Aargauer Tennis-Meisterschaften
Der spanische PSI-Nuklearingenieur war der beste «Sandhase» – auch Karin Kennel triumphiert

An den kantonalen Tennis-Meisterschaften wurden am Sonntag in Wettingen die Finalspiele ausgetragen. Als Sieger in der offenen Kategorie konnten sich Ignasi Villacampa-Rosés und Karin Kennel feiern lassen.

Fabio Baranzini
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Ignasi Villacampa-Rosés siegt bei den Herren
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Karin Kennel triumphiert bei den Frauen
Karin Kennel
Ignasi Villacampa-Rosés mit einer krachenden Vorhand
Chiara Volejnicek
Pedro Salas
Finalspiele der Aargauer Tennis-Meisterschaften

Ignasi Villacampa-Rosés siegt bei den Herren

Fabio Baranzini

Ignasi Villacampa-Rosés (N3, 41) war die grosse Figur der diesjährigen Aargauischen Tennis Meisterschaften in Wettingen.

Der gebürtige Spanier überzeugte bei all seinen Auftritten mit äusserst solidem Grundlinienspiel.

Er zwirbelte die Bälle mit viel Spin ins Feld, beging dabei kaum Fehler und brachte seine Gegner so zur Verzweiflung.

Mit dieser typisch spanischen und auf Sand äusserst effektiven Spielweise eliminierte er im Halbfinal etwas überraschend den top gesetzten Lokalmatadoren Alexander Sadecky (N2, 12) mit 6:4, 6:4 und im Endspiel machte er mit der Turniernummer zwei Pedro Salas (N2, 22) kurzen Prozess. Gleich mit 6:0, 6:1 fertigte er Salas ab.

«Pedro versuchte aggressiv zu spielen, beging dabei aber sehr viele Fehler. So konnte er mich zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährden. Das Match verlief also ideal für mich», bilanzierte Villacampa-Rosés nach dem Spiel.

Profikarriere früh beendet

Der 30-jährige Spanier, der nun für ein Jahr den Titel des Aargauer Meister trägt, lebt gemeinsam mit seiner Freundin seit zweieinhalb Jahren in der Region Brugg und arbeitet als Nuklearingenieur am Paul Scherrer Institut, wo er derzeit seinen Doktortitel erwirbt.

In seiner Heimat Spanien galt Villacampas-Rosés dereinst als grosses Talent. Obwohl er in derselben Alterskategorie antrat wie ein gewisser Rafael Nadal, sicherte er sich den Spanischen Meistertitel bei den unter 18-Jährigen.

Den Durchbruch als Profi schaffte er im Gegensatz zu seinem berühmten Landsmann aber nie. «Ich war mental nicht bereit für den Profizirkus», sagt er rückblickend.

Schon mit 19 Jahren beendete er seine Profikarriere und schlug den akademischen Weg ein.

Heute steht Ignasi Villacampa-Rosés nur noch zum Spass auf dem Platz, läuft für den TC Brugg in der Nationalliga-C-Interclubmannschaft auf und bestreitet einige Preisgeldturniere in der Schweiz.

Dass er insbesondere auf seiner bevorzugten Unterlage – dem Sandplatz – immer noch auf sehr hohem Niveau Tennis spielen kann, hat er in Wettingen eindrücklich bewiesen.

Kennel kämpft sich durch

Bei den Frauen war mit Karin Kennel (N2, 15) die drittbeste Spielerin des Kantons hinter Stefanie Vögele und Amra Sadikovic, die beide im Hauptfeld von Wimbledon stehen, die grosse Favoritin.

Die 20-jährige Entfelderin tat sich jedoch am Finaltag schwer. Behindert von einer Verletzung am Finger, die sie zu Beginn der Woche beim Profiturnier in der Lenzerheide noch zur Aufgabe gezwungen hatte, musste sie bereits im Halbfinale gegen Dominique Meyer (N4, 59) Satzbälle abwehren und im Endspiel gegen Chiara Volejnicek (N3, 32) gar über drei Sätze gehen.

Am Ende konnte Kennel den Platz aber dennoch als Siegerin verlassen, auch wenn sie mit ihrer Leistung sichtlich unzufrieden war. Sie gewann mit 6:3, 3:6, 7:5.

Positives Fazit

OK-Präsident Ralph Künzler zog ein positives Fazit des Turniers. «Obwohl es wegen des Wetters und noch ausstehenden Interclubpartien zu einigen Spielverschiebungen kam, haben wir das Turnier gut über die Bühne gebracht», so Künzler, der sich vor allem über die beachtliche Zahl von 243 Teilnehmern und das hohe Niveau der Spiele gefreut hat.

Im nächsten Jahr werden die kantonalen Meisterschaften erneut in Wettingen austragen.

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