Handball-Cup

Der HSC Suhr Aarau will dem ewig langen Warten ein Ende setzen - ein Heimspiel im Cup soll her

Der Linkshänder ist beim HSC Suhr Aarau schon lange mit dabei.

Patrick Strebel

Der Linkshänder ist beim HSC Suhr Aarau schon lange mit dabei.

Im Cup ist er sich Auswärtsspiele gewohnt. Der HSC Suhr Aarau sehnt sich allerdings nach einem Heimspiel in diesem Wettbewerb. Nur ein Spieler war bei der letzten Cup-Partie in der heimischen Schachenhalle dabei. Eine Chance, dies wieder zu erleben, hat er nur, wenn er am Mittwoch Pfadi Winterthur bezwingt. Eine hohe Hürde.

Am 30. August 2017 geht eine lange Zeit des Wartens zu Ende. Der TV Endingen bestreitet nach 1967 Tagen wieder einmal ein NLA-Spiel. Das sind mehr als fünf Jahre. 

Noch länger wartet allerdings der HSC Suhr Aarau. Klar, er wartet nicht so lange auf seinen nächsten Einsatz in der NLA, dafür aber auf sein nächstes Heimspiel im Schweizer Cup. In diesem Wettbewerb hat der HSC seine letzte Heimpartie am 28. November 2012 gegen den damaligen NLB-Ligakonkurrenten BSV Stans bestritten. Dabei hat er den Gegner gleich mit 43:22 aus der Halle gefegt.

Pfadi Winterthur als harter Brocken

Der einzige Spieler, des aktuellen Kaders, der dieses Spiel miterlebt hat, ist Patrick Strebel. Der 27-jährige Linkshänder stand an diesem Abend wohl im Kader des HSC, Erinnerungen an dieses Duell kommen aber keine mehr auf. Das zeigt, wie lange diese Partie schon her ist.

Ein Bild aus der Vergangenheit - aus dem Jahr 2012: Patrick Strebel beim Torwurf

Ein Bild aus der Vergangenheit - aus dem Jahr 2012: Patrick Strebel beim Torwurf

Für den 19. Dezember sind vom Schweizerischen Handballverband die Cup-Halbfinals angesetzt worden. Dort will der HSC unbedingt mit von der Partie sein. Am liebsten in der heimischen Schachenhalle. Dann hätte das lange, schier unendlich scheinende Warten endlich ein Ende. An besagtem Dezembertag werden unglaubliche 2577 Tage werden seit dem letzten Cup-Heimspiel vergangen sein.

Um sich dafür zu qualifizieren, muss der HSC morgen Abend Pfadi Winterthur aus dem Weg räumen. Es wird für das Team von Trainer Misha Kaufmann ein echter Härtetest. Die Eulachstädter sind derzeit eine der stärksten Schweizer Mannschaften überhaupt. Sie führen die Tabelle – elf Runden sind gespielt –  mit 19 Punkten an. Damit liegen sie einen Zähler vor den Kadetten Schaffhausen und dem punktgleichen St. Otmar.

Pfadis Trainer Adrian Brüngger treibt sein erfolgreich Team an: Sein Team reitet auf einer Erfolgswelle.

Pfadis Trainer Adrian Brüngger treibt sein erfolgreich Team an: Sein Team reitet auf einer Erfolgswelle.

Wieder einmal hat der HSC also kein Losglück. «Wir nehmen das mit den Auswärtsspielen mittlerweile mit Humor», sagt Patrick Strebel. «Eigentlich rechnen wir schon nicht mehr damit, dass wir ein Cupspiel zuhause bestreiten dürfen.» Als die Auslosung für die Viertelfinals stattgefunden habe und der Name Pfadi Winterthur gezogen wurde, habe er schon damit gerechnet, dass nun seine Mannschaft den Winterthurern zugelost wird, offenbart Strebel.

Der Cup hat an Bedeutung gewonnen

Wer die Cup-Trophäe an sich reissen will, muss bekanntlich alle Gegner eliminieren. So geht es auch dem HSC Suhr Aarau. Zwar sei Pfadi Winterthur ein hartes Los, sagt Strebel, er glaubt aber gleichzeitig auch, dass er und seine Teamkollegen mit den Winterthurern absolut auf Augenhöhe agieren können. «Wenn wir ins Verteidigen reinkommen, haben wir auf jeden Fall eine Chance. Wenn wir aber in ihre grosse Stärke, die Konter hineinlaufen, dann wird es schwierig.»

Pfadi gehört derzeit zu den eingespieltesten Mannschaften in der Schweiz. Der Kern des Teams ist schon mehrere Jahre derselbe. Das ist aber auch eine Eigenschaft, die auf den HSC zutrifft. Über diese mannschaftliche Geschlossenheit und die Defensive will der HSC Suhr Aarau morgen Abend ins Spiel finden und am Ende des Abends als Halbfinalist feststehen. Dem Cup misst der HSC  eine mindestens so hohe Bedeutung wie der Meisterschaft zu. Das war vor ein paar Jahren noch anders. Strebel sagt: «Nach dem Aufstieg 2016 haben wir den Fokus zunächst auf den Ligaerhalt gelegt. Aber nun ist es an der Zeit. Wir wollen definitiv auch um die Titel mitspielen.» Man habe genügend Energie, dieses Cupspiel (Anpfiff: Mittwoch, 19.30 Uhr) zu bestreiten, sagt Strebel abschliessend. In seinen Worten schwingen Entschlossenheit und Hoffnung mit. Hoffnung, doch einmal wieder ein Heimspiel im Cup austragen zu dürfen.

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