FC Aarau
Der Präsident Alfred Schmid glaubt an den ganz grossen Coup

Der Erfolg gegen Lugano in den Cup-Achtelfinals lässt Alfred Schmid von grossen Taten träumen. Nicht nur der Präsident, auch der Trainer und mit ihm das ganze Team, ist nach diesem Sieg gegen den Superligisten Lugano im Freudentaumel.

Ruedi Kuhn
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 Die Aarauer freuen sich ausgelassen über ihren 2:0 Sieg gegen Lugano
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 Jubel bei Patrick Rossini (L) und dem Torschuetzen zum 2:0 Geoffrey Treand (R, Aarau) nach dem Tor.
 Goran Jozinovic (L, Lugano) gegen Zoran Josipovic (R, Aarau).
 Goran Jozinovic (L, Lugano) gegen Bruno Martignoni (R, Aarau).
 Ezgjan Alioski (L, Lugano) gegen Bruno Martignoni (R, Aarau).
 Denis Markaj (L, Aarau) gegen Lorenzo Rosseti (R, Lugano).
Cup-Achtelfinal: FC Aarau - FC Lugano

Die Aarauer freuen sich ausgelassen über ihren 2:0 Sieg gegen Lugano

Marc Schumacher

Noch fünf Minuten: Der FC Aarau führt gegen Lugano 2:0. Die Qualifikation für die Cup-Viertelfinals ist nahe. Sehr nahe. Marco Schällibaum tigert in der Coaching-Zone auf und ab. «He, Schiri, der Ellbogen war draussen», schreit der Trainer des FC Aarau. Schällibaum will einen Freistoss für sein Team. Schällibaum will Entlastung für sein Team. Nach drei Niederlagen in Folge in der Meisterschaft will Schällibaum den Sieg. Um jeden Preis.

Noch drei Minuten: Jetzt kann, jetzt darf nichts mehr passieren. Noch einmal ist Schällibaum auf Hundert und fuchtelt wild mit den Händen. Es ist das letzte Mal! Nun ist Schluss. Die Leidenszeit für den zuletzt unter Druck geratenen Trainer ist vorbei. Jetzt brechen alle Dämme. Jubel, Trubel, Heiterkeit ist angesagt. Mitten drin im Freudentaumel stehen Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger und Sportchef Raimondo Ponte. Mitten drin stehen der gesperrte Stéphane Besle und der langzeitverletzte Miguel Peralta. Sie alle liegen sich nach dem Schlusspfiff in den Armen.

Ponte ist der erste Aarauer, der nach der Jubelorgie wieder Worte findet. «Mich hat vor allem gefreut, dass die Mannschaft frech nach vorne gespielt», sagt er. «Von Angst vor dem grossen Lugano war nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Die Spieler haben sich diesen Sieg redlich verdient.» Für Schmid ist entscheidend, dass der FC Aarau im Cup überwintern kann. «In der Meisterschaft wird es für uns ganz schwer, vorne mitzuspielen», sagt der Präsident. «Aber jetzt haben wir im Cup die Chance, etwas Grosses zu schaffen. Ich glaube daran.» Und Geissberger sprach im Augenblick der Euphorie ganz einfach von einem Supermatch.

Begeistert ist natürlich auch der Trainer. «Man hat von der ersten Sekunde an gespürt, dass die Spieler den Sieg wollen und an den Sieg glauben», sagt Schällibaum. «Die Leistung war von A bis Z souverän. Und dass wir die Qualität während neunzig Minuten hoch halten konnten, freut mich ganz besonders. Ich habe immer gewusst, dass wir eine tolle Truppe haben. Diesen Erfolg dürfen die Spieler geniessen. Sie haben sich ein Bierchen verdient.»

Der sportliche Erfolg ist das Eine, der finanzielle Aspekt das Andere: Die Qualifikation für die Viertelfinals ist eine lukrative Sache. Die Prämie des Schweizerischen Fussballverbandes für den Vorstoss unter die Top 8 bringt dem FC Aarau rund 75000 Franken.

Schafft Schällibaums Team Anfang März des nächsten Jahres die Qualifikation für die Halbfinals würde sich dieser Betrag sogar verdoppeln. Kommen die Zuschauereinnahmen des Spiels gegen Lugano hinzu: Zwar kamen nur 2123 Zuschauer ins Brügglifeld. Aber auch das bringt rund 50000 Franken. Und die Ausgaben? Diesbezüglich kann man vor allem über einen Betrag nur den Kopf schütteln. Für das Spiel gegen Lugano betragen alleine die Kosten für die Kantonspolizei Aargau satte 40000 Franken. Und das in einer Partie mit einem Risikofaktor Null.