Leichtathletik
Der Junge mit dem goldenen Wurf

Mit Basile Schneider haben gleich zwei Sportarten einen neuen Jungstar gefunden. Denn in dem Handball spielenden Leichtathleten steckt noch viel Potenzial.

Tirza Gautschi
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Aargauer Zeitung

Basile Schneider ist nicht das, was man sich unter einem 13-Jährigen vorstellt. Mit einer beachtlichen Körpergrösse und genügend Selbstvertrauen hat der Jungsportler bereits einige Male auf sich aufmerksam gemacht. Schneider hat es geschafft, in gleich zwei Sportarten eine erfolgreiche Leistung vorzulegen und Fuss zu fassen.

In der Leichtathletik warf er den Ball am Erdgascup über 80 Meter weit und kam damit auf den ersten Platz. Mit diesem Ergebnis ist eine neue Schweizer Rekordmarke für sein Alter gesetzt. «Dass ich tatsächlich so weit komme, damit habe ich nicht gerechnet», meint Schneider, und weil er doch 13 Jahre alt ist, ist ihm von dem Wettkampf vor allem eines in Erinnerung geblieben: «Es war nass.»

Die Schnelligkeit des Spiels hat es ihm angetan

Wenn das Talent nicht gerade im Leichtathletikverein Baden-Wettingen die Bälle wirft, versenkt er sie in den gegnerischen Toren für das Handballteam Würenlingen. Letzte Saison holten sich die Handballer seiner Altersklasse den Schweizer-Meister-Titel, nicht ohne die Hilfe von Schneider. Die Schnelligkeit und der Aufbau des Spiels haben es ihm angetan.

«Das ist nicht so ein Idiotensport wie Fussball», ist die treue Aussage des Kirchdorfers. Ihm macht gerade diese Kombination aus Einzel- und Teamsport Spass. «Eigentlich ist es gar nicht so unterschiedlich. In beiden Sportarten brauche ich Wurfgeschick, Sprungkraft und eine gute Kondition.» In seinem Leichtathletikverein hat der 13-Jährige schon länger keinen direkten Konkurrenten mehr und trainiert mit seinem Vater Marius Schneider. Auch wenn seine Lieblingsdisziplin eigentlich der Hochsprung ist, kommen auf das Jungtalent bereits die harten Sportlerwahrheiten zu: «Ich bin einfach zu schwer dafür.»

Entscheidung für den Spitzensport

In der Woche stehen für den Bezirksschüler bis zu sechs Trainings an. Freizeit ist bei einem solchen Terminspagat eine Seltenheit, doch an der nötigen Disziplin mangelt es Schneider nicht. Immer näher kommt daher auch die Entscheidung zwischen den beiden Leidenschaften. «Ganz klar Spitzensport», und das am besten im Zehnkampf.

Und wenn die Jungen in seinem Alter von allem möglichen träumen, wünscht sich Basile Schneider für die Zukunft nur eines: «Einfach keine Verletzungen.»