48 Stunden sind nicht viel – besonders, wenn man innert ebendieser Zeitspanne gleich zwei wichtige Handball-Partien zu absolvieren hat. Was einer körperlichen Höchstbelastung gleichkommt, sorgte beim HSC Suhr Aarau von Donnerstag bis Samstag für einen anhaltenden emotionalen Höhepunkt.

Zuerst kam es zum zweiten Aargauer Derby der laufenden Saison, das der HSC mit 30:15 am Donnerstagabend überdeutlich für sich entschied. Es folgte ein abgeklärter 25:21-Sieg in der Finalissima um den letzten Finalrundenplatz am frühen Samstagabend gegen St. Otmar St. Gallen.

«Die Jungs haben das in überragender Manier gemacht», sagt HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli. «Wir haben vor dem Mammutprogramm zum Abschluss der Hauptrunde mit zwei Partien innert 48 Stunden Respekt gehabt. Im Nachhinein muss man sagen, dass es genau das Richtige war. Der Derby-Sieg hat so viel Energie gegeben, davon haben wir auch gegen St. Otmar noch profitiert.»

Auch der Trainer zeigt sich zufrieden

Auch Trainer Misha Kaufmann zeigt sich mit dem Abschluss der Hauptrunde zufrieden. «Die Mannschaft hat mit diesen beiden Auftritten ganz klar gezeigt, wie viel Qualität, Hunger und Ehrgeiz in ihr stecken», sagt der 33-Jährige. Die beiden souveränen Siege dürfen durchaus auch als starkes Signal an die Konkurrenz in der Finalrunde verstanden werden.

Nach zuvor sechs Meisterschaftsniederlagen in Serie hat der HSC innert diesen 48 Stunden gezeigt, dass weder die erfolgreiche vergangene Saison noch der starke Start in die laufende Spielzeit zufällig waren. Kaufmann kann der zweimonatigen Niederlagen-Serie auch durchaus Gutes abgewinnen: «In dieser Zeit hat das Team die grösste Entwicklung gemacht. Statt auseinanderzufallen sind wir noch näher zusammengerückt.»

Radovanovic verlässt HSC

Dank der Rückkehr der zahlreichen Verletzten ins Team gelang dem HSC schliesslich die Qualifikation für die Finalrunde. Einen nicht unwesentlichen Anteil – gerade beim deutlichen Sieg im Derby gegen Endingen – hatte der sehr gut aufgelegte Torhüter Mihailo Radovanovic. Wie die «AZ» am Sonntag erfuhr, wird der Serbe, der heute seinen 27. Geburtstag feiert, den HSC Suhr Aarau in der Weihnachtspause verlassen.

Er wechselt mit einem Vertrag über zweieinhalb Jahre per sofort nach Israel. «Das ist für uns natürlich für die Finalrunde ein herber Verlust. Trotzdem möchte ich dem Klub ein riesiges Kompliment machen, dass man Mihailo keine Steine in den Weg gelegt hat», sagt Kaufmann.

Weil Radovanovic, dessen Vertrag im Sommer so oder so ausgelaufen wäre, den HSC nun vorzeitig verlässt, übernimmt Dario Ferrante bereits in der Finalrunde die gesamte Verantwortung im Tor. «Wir haben ihn als Nummer 1 geholt, er hat in der Hauptrunde bewiesen, dass er dafür bereit ist», sagt Kaufmann. Auch an der Zielsetzung für die Finalrunde ändert sich für ihn durch Radovanovics Abgang nichts: «Wir streben den vierten, fünften Platz an. In den Playoffs wollen wir bis in den Halbfinal.»

Mit dem souveränen Schlussspurt in der Hauptrunde hat der HSC auf jeden Fall bewiesen, dass mit ihm auch nach den Weihnachtsferien zu rechnen ist.