Er hat die Technik, die Grösse und die Frisur von Xherdan Shaqiri. Der eben erst 18-jährig gewordene Wettinger Tobias Steinemann erinnert in Erscheinen, Auftreten und Torgefährlichkeit an den Schweizer Nati-Star. Einzig, dass Kraftwürfel Shaqiri im Gegensatz zu seinem deutlich grazileren Double bei den Aargauer Beachsoccer-Spezialisten Havana Shots wohl im Sand versinken würde.

Lernen von der Mutter

Steinmann ist zwar der Jüngste und der Kleinste auf dem Platz, aber für die Havana Shots in dieser Saison trotzdem der Grösste. Mit seinen 21 Toren in 10 Spielen gehört er zu den besten Knipsern in der Schweizer Beachsoccer-Szene. Seine Fallrückzieher entzücken. Gelernt hat Steinmann die Technik aber nicht bei den populären Vorbildern auf dem Rasen, sondern bei seiner Mutter. Franziska Steinemann spielte jahrelang in der Beachsoccer-Nationalmannschaft der Frauen. Heute ist sie sowohl im Nationalteam wie auch bei den Shots Assistenztrainerin. «Ich habe meine Mutter schon als Bub zu den Trainings und den Spielen begleitet. Da hatte ich viel Zeit, die Technik zu lernen», sagt Tobias. Während andere Kinder «sändeleten», übte er Fallrückzieher.

Bereits als Vierzehnjähriger feierte er den Einstand in der ersten Mannschaft. Dass er regelmässig trifft, schreibt er seinem grossen Selbstvertrauen im Abschluss zu. Wie Noel Ott, sein Vorgänger als Team-Topskorer, der inzwischen für das finanziell ungleich potentere GC auf Torjagd geht, wird auch Steinemann von der Konkurrenz umworben. «Ein Wechsel ist aber für mich kein Thema», sagt der 18-Jährige, der nun in den Playoff-Viertelfinals am nächsten Wochenende auf die Beachkings Emmen trifft. Man spürt dem Youngster die Genugtuung an, dass seine Havana Shots hinter den Liga-Krösussen Bern und GC die dritte Kraft im Reich der Strandfussballer sind. Denn im Gegensatz zur Mehrzahl der Gegner zählt beim Aargauer Vertreter heimisches Schaffen. Dies gilt auch für die auf diese Saison hin ins Leben gerufene Nachwuchs-Meisterschaft. Nur drei Teams stellen bislang überhaupt ein U17-Team. Leader Havana Shots hat alle sechs Partien gewonnen.

Der Goalie als Alleskönner

Ein Einheimischer ist auch Torhüter Manuel Bruder. Der 27-Jährige wechselte vor drei Jahren vom Zweitligisten FC Lenzburg zum Beachsoccer. «Ich suchte eine neue Herausforderung», lautet seine Begründung. Und herausgefordert ist der Teamrückhalt allemal, denn ein Torhüter muss im Sand ein Alleskönner sein. Blitzschnelle Reaktionen, gefühlvolle Auswürfe, ein wuchtiger Schuss und eine filigrane Technik sind gefragt. Bruder gefällt’s: «Hier gibt es viel mehr Action. Du hast als Goalie alle 20 Sekunden den Ball.» Sogar drei Tore hat Bruder in dieser Saison geschossen.