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Der neue Wohlen-Star Kakoko schoss einst Dortmund ab

Yannick Kakoko freut sich auf Wohlen.

Yannick Kakoko freut sich auf Wohlen.

Yannick Kakoko soll die neue Offensivattraktion des FCW in der Challenge League werden. Nach einer langen und beschwerlichen Reise hat der frühere deutsche U-Nationalspieler den Weg auf die Niedermatten gefunden.

Rückblende: 30. Juni 2007, Stadion Rote Erde in Dortmund. Im Final der deutschen B-Junioren-Meisterschaft stehen sich Borussia Dortmund und Bayern München gegenüber. 7000 Zuschauer sehen einen 1:0-Sieg der Bayern.

Bei denen zählen die späteren Profis Diego Contento, Mats Hummels und Mehmet Ekici zu Yannick Kakokos Teamkollegen. Der Neo-Wohler ist für das entscheidende Tor verantwortlich.

Im selben Jahr steht Kakoko im Kader der deutschen U17-Nationalmannschaft. Für die WM wird er zwar nominiert, bleibt aber auf Abruf zu Hause. Zwei Jahre später debütiert Kakoko im Alter von 19 Jahren in der 2. Bundesliga.

Im Dress von Greuther Fürth kommt er am 3. Oktober 2009 gegen Fortuna Düsseldorf in der 68. Minute aufs Feld. Acht Minuten später wechselt ihn Trainer Benno Möhlmann wieder aus. Aus taktischen Gründen.

Möhlmann wurde bald entlassen und der neue Mann an der Seitenlinie, Mike Büskens, «vertraute vor allem auf routinierte Spieler», so Kakoko. Fürth steckte damals arg im Abstiegskampf. So brach der Offensivspieler auf zu einer eigentlichen Odyssee, die ihn letzten Sommer zu Homburg in die vierthöchste Liga brachte.

Der gute Eindruck bei Trainer Sesa

Und nun steht er also im Kader des Freiämter Challenge-League-Klubs. Wie kam das? Kakoko lächelt. «Ganz ehrlich, ich hatte bis vor ein paar Wochen von Wohlen noch nie etwas gehört.»

Geschweige denn von einer Challenge League. Dennoch folgte er dem Angebot, beim FCW ein Probetraining zu absolvieren. «Anscheinend habe ich da einen guten Eindruck beim Trainer hinterlassen.»

Dass Kakoko von Wohlen kontaktiert wurde, ist dem Umstand zu verdanken, dass FCW-Trainer David Sesa gute Kontakte zum früheren Internationalen Andy Ladner hat und dieser - mittlerweile als Spielerberater tätig - seinerseits Kakokos Berater Manfred Müller kennt.

Kakoko unterschrieb für ein Jahr. «Ich freue mich ungemein auf die kommende Saison», sagt er und blickt vom Restaurant der Tennisanlage zum Stadion Niedermatten hinüber. Die Gründe, warum es in Kakokos Karriere bisher nicht so recht vorwärts ging, sind vielschichtig.

Verletzungen warfen ihn zweimal entscheidend zurück. Und mit der Wahl seiner Klubs bewies er nicht immer ein glückliches Händchen. Wie in Fürth wurde er auch bei seiner nächsten Station in Aalen Opfer der sportlichen Baisse. Der Trainer flog - und Kakoko verlor einmal mehr seinen Fürsprecher.

Tempi passati. «Hier in Wohlen fühlte ich mich von der ersten Minute an wohl», sagt er. Das Umfeld sei sehr familiär. «Und dass ich auch schon mit dem ehemaligen Bayern-Profi Ciriaco Sforza sprechen konnte, freute mich natürlich speziell.»

Bleibt für den sympathischen Jungen zu hoffen, dass die zerbrochene Abdeckung seines Smartphones die einzige Baustelle ist, die er aus Deutschland mitgenommen hat.

Aufgalopp am Mittwoch

Am Mittwochabend bestreiten die Wohler ihr erstes von insgesamt fünf Testspielen. Im Stadion Neufeld in Bern treffen sie um 19 Uhr auf Dynamo Moskau, einen Mittelfeld-Klub der russischen Premjer-Liga.

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