Fussball
Der Knaller von Haller zum 1:0 von Muri gegen Wohlen

Am Samstag kommt es im Schweizer Cup zum grossen Freiämter Derby zwischen dem FC Muri und Wohlen. Beim letzten Duell in einem Pflichtspiel gewannen die Murianer – dank Wohlen-Transfer Marco Haller.

Ruedi Kuhn
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Wohlen-Schreck:

Wohlen-Schreck:

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5. Oktober 1997: Der FC Muri gewinnt das 1.-Liga-Derby gegen Wohlen mit 1:0. Der Torschütze ist ausgerechnet Marco Haller – der Mann, der 1994 von Wohlen zu Muri wechselte und mit diesem Transfer die Gemüter vieler Freiämter Fans zum Kochen brachte.

Und es kam noch dicker – drei Jahre nach dem Wechsel schoss er Muri gegen den Erzrivalen in den Fussballhimmel. 17 Jahre später und kurz vor dem Cupspiel der beiden Kantonsrivalen blickt Haller auf sein sportliches Highlight zurück. „Nach einem Corner für Wohlen warf Torhüter Pavel Karpf den Ball in Richtung Mittellinie zu Salvatore Romano“, sagt der Abwehrspieler. „Ich sprintete auf der rechten Seite nach vorne und forderte den Ball. Ich schrie und schrie. Endlich spielte Romano das Leder in die Tiefe. Ich setzte mich in einem Zweikampf gegen Wohlens Verteidiger Daniel Biedermann durch und schoss den Ball mit dem linken Fuss in die Maschen“. Mit dem linken Fuss? War es nicht das linke Schienbein? „Nein“, erklärt Haller mit einem Augenzwinkern. „Es war kein Glücksschuss. Es gibt Bilder, die beweisen, dass ich den Treffer mit dem Fuss erzielt habe.“

Ob Fuss, ob Schienbein; Hallers Tor nach 41 Minuten bedeutete die Entscheidung. Für den Matchwinner war der Treffer umso schöner, als dass er während seiner Karriere in erster Linie Tore verhinderte. Dass er gegen Wohlen spielberechtigt war, ist dem damaligen Muri-Sportchef Christian Zemp zu verdanken. Haller sah wenige Tage vor dem Derby in einem Spiel in Bellinzona wegen einer Notbremse nämlich die rote Karte und wäre gegen Wohlen gesperrt gewesen. Zemp hatte ein Herz für den Verteidiger. Er zückte den Geldbeutel und bezahlte die 500 Franken für den Rekurs aus dem eigenen Sack.

Eine Karriere im Freiamt

Hallers Karriere stand im Zeichen der beiden Freiämter Klubs. Von 1991 bis 94 war er bei Wohlen unter Vertrag. Von 1994 bis 98 spielte er für Muri. Nach einer Rückenverletzung schien die Karriere des Abwehrspielers zu Ende. Haller aber kam zurück – und wie: In der Rückrunde der Saison 1998/99 schaffte er mit dem FC Wohlen den Aufstieg in die 1. Liga. Ende 2000 beendete Haller seine Laufbahn.

Heute hat Haller mit Fussball nicht mehr viel am Hut. Der 46-Jährige arbeitet als Abteilungsleiter einer Transportfirma in Dietikon. Haller wohnt in Tägerig, ist seit 2006 mit Sandra verheiratet und Vater von zwei Mädchen mit Namen Jana (8) und Silja (7). Das Cupspiel vom Samstag lässt er sich natürlich nicht entgehen. Der frühere Teamkollege Daniel Weiss hat ihm ein VIP-Ticket organisiert „Ich freue mich riesig auf das Wiedersehen mit alten Freunden, Kollegen und Bekannten“, sagt Haller. „Es wäre schön, wenn Muri den grossen Favoriten fordern könnte. Ich glaube aber, dass sich der FC Wohlen klar durchsetzen wird.“