Väterlich kniete Coach Guido Frei nach dem Spiel und dem 25:28 aus Sicht des HSC Suhr Aarau vor seine beiden Nachwuchs-Nationalspieler Nicolas Suter und Patrick Romann und sprach ihnen Mut zu. «Es ist nicht einfach, die Ruhe zu bewahren, wenn’s hektisch wird», sagte er ihnen. Wichtig sei es, auch dann die Stabilität zu halten, das eigene Spiel durchzuziehen, die eigenen Qualitäten auszuspielen. «Gerade für derart junge Spieler in derart wichtigen Positionen ist dies anspruchsvoll», erklärte Frei später in seiner Spielbeurteilung. Keine andere NLA-Equipe übergibt die Verantwortung im Rückraum so prominent an Nachwuchsspieler.

Dass das Duo Suter/Romann, die 20- und 21-Jährigen, derart ins Zentrum des Geschehens zu rücken hatten, hing zentral mit dem umstrittenen Ausschluss von Spielmacher und Topskorer Mischa Kaufmann (Zusammenprall mit dem Kopf eines Gegenspielers/41.) zusammen. Da boten sich den Aargauern kaum mehr Alternativen. Doch das Spiel litt nicht. 14:21 aus Gästesicht lautete das Skore zu diesem Zeitpunkt.

Am Schluss betrug die Differenz lediglich noch drei Treffer. «Das zeigt, dass mein volles Vertrauen in unsere Nachwuchskräfte begründet und berechtigt ist», sagte Frei. Nicht unbedeutenden Anteil an der Resultatkorrektur hatte indes auch der neue serbische Torhüter Tomislav Stojanovic, dem in der zweiten Hälfte einige starke Paraden glückten. Er zeigte seine Qualitäten neben Nachwuchsmann Flavio Wick sogleich auf. Angeheuert worden ist er vorerst bis Ende Jahr für den verletzten Martin Pramuk.

Eng war die Partie nie

Festzuhalten ist dennoch: Wirklich spannend, eng, war die Partie nicht mehr geworden. Nie führte der HSC Suhr Aarau, zwei Mal nur zeigte sich ganz zu Beginn auf der Anzeigetafel Gleichstand. Ansonsten führte der Tabellenvierte fortwährend, und der Abstand vergrösserte sich schnell. Das 6:2 (8.) und 17:11 zur Pause, zeigten dies deutlich auf. Und bis Mitte der zweiten Hälfte akzentuierte sich das Resultat weiter zum 23:15. Erst in den letzten zehn Spielminuten glückte den Gästen die Resultatkosmetik.

In seiner Beurteilung lag Coach Frei dennoch richtig: «So weit lagen die beiden Teams heute nicht auseinander.» Ihren Hauptvorteil brachten die Stadtzürcher dennoch klar zum Tragen: die Routine. «GC Amicitia versteht es, sein Spiel zu spielen und das in einer beneidenswerten Konstanz und mit einer imposanten Disziplin», sagte Frei und anerkannte: «Da besteht ein beträchtlicher Unterschied zu uns.» Bei seiner Equipe hingegen zeigt sich immer wieder ein Auf und Ab, «eine Flatterhaftigkeit», wie es Frei nannte.