Handball

Der neu-alte Trainer will beim HSC Emotionen sehen

Bild mit Seltenheitswert: Freie Schussbahn für Suhr Aaraus Manuel Reichlin, beobachtet vom Ex-Suhrer Marcel Hess.

Bild mit Seltenheitswert: Freie Schussbahn für Suhr Aaraus Manuel Reichlin, beobachtet vom Ex-Suhrer Marcel Hess.

Urs Mühlethaler unterstützt beim HSC Suhr Aarau als Coach Spielertrainer Björn Navarin. Der 57-jährige will beim HSC wieder Emotionen ins Spiel bringen. Vor zwölf Jahren führte er den damaligen TV Suhr so zum Titel.

Urs Mühlethaler erinnert sich genau und schmunzelt, auch wenn die Episode viele Jahre zurück liegt. Damals sass der Berner als Trainer des TV Suhr am Spielfeldrand. Was heisst sass. In jener Partie hielt es ihn nicht auf seinem Stuhl. Und als die Schiedsrichter seiner Meinung nach wieder einmal falsch entschieden hatten, drehte er sich kurz um und kickte wutentbrannt seinen Stuhl durch die Halle. «Handball ist ein emotionales Spiel, zu viele begraben ihre Emotionen», sagt er.

Diese Emotionen will der inzwischen 57-Jährige beim HSC Suhr Aarau nun als Coach wieder einbringen. Vor zwölf Jahren führte er den damaligen TV Suhr zum Titel. Danach verliess er den Verein, kehrte aber im Dezember 2000 wieder zurück und betreute das Team bis Ende Saison 2002. Doch alte Liebe rostet nicht. «Ich hatte geschäftlich mit Mannschaftsbetreuer Mike Conde zu tun, der sagte mir, er brauche einen Coach und nun bin ich also wieder hier», sagt er lächelnd. Erst vor einem Jahr war als nach sechsjähriger Pause wieder als Trainer ins Handballgeschäft eingestiegen, als Trainer bei GC Amicitia Zürich. «Ganz weg war ich nie, manchmal schaute ich Spiele», sagt er. Und den Kick des Wettkampfes habe er schon ein wenig vermisst.

Harter Abstiegskampf

«Es schwer zu beurteilen, wo wir stehen», sagt er vor dem ersten Spiel, morgen bei Wacker Thun. Er glaube, dass hinter Kadetten Schaffhausen, Kriens-Luzern und Pfadi Winterthur das Rennen um den vierten Playoffplatz relativ offen sei. Vermutlich muss sich der HSC aber erst einmal nach unten orientieren. Schliesslich wird in dieser Saison die Liga von zwölf auf zehn Mannschaften reduziert, die beiden Letzten steigen ab, die Teams auf den Rängen neun und zehn spielen in einer Auf-/Abstiegsrunde gegen die Nummern eins und zwei aus der Nationalliga B.

«Die Mannschaft ist nicht unbegabt», sagt Mühlethaler. «Aber sie ist mir zu brav, zu wenig verrückt, zu lieb.» Die Emotionen vermisst er, will sie reinbringen. «Auch wenn es dann wieder heisst, ich muss doch als Vorbild am Rand ruhig sitzen», betont er. Positiv überrascht sei er vom Talent des Teams.

Ebenso positiv sei, wie seriös sie trainiere und wie gut sie taktisch sei. «Kompliment an Spielertrainer Björn Navarin», sagt Mühlethaler. «Aber die Verrücktheit der Spieler fehlt mir», kritisiert er. «Ich bin gespannt, ob sie begreifen, dass mit 20 Prozent mehr Verrücktheit eventuell was drinliegt», betont er. Allerdings sei das Kader schmal, Verletzungen dürfe es keine geben. «Und dann stellt sich die Frage, ob der eine oder andere Spieler positiv überrascht», erklärt Mühlethaler.

In gut einer Woche ist er etwas schlauer. Ob der HSC dann schon viele Punkte auf dem Konto hat, ist aber beim happigen Startprogramm eher unwahrscheinlich. Denn nach dem Auftakt in Thun folgt am Sonntag das Heimspiel um 17 Uhr gegen Kriens und am nächsten Donnerstag weiht der HSC in Schaffhausen bei Topfavorit Kadetten die neue BBC-Arena ein.

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