Orientierungslauf
Der Sprint bei der OL-WM wird zur Aargauer Meisterschaft

Eine Stunde nach Simone Nigglis Triumph verkam der WM-Sprint der Männer zu Aargauer Meisterschaften. Es gewann Mathias Kyburz, vor Mathias Merz und Mathias Müller. Die drei Aargauer waren eine Klasse für sich und blieben als einzige unter 45 Minuten.

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Siegertrio aus dem Aarga: Merz, Kyburz und Müller (v.l.)

Siegertrio aus dem Aarga: Merz, Kyburz und Müller (v.l.)

Keystone

Der 22-jährige Kyburz zeigte einen nahezu perfekten Lauf, lag von der ersten Zwischenzeit an in Führung und gewann in 15:32 Minuten erstmals Gold auf WM-Stufe. Noch vor einem Jahr hatte der Biologie-Student den Qualifikationslauf an den Titelkämpfen gewonnen, war aber im Final bloss 20. geworden. «Damals hatte ich mich zu sicher gefühlt, war am Start zu wenig aggressiv und wurde plötzlich von allem überrumpelt. Aus diesem Fehler habe ich gelernt», sagte Kyburz. «Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Vor ein paar Jahren hatte ich noch nicht einmal daran geglaubt, dass
ich mir im starken Schweizer Team an der Heim-WM einen Startplatz erkämpfen werde.»

Merz verlor 17 Sekunden auf Kyburz und holte damit seine insgesamt achte WM-Medaille. Auf den Dreifach-Triumph angesprochen bestätigte er, dass sie teamintern darüber gewitzelt und spekuliert hätten, zu dritt auf dem Podest zu stehen. Die Gründe liegen für Merz auf der Hand: «Der Lauf war technisch sehr anspruchsvoll. Im Norden sind die Städte viel weiträumiger gebaut, das macht dort die Routenwahl einfacher. Im verwinkelten Lausanne war alles sehr komplex, man musste die Route bis zum Schluss durchplanen.»

Der drittklassierte Müller, der Sprintweltmeister von 2010, verlor auf den Sieger 27 Sekunden. «Ich bin sehr glücklich», betonte er und freute sich zusammen mit seinen Teamkollegen. Dreifachsiege sind im OL keine Seltenheit. Der letzte Sweep gelang den Schwedinnen vor einem Jahr im Sprint. Bis zu den Achtzigerjahren gelang skandinavischen Nationen dieses Kunststück mehrfach. Die Schweiz hat an 29 OL-Weltmeisterschaften bereits 74 Medaillen gewonnen, wovon 31 goldene, und belegt hinter Schweden (125) und Norwegen (115) Rang 3.

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