Am Donnerstagmittag auf der Anlage des Grasshopper Clubs Zürich. Die NLA-Frauenmannschaft trainiert noch einmal auf der heimischen Anlage, bevor sie heute nach Genf an die Finalrunde reisen. Nach einem lockeren Aufwärmen beginnen die Spielerinnen auf zwei Plätzen konzentriert zu trainieren. A

mra Sadikovic und Stefanie Vögele spielen gemeinsam und arbeiten auf Wunsch von Vögele intensiv an der Vorhand. Nach knapp einer Stunde muss Sadikovic das Training abbrechen. Sie verspürt einen stechenden Schmerz im Bauch. «Es ist nicht so schlimm. Für die Finalrunde sollte es kein Problem sein», gibt die 23-Jährige Entwarnung.

Titelverteidiger GC hat die Vorrunde nur auf dem vierten Rang abgeschlossen. «Wir haben uns sicher mehr erhofft, aber in der Finalrunde konnten wir uns in den letzten Jahren immer steigern», gibt sich Sadikovic zuversichtlich. Eine Steigerung ist auch nötig, denn bereits im morgigen Halbfinal trifft GC auf Qualifikationssieger Ried Wollerau, gegen den die Zürcherinnen am Dienstag 2:4 verloren haben.

Fehlende Lockerheit

Obwohl Sadikovic drei Einzel- und drei Doppelpartien gewann, ist sie mit ihren Leistungen nicht zufrieden. «Spielerisch war es okay, aber von der Grundlinie fehlt die Konstanz.» Sie glaubt, dass dies damit zusammenhängt, dass sie sich derzeit beim Spielen zu viele Gedanken macht. «Ich will alles perfekt machen und verzeihe mir keine Fehler», erklärt sie. Dadurch setzt sie sich zu sehr unter Druck und verkrampft sich. Um das Problem in den Griff zu bekommen, wird sie wieder vermehrt mit einer Sportpsychologin zusammenarbeiten. Die 23-Jährige hofft, dass sie so ihre Lockerheit wiederfindet und ihr grosses Ziel, die WTA-Top 100, bald erreicht.

Ebenfalls zum Kreis der besten 100 Spielerinnen will Stefanie Vögele gehören. Die 22-Jährige aus Leuggern war vor zwei Jahren bereits einmal die Nummer 63, wurde dann jedoch von Verletzungen zurückgeworfen und kämpft derzeit vergeblich um die Rückkehr in die Top 100. «Bis im April spielte ich super, doch dann hatte ich zwei Magen-Darm-Grippen und war in der Folge nicht mehr gleich erfolgreich», erzählt sie.

Mangelnde Konzentration

Durch die vermehrten Niederlagen kamen negativen Gedanken auf. «In wichtigen Situationen dachte ich an die letzten Niederlagen und konnte mich nicht mehr aufs Wesentliche konzentrieren», erklärt Vögele. Sie lässt sich davon jedoch nicht entmutigen – im Gegenteil. «Ich weiss, dass ich gut spielen kann. Ich muss einfach ruhig bleiben und an die eigene Stärke glauben», gibt sie sich kämpferisch. Nach der Interclub-Finalrunde bietet sich den beiden Aargauerinnen am US-Open die Chance, die Spirale der negativen Gedanken zu durchbrechen und fleissig Weltranglistenpunkte zu sammeln.