Aargauer Sport-Gala
Der selbstironische Auftritt von Alex Hürzeler als Highlight

Das Komikerduo Lapsus kam bei den 400 Gästen der Aargauer Sport-Gala in der Bärenmatte Suhr bestens an. Das lag auch am äusserst witzigen Intermezzo des SVP-Regierungsrates.

Rainer Sommerhalder
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Aargauer Sport-Gala 2014
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Mehr als zwei Sätze kann der Sportminister nicht sagen. . .
. . . und schon übernehmen die beiden Komiker das Zepter wieder.
Bisweilen lassen sie den Sportminister auch im Regen stehen.
Um dann doch noch ein versöhnliches Ende zu finden.
Zumindest klatschen durfte Alex Hürzeler doch noch selber – für Lucas Fischer, den Aargauer Sportler des Jahres 2013.
Die Bärenmatte Suhr war mit 400 Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft bis auf den letzten Platz gefüllt.
In drei Ehrungsblöcke wurden alle Aargauer Elite-Sportler, die im letzten Jahr Edelmetall gewannen, vom Regierungsrat gewürdigt.
Jann Billeter interviewt Curling-Ski Silvana Tirinzoni...
...und tröstet sie für das vor einer Woche verloren gegangene Finalspiel der Schweizer Meisterschaft.
Als Überraschungsgast kam Eishockeyspielerin Stefanie Marty auf die Bühne. Um den Hals hatte sie die Bronzemedaille der Olympischen Spiele von Sotschi.
Stefanie Marty teilte ihre Erlebnisse mit dem Publikum in der Bärenmatte.
Die Zuschauer unterhielten sich bei Speis und Trank bestens. Es war wohl die gelungenste bisherige Sport-Gala.

Aargauer Sport-Gala 2014

Alex Spichale

Humor gilt nicht als Kernkompetenz eines Politikers, Selbstironie erst recht nicht. Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät etwa versuchte sich in «das Zelt» als Komiker, was ihm neben wenig Applaus viel Ärger einbrachte. Das Niveau ging nicht über die Stufe «seicht» hinaus.

Ganz anders der Auftritt von Regierungsrat Alex Hürzeler an der Aargauer Sport-Gala am Freitagabend. Anstelle seiner traditionellen Rede kooperierte der Aargauer Sportminister in einer multimedialen Darbietung mit dem Komikerduo Lapsus. Der «echte» Alex Hürzeler verschwand hinter der Leinwand und erschien danach prompt im Bild. Zwei Sätze seiner Rede lies ihn das Lapsus-Duo auf dem Bildschirm vortragen, dann übernahm es das Zepter. «Eine solche Politiker-Rede ist doch immer gleich langweilig», meinte Theo Hitzig und führte die Besucher stattdessen mit seinem Assistenten Bruno durch den sportlichen Aargau, suchte für Bruno die richtige sportliche Betätigung und nahm dazwischen auch die nicht unbedingt vorbildliche sportliche Infrastruktur des Kantons auf die Schippe. Dazwischen tauchte immer wieder Hürzeler auf dem Bildschirm auf, scheinbar unbeeindruckt mitten in seiner Rede. Nach zwei Sätzen wurde er von den zwei Komikern jeweils wieder weggezappt.

Nach der knapp zehnminütigen Vorstellung spendete das begeisterte Publikum tosenden Applaus – für Lapsus, vor allem aber auch für Alex Hürzeler. So erfrischend hatte man den Regierungsrat in der Öffentlichkeit noch nie erlebt. Der Auftritt blieb an vielen Tischen das Gesprächsthema des Abends.

Auch sonst gab es an der Aargauer Sport-Gala 2014 viel zu lachen. Moderator Jann Billeter entlockte den geehrten Athletinnen und Athleten mit seinen forschen Fragen die eine oder andere ebenso gekonnte Antwort. Dazu lieferte er sich ein «Privatduell» mit den Aargauer Judokas, besorgte sich gegen deren Drohung, ihn aufs Kreuz zu legen, zwischenzeitlich sogar die zwei Kranzschwinger Christoph Bieri und Mario Thürig als Bodyguards.Später tröstete Billeter die entthronte Schweizer Curling-Meisterin Silvana Tirinzoni und «beteiligte» sich sogar bei Ständerätin Christine Egerszegi am Verzehr des Desserts.

Hauptdarsteller des Abends blieben neben Sportminister Hürzeler die 24 geehrten Aargauer Sportlerinnen und Sportler und die 13 Teams, die entweder Schweizer Meistertitel oder internationale Medailleng gewannen.. Speziellen Applaus gab es für Kunstturner Lucas Fischer, den Aargauer Sportler 2013, sowie für Überraschungsgast Stefanie Marty, die Aargauer Medaillengewinnerin im Frauen-Eishockeyteam an den Olympischen Spielen von Sotschi.