FC Aarau
Der letzte Wunsch von FCA-Verteidiger Juan Pablo Garat

Aaraus Juan Pablo Garat kämpft um einen Vertrag. Er will seine Karriere in einem Jahr im Brügglifeld beenden. Seine besten Zeiten hat der bald 34-Jährige aber schon hinter sich – auf dem Platz ist er nur noch ein Notnagel.

Ruedi Kuhn
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Kampfgeist, Willensstärke und voller Einsatz für die Mannschaft: Juan Pablo Garat spielt seit knapp sechs Jahren beim FC Aarau – und hofft auf ein weiteres Vertragsjahr.

Kampfgeist, Willensstärke und voller Einsatz für die Mannschaft: Juan Pablo Garat spielt seit knapp sechs Jahren beim FC Aarau – und hofft auf ein weiteres Vertragsjahr.

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Fussball ist ein knallhartes Geschäft. Platz für Sentimentalitäten gibt es keine. Oder etwa doch? Sollten die Verantwortlichen des FC Aarau den Vertrag mit Juan Pablo Garat in den nächsten Tagen ein weiteres Mal um ein Jahr verlängern, wären sicherlich Gefühle mit dabei.

Auf dem Rasen konnte der bald 34-jährige Abwehrspieler sein Leistungspotenzial in dieser Saison nämlich nicht mehr abrufen. Menschlich aber hat der charakterstarke Argentinier besondere Qualitäten. Er ist ein Teamplayer, hat eine positive Ausstrahlung und sorgt dank seiner liebevollen und unkomplizierten Art für gute Stimmung bei den Mitspielern.

Kein Stammspieler mehr

Zu den Fakten: Ob Garat beim FC Aarau eine Zukunft hat oder nicht, wird der Sportausschuss in Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat bis Ende übernächster Woche entscheiden. Seinen Stammplatz in der zentralen Abwehrreihe hat der Haudegen mit dem grossen Kämpferherzen längst verloren.

Stéphane Besle, Marco Thaler, Pascal Thrier und Igor Nganga liefen ihm in den vergangenen Monaten den Rang ab. Weil sich Besle und Thaler gegen Ende der Vorrunde schwer verletzt haben, kam Garat zu einigen Einsätzen. Dabei gelang es ihm aber nicht, für Stabilität in der Defensive zu sorgen.

143 Meisterschaftsspiele für den FCA

Mehr als ein Notnagel war Garat zuletzt also nicht. Bezüglich einer Vertragsverlängerung hat er nur gute Karten, wenn Marco Schällibaum Trainer des FC Aarau bleibt. Schällibaum plant die Zukunft mit dem Routinier. «Pablo ist ein guter Typ», sagt er. «Er gibt alles für die Mannschaft. Auf ihn ist Verlass.»

Für Garat spricht auch die Vereinstreue. Er spielt seit Juli 2011 für den FC Aarau und bestritt in den vergangenen knapp sechs Jahren 143 Meisterschaftsspiele und erzielte dabei zehn Tore. Wie sehr sich Garat für seinen Verein ins Zeug legt, beweisen die 36 Verwarnungen und die zwei Platzverweise.

Juan Pablo Garats Karriere in Zahlen:

6 Saisons Juan Pablo Garat spielt seit 2001 beim FC Aarau.
13 Bilder
19 In seiner FCA-Zeit trug Garat keine andere Trikotnummer als die 19.
159 Spiele In der Meisterschaft und im Cup bestritt er 159 Spiele für den FCA.
145 Spiele in der Startformation 145-Mal spielte er von Beginn an.
12'297 Minuten Im FCA-Dress spielte Garat 12'297 Minuten.
13 Tore Dabei erzielte er 13 Tore.
40 Verwarnungen Garat brachte es in Meisterschaft und Cup auf 40 Verwarnungen.
2 Platzverweise Zweimal sah Garat beim FCA die rote Karte.
106 Tage In seiner Zeit als Profi war Garat achtmal verletzt und fiel insgesamt 106 Tage aus.
2 Saisons Spielerrat In den Saisons 2015/16 und 2016/17 war Garat im Spielerrat des FCA.
150'000 Franken 2017 wird Garats Marktwert von «transfermarkt» auf 150'000 Franken geschätzt.
4 Saisons in St. Gallen Juan Pablo Garat spielte von 2005 bis 2009 beim FC St. Gallen.
3 Saisons im Ausland 2004/05 und 2009/10 spielte Garat als Profifussballer in seinem Heimatland Argentinien, 2010/11 in Rumänien.

6 Saisons Juan Pablo Garat spielt seit 2001 beim FC Aarau.

KEYSTONE/URS FLUEELER

Im Cup-Wettbewerb brachte er es auf 16 Partien, drei Tore und vier Verwarnungen. Garat war für seine Teamkollegen während sechs Jahren ein Vorbild in Sachen Kampfgeist und Willensstärke und zählte in den Saisons 2015/16 und 2016/17 zusammen mit Captain Sandro Burki, Patrick Rossini, Olivier Jäckle und Stéphane Besle zum Spielerrat der ersten Mannschaft.

«Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem FC Aarau», sagt Garat. «Es ist mein grosser Wunsch, dass Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger und Sportchef Raimondo Ponte meinen Vertrag um ein Jahr verlängern. Im Sommer des nächsten Jahres bin ich 35 Jahre alt und könnte meine Karriere im Brügglifeld beenden.»

Zukunftspläne in der Schweiz

Mal schauen, ob Garats Wunsch in Erfüllung gehen wird. Seine Zukunft steht in den Sternen. Nach der aktiven Karriere möchte der Mann aus Buenos Aires mit seiner Frau Belen und seiner Tochter Pilar in der Schweiz bleiben und weiter im Fussballgeschäft arbeiten. «Ich könnte mir vorstellen, als Trainer tätig zu sein», sagt Garat. Einen kleinen Schritt in diese Richtung hat er schon gemacht. Im Juli dieses Jahres absolviert er das Trainer C-Diplom.