Kommentar

Der Sonnenkönig vom Brügglifeld: Weshalb Sandro Burkis Lack ab ist

Die Schonfrist ist abgelaufen für FCA-Sportchef Sandro Burki.

Die Schonfrist ist abgelaufen für FCA-Sportchef Sandro Burki.

Der Sportchef des FC Aarau darf im Gegensatz zu Trainer Patrick Rahmen, der seine Koffer packen muss, bleiben. Dabei ist sein Leistungsausweis alles andere als gut.

Patrick Rahmen ist ein guter Typ, ein Sympathieträger. Seine menschlichen Qualitäten sind überragend. Exakt diese Qualitäten wurden ihm zum Verhängnis. Er hat den Routiniers zu lange vertraut, an ihre Loyalität geglaubt und auf sie gesetzt. Nach den Pleiten gegen GC (0:5) und Winterthur (2:5) hat er keine Massnahmen ergriffen, die den Spielern wehtun, und ist zur Tagesordnung übergegangen. Er hat es in schwierigen Zeiten an der nötigen Härte vermissen lassen. Als es nach der Coronapause um seinen Trainerjob beim FC Aarau ging, hat es Rahmen also verpasst, über seinen Schatten zu springen.

Die Entlassung von Rahmen ist logisch. Aber: Der 51-Jährige ist genauso ein Bauernopfer. Er war zwar bei der Kaderplanung auf diese Saison hin mit dabei, aber im Endeffekt musste er mit dem Spielermaterial leben und arbeiten, das ihm Sportchef Sandro Burki vorgesetzt hat. Die Verantwortung für die schlechte Saison des FC Aarau mit dem Absturz auf Rang acht der Challenge League tragen Rahmen und Burki gemeinsam. Nun ist Rahmen weg, aber Burki darf bleiben. Das ist naturgemäss, aber trotzdem ungerecht!

Sportchef Burki erhielt Anfang Juni 2019 einen neuen Dreijahresvertrag und dadurch viel Verantwortung und vor allem viel Macht. Zu viel Macht? Nicht der Präsident, nicht der Trainer, nicht ein Spieler, nein, Burki ist seit Sommer des vergangenen Jahres der Sonnenkönig vom Brügglifeld. Dass der verdienstvolle FCA-Spieler damals grosses Vertrauen genoss und viele Vorschusslorbeeren erhielt, ist nachvollziehbar. Ein Jahr später ist der Lack ab. Burki bekommt in seinem Zwischenzeugnis die Note ungenügend.

Warum ungenügend? Burki hat das Kader auf die Saison 2019/20 schlecht zusammengestellt. Die Abgänge von Varol Tasar, Nicolas Bürgy, Djordje Nikolic und Linus Obexer wurden nicht gleichwertig ersetzt. Die Verträge mit Stefan Maierhofer und Nicolas Schindelholz wurden fälschlicherweise verlängert, das Intermezzo von Starspieler Serey Dié wurde zum Rohrkrepierer, genauso die Verpflichtung von Francois Affolter. Am schwersten wiegt jedoch die Tatsache, dass der 19-jährige Torhüter Nicholas Ammeter gemäss Burki über das Talent und die Ausstrahlung verfügt, die Nummer eins des FC Aarau zu sein.

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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