Was für eine Saison für den Schweizer Beachsoccer-Nationalspieler Noel Ott. Auch wenn die Sand-Akrobaten nebst dem ganzen Rummel um die Rasen-Fussballer manchmal untergehen. Tatsächlich befindet sich die Schweizer Nationalmannschaft momentan hinter Russland und Brasilien auf dem sensationellen dritten Platz der Fifa-Weltrangliste im Beachsoccer hinter Russland und Brasilien und hat grösste Ambitionen, es an der Weltmeisterschaft im Juli 2015 in Portugal allen zu zeigen. Potenzial dazu hat sie zweifelsohne.

Der 20-jährige Wettinger Noel Ott ist der Hoffnungsträger der Schweizer Nationalmannschaft. Soeben wurde er an der Gala der Beachsoccer-Szene in Dubai zum besten Nachwuchs-Spieler der Welt gekürt. Damit aber nicht genug. Zusätzlich war er für die Auszeichnung des besten Beachsoccers weltweit und des spektakulärsten Tores der Saison nominiert, wurde dort aber von einem Brasilianer ausgestochen.

Vom Rasen in den Sand

Doch wie um alles auf der Welt kommt ein in einem Binnenland aufgewachsenes Fussballtalent auf die Idee, sich im Sand auszutoben? «Nicht von selber», erzählt Noel Ott. «Eine Freundin meiner Mutter, die selbst in der Beachsoccer-Nati spielt, hat mich auf die Idee gebracht. Beachsoccer hat mir die Freude am Fussball wieder gebracht.» Denn Otts Karriere verlief nicht so bilderbuchhaft, wie man es sich von einem Ausnahmetalent ausmalen würde. Obwohl er schon als 12-Jähriger von GC entdeckt wurde und sich dort durch sämtliche Junioren-Teams durchspielen konnte, erlebte er mit zarten 17 Jahren eine herbe Enttäuschung. Obwohl er praktisch die gesamte Freizeit für das Training opferte, wurde er nicht ins U21-Team der Grasshoppers aufgenommen und der Traum vom Profi-Fussballer schien sich in Luft aufzulösen.

Die dann folgende Entscheidung hat seine Fussballkarriere für immer geprägt. Im Beachsoccer konnte Noel Ott sein Talent vollends entfalten und entwickelte sich innerhalb von drei Jahren zu einem der besten Spieler der Welt. Seine Leichtfüssigkeit selbst im tiefen Sand ist ebenso beeindruckend wie seine Technik.

Im Schnitt zehn Tore

Die im GC-Nachwuchs speziell trainierten technischen Skills kamen Noel Ott beim Wechsel zum Beachsoccer zugute. Da man sich im Sand meist hohe Bälle zuspielt, sind genau diese Fertigkeiten besonders gefragt – zusammen mit der Schnellkraft, um im Sand nicht abzusinken. Wegen den kleineren Feldern gibt es trotz insgesamt nur 36 Minuten Spielzeit, um ein Vielfaches mehr Tore. «Früher fand auch ich den Rasen-Fussball spannend. Im Beachsoccer läuft jedoch einiges mehr, deshalb finde ich den normalen Fussball heute eher langweilig», sagt Ott.

Trotzdem ist es für Noel Ott im Beachsoccer nicht einfach. In der Weltspitze ist die Schweiz eines der wenigen Länder, in denen die Spieler nicht vom Sport leben können. Auch der 20-Jährige ist nebst dem Engagement im Sport noch satte 70 Prozent in einem Büro angestellt. Zusammen nimmt ihn das ziemlich in Anspruch. «Seit ich in der Nati bin, hatte ich keine Ferien mehr. Aber das ist es mir wert. Fussball ist meine Leidenschaft und macht mir unheimlich Spass», sagt Ott. Sein grosses Vorbild ist Cristiano Ronaldo. «Wegen der Torgefährlichkeit und der Leidenschaft für den Fussball», sagt sein Bewunderer.