In Hauswirths Ohren reimte sich James unweigerlich auf Meyer. In den Anfängen seines Fandaseins auf dem Brügglifeld hatte er den «Jamesly» kennen und schätzen gelernt, und wie rassig dieser nach seiner Karriere auf die schiefe Bahn geriet, stimmt ihn bis heute traurig.

Vor ein paar Jahren las Hauswirth in der Zeitung, dass «Jamesly» zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden sein soll, weil er ein paar Kilogramm Kokain zu viel verkauft hatte. Er wüsste zu gerne, wie es ihm heute geht.

Hauswirths FC Aarau hatte immer wieder besonders erinnerungswürdige Spieler in seinen Reihen. James Meyer, Cupsieger 1985, ist ja nur ein Beispiel. Mika Lipponen anyone? Richard «Hechtrollen-Richi» Mapuata? Und wie immer Ratinho. Oder Ivo Georgiev, dessen eigentlicher Beruf auch nach fast 30 Spielen als Profifussballer beim FC Aarau nicht ganz klar war?

Lody Roembiak, bei den Schiedsrichtern so verhasst wie von den Fans geliebt? Und was ist mit Fredy Chassot, der nach dem Ligaerhalt im Abstiegskampf 2003 den Bierstand auf der Gegentribüne stürmte, um noch in den Fussballklamotten Bier für die Fans zu zapfen?

Später las Hauswirth einmal, wie Chassot den Sion-Präsidenten Christian Constantin als «Hooligan» bezeichnete. Und wie er stolz auf diese Formulierung war. Spieler wie Chassot sind andererseits das Salz in der Suppe, dieser Fall war für Hauswirth klar.

Er mag Charakterköpfe wie Lars Unnerstall oder Sven Lüscher oder Petar Aleksandrov, und er mag es sehr, dass das Stirnband auch ohne Stirnband zurück im Staff des FC Aarau war. Zumal es sich ja bezahlt machte: Erst mit Petar begann die furiose Aufholjagd, die jetzt in der Barrage gegen Xamax mündet. Was freut sich Hauswirth auf dieses Duell! Die Berliner Union, seine zweite Fussballliebe, hat vorgemacht, wie es geht.

Zu verdanken ist der Aarauer Höhenflug aber vor allem einem anderen Helden: dem Major, Stefan Maierhofer. Einen wie ihn hat es in Aarau lange nicht mehr gegeben. Ein Charakterkopf auch er, einer, der sich in jeden möglichen Zweikampf beisst und die Verteidiger so lange zermürbt, bis ihm dann eben doch das goldene Tor gelingt.

Die bemitleidenswerten Rappi-Spieler wurden Zeugen davon – und hoffentlich nun auch die noch bemitleidenswerten Xamaxiens. Hauswirth freut sich jetzt schon auf die vielen Instagram-Beiträge von Maierhofer nach dem Aarauer Coup in der Barrage.

Denn: In seinen Ohren reimt sich Tor neuerdings unweigerlich auf Major.