Fussball
Der Ponte-Clan aus Windisch will den Pokal

Der FC Windisch will im Aargauer Cupfinal dem Favoriten Rothrist morgen Donnerstag ein Schnippchen schlagen. Allen voran die Pontes.

Ruedi Kuhn
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Die Pontes mit Raimondo (2.v.l.) und Luigi (mit Baby).

Die Pontes mit Raimondo (2.v.l.) und Luigi (mit Baby).

zvg

Ein Cupsieg zum 50-Jahr-Jubiläum? So wie beim 2:0-Sieg gegen Suhr 2012? Warum nicht? 1964 schrieben sich der neunjährige Raimondo Ponte und sein zwölfjähriger Bruder Luigi als Mitglieder des FC Windisch ein. Mit ihrem Temperament und ihrer Lebensfreude machten die zwei Knirpse die Juniorenabteilung unsicher. Im Laufe der Zeit wurde klar: Raimondo ist der talentiertere Fussballer, Luigi ist der bessere Schiedsrichter. Eines hatten die Zwei jedoch gemeinsam. Der FCW wurde für sie zu einer Herzensangelegenheit.

Das Highlight der Saison

Heute ist Raimondo Präsident und sorgt seit September 2003 dafür, dass der Klub mit 18 Mannschaften und einem Budget von 200 000 Franken schuldenfrei über die Runden kommt. Luigi ist verantwortlich für das Schiedsrichter-Wesen und Captain vom Team der Oldies. Ohne den Ponte-Clan läuft beim FC Windisch nicht viel. Mit Angelo ist ein Sohn von Raimondo Sportchef und Trainer der A-Junioren, die in diesem Jahr ebenfalls den Cupfinal erreichten und auf Baden treffen.

Mit Raimondo ist ein Sohn von Luigi Juniorenobmann und Co-Trainer der zweiten Mannschaft. Und im Nachwuchs spielen mit Romeo, Livio, Matteo und Nevio momentan gleich vier kleine Pontes mit.

Der Cupfinal in Brugg am Auffahrtstag ist für den FC Windisch das Highlight der Saison. «Ein Sieg wäre für alle Vereinsmitglieder eine tolle Sache», sagt Luigi. «Für Raimondo und mich wäre es nach 50-jähriger Vereinszugehörigkeit ein Riesengeschenk. Holen wir den Pokal tatsächlich nach Windisch, machen wir die Nacht zum Tag.» Raimondo lässt sich bezüglich einer Prognose nicht auf die Äste hinaus. «Für mich ist Rothrist Favorit», erklärt der 59-Jährige. «Glücklicherweise hat der Cup eigene Gesetze. In einem Spiel ist alles möglich.»

Enttäuscht vom FC Aarau

Für Raimondo Ponte wäre ein Sieg gegen Rothrist ein schönes Trostpflaster. Zuletzt hatte er nämlich nicht viel zu lachen. Dass ihm Sion-Präsident Christian Constantin trotz eines fulminanten Schlussspurts mit 26 Punkten aus 17 Spielen keinen Vertrag für die neue Saison angeboten hat, ist für ihn ein Riesenfrust. Enttäuscht ist Ponte auch von den Verantwortlichen des FC Aarau. Nach dem Abgang von René Weiler hatte er sich grosse Hoffnungen auf den Trainerjob beim Verein vom Brügglifeld gemacht. «Dass die FCA-Führungscrew bei der Suche von Weilers Nachfolger nicht einmal mit mir gesprochen hat, ist bitter», erklärt Ponte. Mag sein. Aber Ponte weiss nur zu gut, dass es im Fussballgeschäft keine Sentimentalitäten gibt.