Handball NLA

Der HSC steht vor dem Saisonende: Nach der 24:31-Pleite zu Hause gegen Wacker Thun steht Suhr Aarau unter Druck

HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten (r.) und seine Teamkollegen haben auch in Spiel 3 der Playoff-Viertelfinals gegen Wacker Thun ihre liebe Mühe.

Der HSC Suhr Aarau verliert Spiel 3 der Playoff-Viertelfinals vor 1037 Zuschauern in der Aarauer Schachenhalle gegen Wacker Thun mit 24:31. Damit liegen die Aargauer in der Serie mit 1:2 Siegen zurück und müssen am Dienstag auswärts gewinnen, um das vorzeitige Saisonende zu verhindern.

Nach der 18:27-Pleite von Gründonnerstag kassiert der HSC Suhr Aarau gegen Wacker Thun auch am Ostersonntag eine Niederlage (24:31). Der grosse Jubel in der euphorisierten Aarauer Schachenhalle vom vergangenen Dienstagabend (27:24) scheint bereits eine Erinnerung an eine Begebenheit weit in der Vergangenheit.

Erst fünf Tage sind seither vergangen, aber die Befindlichkeiten haben sich seither komplett gedreht. Statt zu führen liegen die Aargauer in der Playoff-Viertelfinalserie gegen die Berner Oberländer mittlerweile mit 1:2 Siegen zurück und stehen damit nur noch eine Niederlage vor dem vorzeitigen Saisonende.

Aufdenblatten: «Wir können in Thun etwas reissen»

Aber genau daran hält man sich beim HSC fest, genau darauf begründen die Hoffnungen und der weiterhin bestehende Glaube an die eigenen Möglichkeiten. Co-Captain Tim Aufdenblatten zeigt sich nur wenige Augenblicke nach der Schlusssirene kämpferisch: «Jetzt haben wir mit sieben und neun Toren verloren, was solls! Wir liegen in der Serie mit einem Sieg zurück. Jetzt müssen wir die beiden verbleibenden Partien noch gewinnen, dann sind wir weiter. Wenn wir am Dienstag noch einmal so eine Leistung wie heute abrufen können, dann können wir auch in Thun etwas reissen. Unsere Chancen sind intakt», sagt der 23-Jährige.

Er bringt damit zum Ausdruck, was bei der Niederlage vom Ostersonntag besser war, als bei derjenigen vor drei Tagen: Der Auftritt seiner Mannschaft. «Es ist schwierig zu sagen, was heute falsch gelaufen ist», sagt Aufdenblatten, der mit acht Treffern einmal mehr der beste Werfer seines Teams war. «Wir haben hart gekämpft, unseren Job viel besser gemacht, als noch in Thun. Mir ist unerklärlich, wie wir diese Partie mit sieben Treffern verlieren können. Das Resultat gibt das Geschehen auf der Platte in dieser Höhe nicht korrekt wieder.»

Auf und Ab für den HSC

Der Verlauf der Partie ist schnell erzählt: Nach misslungenem Start und schnellem 0:3-Rückstand kämpfte sich der HSC bis zur 10. Spielminute wieder in die Partie zurück 4:4. Danach verlor das Heimteam bis zur Pause (11:16) kontinuierlich an Boden. In der 39. Minute allerdings ist das Team von Cheftrainer Misha Kaufmann beim Spielstand von 18:20 wieder bis auf zwei Treffer an Wacker dran. Weil der HSC aber ausgerechnet in dieser Phase eine weitere von insgesamt sieben Zweiminuten-Strafen kassiert und zudem im Abschluss sündigt, zieht der Gegner in den folgenden Minuten gleich wieder davon (18:23) und sorgt so für die Vorentscheidung. 

Keine Frage: Mit etwas mehr Glück im Abschluss (fünf Pfosten- und Lattentreffer alleine in der zweiten Halbzeit) und ein wenig ausgewogenerer Spielleitung durch das Schiedsrichter-Duo, das in strittigen Fällen konsequent gegen das Heimteam entschied, wäre für den HSC am Ostersonntag wohl mehr drin gelegen.

Nur: Die Niederlage alleine auf diese Umstände zu schieben, würde der Sachlage wohl nicht gerecht. In der Endabrechnung half es dem HSC auch nicht, dass sein nomineller Topskorer Milan Skvaril nur einen seiner fünf Würfe verwertete. Kein Faktor waren in Spiel 3 die Torhüter, die beim HSC und bei Wacker auf eine gemeinsame Abwehrquote von 14 beziehungsweise 17 Prozent kamen.

Kaufmann: «Noch leben wir!»

«Wir haben heute einiges richtig gemacht», sagt Cheftrainer Kaufmann. «Wir haben gut gekämpft. Die Deckung stand über weite Strecken gut. Im Grossen und Ganzen bin ich aber nicht einmal so unzufrieden.» Das Spieldiktat sei in Spiel 3 ganz anders gewesen, als noch in Spiel 2. «Natürlich überwiegt in der Endabrechnung, dass wir verloren haben. Aber: Noch leben wir! Wir sind noch weit davon entfernt, ausgeschieden zu sein.»

Beim HSC ist man überzeugt, dass man die Chance in Spiel 4 auswärts in der Lachenhalle in Thun am kommenden Dienstag (Anpfiff: 19.30 Uhr) packen wird. Das ist auch dringend nötig. Bei einer weiteren Niederlage ist die Saison für den HSC vorzeitig beendet, mit einem Sieg können sich Aufdenblatten und Co. ein fünftes und entscheidendes Spiel in der Aarauer Schachenhalle – eine echte Finalissima um den Halbfinaleinzug – verdienen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1