacht hat.

Wo «Städtli» damit aktuell steht, wird sich am kommenden Samstag weisen. Der TV Endingen ist gewarnt und wird ohnehin nicht den Fehler machen, die Badener zu unterschätzen. Die brennen darauf, seinen Fans zu beweisen, dass der überraschene Sieg gegen Yellow nicht nur der besseren Tagesform zu verdanken war.

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