Es läuft etwas, in der Aargauer Handball-Szene. Nur einen Tag nachdem öffentlich bekannt wurde, dass der TV Endingen seinen Cheftrainer Peter Szilagyi per sofort verliert, hat am Samstagmorgen der Kantonsrivale HSC Suhr Aarau gewichtige Neuigkeiten zu vermelden: Der Fünftplatzierte der NLA verlängert den Vertrag mit seinem Cheftrainer Misha Kaufmann langfristig.

Mike Conde: «Misha ist der Richtige für uns»

«Misha hat in den vergangenen beiden Jahre bewiesen, dass er der Richtige für uns ist. Er trägt unsere Strategie und unsere Vision voll und ganz mit», sagt HSC-Sportchef Mike Conde. Beim Klub freut man sich über die gelungene Vertragsverlängerung, die Teil einer neuen Angriffsstrategie ist: «Wir wollen uns in den kommenden Jahren unter den ersten Vier in der NLA etablieren», sagt er. Die Vision, um dieses Ziel zu erreichen, baut gemäss Conde auf drei Säulen: erstens auf finanzieller Stabilität, zweitens auf schrittweiser sportlicher Weiterentwicklung und drittens auf der kontinuierlichen Integration von Eigengewächsen.

Kaufmann ist quasi die Vermenschlichung dieser drei Säulen: Der 33-Jährige verlangt von der Klubführung keine unrealistischen beziehungsweise ausserhalb der finanziellen Möglichkeiten liegende Verpflichtungen. Sein eigenes Spielsystem, das er der Mannschaft implementiert hat, entwickelt er ständig weiter – und stellt die Konkurrenz in Liga und Cup damit immer wieder vor Probleme. Und er baut langfristig auf junge Eigengewächse und gesteht diesen auch Einsatzzeit zu.

Misha Kaufmann: «Der Titel ist das Ziel»

Dementsprechend erfreut zeigt sich auch Kaufmann selber über die Verlängerung seines Vertrages. «Die Klubführung, das Team und ich, wir alle streben dieselben Ziele an. Wir kennen uns jetzt seit ein paar Jahren und harmonieren gut zusammen. Natürlich sind wir uns auch gegenseitig ans Herz gewachsen», sagt er. Der ehemalige Rückraumspieler hat das Traineramt beim HSC nach seinem verletzungsbedingten Karrierenende im Mai 2016 übernommen und führte das Team in der vergangenen Saison als NLA-Aufsteiger sensationell in die Finalrunde.

Kaufmann gefällt die Vorwärtsstrategie: «Der Klub und ich wollen uns entwickeln. Wir wollen die Besten werden», sagt er. Über kurz oder lang sollen Titelgewinne in der Meisterschaft und im Cup realistisch werden: «Wer hätte vor anderthalb Jahren gedacht, dass wir so schnell wieder vorne mitspielen würden?», stellt Kaufmann eine rhetorische Frage und fügt sogleich an: «Wir wollen den Schwung jetzt ausnützen und den nächsten Schritt machen. Der Titel ist das Ziel.»

Auswärtspartie gegen TSV Fortitudo Gossau

Was genau übrigens unter «langfristiger Vertragsverlängerung» zu verstehen ist, darüber schweigen sich sowohl der Klub als auch Kaufmann aus. «Die Vertragsdauer wird nicht kommuniziert. Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart», sagt HSC-Sportchef Conde. Nichts zu verheimlichen gibt es auf der Platte: Am Samstag bestreitet der Tabellenfünfte Suhr Aarau auswärts beim Vorletzten TSV Fortitudo Gossau seine achte Partie der Saison.