Zweiter in Rapperswil, Sieg beim Glarner Stadtlauf, Sechster an der Corrida Bulloise und Dritter am Basler Stadtlauf. Bruno Albuquerque hat bei seinen ersten vier Rennen in der Schweiz einen starken Eindruck hinterlassen. Jedes Mal war er der beste Europäer und in Bulle und Basel hat er gar Viktor Röthlin geschlagen.

Seit September weilt Bruno Albuquerque in der Schweiz. Gemeinsam mit seiner Freundin Carina Marques wohnt er in Villigen. Die Aargauerin mit portugiesischen Wurzeln ist auch der Grund, weshalb er in der Schweiz lebt. «Wir haben uns vor zwei Jahren kennen gelernt, als Carina in Portugal im Urlaub war», erinnert sich der 23-Jährige. Die beiden wurden ein Paar und Marques entschloss sich, in Portugal zu leben. Doch die Umstellung fiel ihr schwer. «Ich hatte die Schweizer Mentalität zu stark angenommen und vermisste daher das funktionierende System», erklärt sie. Im Juni kehrte Marques nach Villigen zurück.

Albuquerque folgte ihr drei Monate später. Gleich nach seiner Ankunft kontaktierte er auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten verschiedene Leichtathletikvereine. «Der BTV Aarau hat am meisten Interesse gezeigt», erzählt Albuquerque, der seit Oktober für die Aarauer startet. Beim BTV freut man sich über die hochkarätige Verstärkung. «Es ist genial, einen Athleten seines Formats zu haben. Er ist eine Verstärkung und zugleich ein Aushängeschild für den Nachwuchs», meint David Zumbach, der Albuquerques Anfrage seither unterstützt. Zumbach vermittelt Albuquerque Startmöglichkeiten, handelt die Antrittsgagen aus und sucht Sponsoren. «Das Ziel ist, dass Bruno ab nächster Saison ohne finanzielle Sorgen in der Schweiz laufen kann», erklärt Zumbach.

180 Kilometer pro Woche

Zurzeit steht Bruno Albuquerque noch beim portugiesischen Verein Sporting Clube de Portugal unter Vertrag, der ihn für seine Einsätze bezahlt. Daher reist er regelmässig für Rennen in seine Heimat zurück. Damit stellt er zugleich auch sicher, dass er seine Visaregeln nicht verletzt, wonach er maximal drei Monate am Stück in der Schweiz bleiben darf. Auch wenn er hier ist, hat Albuquerque fast täglich Kontakt mit seinem Trainer in Portugal und überliefert ihm seine Trainingsresultate. Das gibt einiges zu tun, denn der 23-jährige Profisportler absolviert zwölf Einheiten pro Woche und läuft dabei rund 180 Kilometer – alleine. «Ich fühle mich teilweise schon ein wenig einsam, denn in Portugal trainierte ich immer in einer Gruppe. Aber das Laufen ist meine Leidenschaft, da spielen die Umstände keine Rolle», erklärt er. An das kühle und nasse Wetter musste er sich aber dennoch gewöhnen. «Ansonsten gefällt es mir in der Schweiz aber sehr gut.»

Der amtierende portugiesische Meister über 5000 und 3000 Meter hat hohe Ziele. Er will 2014 an der EM in Zürich über die 5000 Meter und zwei Jahre später an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen. Die dafür notwendige Limite hat Bruno Albuquerque noch nicht geknackt, sie sollte angesichts seines Potenzials aber keine allzu hohe Hürde darstellen.