Ausgerechnet in der Nähe von Marbella, an der Sonnenküste Spaniens, hat sich der SC Zofingen den letzten Schliff für die morgen Samstag beginnende 2.-Liga-inter-Rückrunde geholt. Ob gewollt oder nicht, die Botschaft von Trainer Nino Lombardi an seine Mannschaft wäre eindeutig – schliesslich soll bei den Thutstädtern auch am Ende dieser Saison die Sonne scheinen. «Wir streben nach wie vor den Aufstieg in die 1. Liga an», sagt Mauro Nembrini. Der SCZ-Sportchef hat die Reise in den Süden ebenfalls mitgemacht und ist mit einem positiven Gefühl zurückgekehrt. «Wir hatten zum Ende der Vorbereitungsphase einen leichten Taucher, konnten uns dann aber im Trainingslager rehabilitieren und sehr fokussiert arbeiten», sagt Nembrini.

«Wir knüpften dort an, wo wir aufgehört haben»

Der 53-jährige Zofinger zeigt sich von den Testspielsiegen gegen den 1.-Ligisten Schötz (2:1) und den Zürcher 2.-Ligisten Töss (7:2) beeindruckt, obwohl er schon zuvor um die vorhandene Qualität der Lombardi-Truppe wusste. Weil man als Tabellendritter in der 2.-Liga-Gruppe 5 mit nur fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Red Star Zürich überwintert hat, habe der Trainerstab nicht gross über die Bücher gehen müssen. «Wir knüpften dort an, wo wir aufgehört haben», sagt Nembrini. Diese Maxime soll auch morgen Samstag (17 Uhr) in Grenchen für den ersten Ernstkampf in diesem Jahr gelten. Nembrini warnt jedoch davor, die Aufgabe beim Schlusslicht auf die einfache Schulter zu nehmen. «In der Vorrunde liessen wir unsere Punkte nicht nur gegen starke Teams liegen, sondern auch in Begegnungen mit nominell schwächeren Gegnern.»

Bereits im dritten und vierten Rückrundenspiel stehen für den SC Zofingen die kapitalen Auswärtsspiele beim Tabellenzweiten Pajde und Leader Red Star an. Gedanken an die wegweisenden Partien will Mauro Nembrini aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verschwenden. Schuld daran sind nicht zuletzt auch die schmerzhaften Erfahrungen aus der Rückrunde der letzten Saison, als innert wenigen Tagen mit den Niederlagen im Spitzenspiel bei Goldau und in der Qualifikation für den Schweizer Cup bei Konolfingen gleich zwei Träume geplatzt sind. «Wir hatten diese Aufgaben zu stark in ein Paket gepackt», erklärt Nembrini, «bekanntlich ist uns damit der Coup aber nicht gelungen.» Deshalb bemüht man sich beim SC Zofingen vor dem Auftakt zur zweiten Meisterschaftshälfte um eine der ältesten Fussballweisheiten. «Wir nehmen nun Spiel für Spiel», sagt Nembrini, «in den Trainings wird gearbeitet und der Fokus auf das bevorstehende Wochenende gesetzt.»

Nur wenige Neuzugänge

Nach der langen Winterpause nimmt der SC Zofingen die Rückrunde mit einem moderat veränderten Kader in Angriff. Mit den Offensivspielern Rafed Bayazi und Gregory Gemperle sowie den Defensivspezialisten Manuel Moor und Zelimir-Jeki Skopljak mussten vier Abgänge verkraftet werden. Besonders Gemperles und Moors Wechsel hätten einen faden Beigeschmack hinterlassen. «Sie sagten uns erst zu, haben dann aber dennoch ein anderes Angebot angenommen», sagt ein enttäuschter Mauro Nembrini. Weil es im Winter grundsätzlich schwieriger sei, Akteure zu finden, die charakterlich wie auch spielerisch eine echte Verstärkung darstellen, beschloss die sportliche Führung des SCZ bewusst, das Kader vornehmlich mit eigenen Nachwuchsspielern aufzustocken.

Ergänzt werden die Zuzüge durch das Eigengewächs Luca Roth, das sich in den letzten Jahren beim FC Luzern weiterentwickelt hat. «Was die Erfahrung betrifft, ist die Mannschaft jetzt zwar eher schlanker gehalten», sagt Mauro Nembrini, «die Junioren haben sich aber erfrischend positiv hervorgetan. Hinzu kommt, dass wir ihre Qualitäten und ihr Potenzial gut einschätzen können.» Weil auch Wille und Teamgeist stimmen, blickt er zuversichtlich nach vorne. «Noch ist alles machbar», sagt Nembrini, «wir halten unser Schicksal in den eigenen Händen.»