Ausgerechnet Rafed Bayazi machte für den SC Zofingen den Fehlstart in die Rückrunde perfekt. Der 30-jährige Stürmer, der die Thutstädter in der Winterpause Richtung FC Lenzburg verlassen hatte, luchste in der Nachspielzeit SCZ-Verteidiger Luca Roth den Ball ab und erzielte mit einem herrlichen Distanzschuss über den machtlosen Torhüter Alessandro Vodola das 2:1. «Das ist eine sehr bittere Niederlage», sagte Zofingens Trainer Nino Lombardi, «wir mussten für unser Tor den Ball beinahe über die Linie drücken und kassierten just in jenem Moment ein Gegentor, als wir selber eines machen wollten.» Zwar sei seine Mannschaft in der ersten Halbzeit klar besser gewesen als der Gegner, habe sich aber aus dem vielen Ballbesitz nichts Zählbares erarbeiten können. «Uns wurde zum Verhängnis, dass wir zu wenig den direkten Weg auf das Tor suchten», bemängelte Lombardi, «stattdessen agierten wir oft durch die Mitte oder spielten klein-klein.»

Im Gegensatz zur umständlichen Spielweise des Gastgebers lieferte der FC Lenzburg ein Musterbeispiel in Sachen Effizienz ab. Bereits beim ersten gefährlichen Vorstoss landete der Ball im Netz. Rafed Bayazi konnte das Leder an der Strafraumgrenze behaupten und passte zu Sturmpartner Fidan Tafa, der mittels Flachschuss das 1:0 markierte. Bis zu Bayazis spätem Erfolgsmoment sollten nur noch zwei erwähnenswerte Lenzburger Offensivaktionen hinzukommen. In der 62. Minute wurde Bayazis Kopfball eine sichere Beute von Vodola, und in der 78. Minute landete der Schuss des eingewechselten Fabio Sommer bei einem Konter weit über dem Tor.

Glücklicher Ausgleich

Auch der SC Zofingen schnupperte an einem frühen Torerfolg. Vojan Cvijanovics Freistoss knallte in der 8. Minute jedoch an die Latte, und Robert Majic setzte den Nachschuss über die Querstange. In der Folge benötigten die Thustädter einige Minuten, um den durch das Gegentor verursachten Schreck zu verarbeiten. Ab der 20. Minute fanden die Gastgeber den Tritt wieder und agierten deutlich bestimmter auf als ihre Gäste. Für «echte» Gefahr vermochte aber erst Oliver Jonjic mit seinen beiden Freistössen nach der Pause zu sorgen.

Kurz darauf landete Dario Dussins Abschlussversuch im Aussennetz, ehe José Luis Mamone per Kopfball in der 67. Minute zum 1:1 den langersehnten Lohn einfuhr. Der Innenverteidiger, der wegen zahlreichen verletzungsbedingten Absenzen im zentralen Mittelfeld auflief, profitierte bei seinem Tor davon, dass der Lenzburger Befreiungsschlag via Bein des Schiedsrichters bei Oliver Jonjic landete. Weitere glückliche Fügungen kamen für den SC Zofingen trotz beherztem Einsatz nicht zustande. «Ich kann meiner Mannschaft diesbezüglich keinen Vorwurf machen», sagte Nino Lombardi. Die spielerische Qualität sei zwar vorhanden, «aber bei der Umsetzung bekunden wir manchmal Mühe. Dasselbe gilt für die Spielweise, die ich mir vorstelle. Daran müssen wir arbeiten.»