Handball NLA
Der HSC Aarau vor dem Saisonstart: Beständigkeit trotz zahlreicher Rotationen

Am Mittwoch Abend startet der HSC Suhr Aarau gegen Pfadi Winterthur in die neue Saison. Nachdem man im letzten Jahr überraschend den Einzug in die Finalrunde geschafft hat, will man sich in der neuen Saison nachhaltig im Mittelfeld etablieren.

Dean Fuss
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HSC-Captain und -Eigengewächs Patrick Romann (l.) im Zweikampf mit Endingens Simon Huwyler.

HSC-Captain und -Eigengewächs Patrick Romann (l.) im Zweikampf mit Endingens Simon Huwyler.

Archiv/Alexander Wagner

Der HSC Suhr Aarau hat 2016/17 eine ganz tolle Saison gespielt und als Aufsteiger überraschend die Finalrunde erreicht. In der neuen Spielzeit 2017/18 wird die Suhrer ganz sicher kein Gegner mehr auch nur ansatzweise unterschätzen: «Dieser Effekt war schon in der vergangenen Saison spätestens nach ein paar Spielen weg», ist HSC-Trainer Misha Kaufmann überzeugt.

Obwohl die Mannschaft gut funktionierte und auch harmonierte, gab es auf die Mittwoch Abend mit dem Heimspiel gegen den amtierenden Vize-Schweizer-Meister Pfadi Winterthur (Anpfiff um 20.00 Uhr) beginnende Saison zahlreiche Wechsel: Gleich acht Spieler haben den HSC verlassen, sechs neue Akteure wurden verpflichtet und vier junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs ins Fanionteam eingebaut.

Das Kader von Suhr Aarau.

Das Kader von Suhr Aarau.

Nordwestschweiz

Trotz dieser Fluktuation ist die Stammformation fast gleich geblieben. «Der Kern der Mannschaft, das Herz, ist geblieben», betont Trainer Kaufmann. «Zudem haben wir uns gut verstärkt», ist er überzeugt.

Nach dem Rücktritt von Stevan Kurbalija mussten die Suhrer einen Nachfolger für den bulligen Serben finden. Mit dem 2,02 Meter grossen und über 100 Kilogramm schweren Slowaken Martin Slaninka wurde ein würdiger Nachfolger gefunden. «Er verleiht der Abwehr noch mehr Stabilität, und trotz seiner Grösse ist er beweglich», ist der Trainer von den Fähigkeiten seines neuen Schützlings überzeugt.

Zwei Topgoalies

Im Rückraum soll der Serbe Nikola Isailovic, der jahrelang für Wacker Thun auf Torejagd ging, für noch mehr Durchschlagskraft sorgen. Er bringt vor allem eines mit, was der jungen Mannschaft noch fehlt: Erfahrung. Isailovic hat Champions League und Playoff-Finals gespielt. Er weiss mit Drucksituationen umzugehen. «Zudem passt er gut zu uns», betont Kaufmann eine wichtige Komponente auf und neben dem Parkett.

Ebenfalls neu im Rückraum ist Milan Skvaril. Der tschechische Hüne spielt seit drei Jahren in der Nationalmannschaft und bringt ebenfalls Gardemasse mit. Auf der Flügelposition konnte man nach der Verletzung von Beau Kägi reagieren und das Eigengewächs Joel Kaufmann aus Olten zurückholen. Für den routinierten Keeper Martin Pramuk, der seine Karriere beenden musste, konnte vom Ligakonkurrenten aus Endingen Dario Ferrante verpflichtet werden. Er bildet zusammen mit dem Serben Mihailo Radovanovic das neue Goalie-Duo. «Wir haben zwei Topgoalies», ist Kaufmann überzeugt.

«Jedes Spiel gewinnen»

Der Auftakt in die neue Saison ist dem HSC Suhr Aarau gelungen. Im Cup setzten sie sich als klarer Favorit gegen Zweitligist Servette souverän durch. Im Achtelfinal treffen die Aarauer in Baden auf den Stadtturnverein. Sicherlich eine interessante Affiche, spielen doch einige Akteure bei Baden, die eine Vergangenheit bei Suhr haben.

Vor nicht allzu langer Zeit stand der 33-jährige Kaufmann noch selber auf der Platte und hat das Team als Captain auf dem Feld geführt. Jetzt tut er dies von der Seitenlinie aus. Und das reicht ihm vollkommen aus. «Meine Zeit auf der Platte ist abgehakt. Ich schaue nicht in die Vergangenheit, sondern nur in die Zukunft», erklärt er nüchtern.

Und diese Zukunft wird bestimmt spannend: In der Meisterschaft empfangen die Suhrer im Saisoneröffnungsspiel heute Mittwoch mit Pfadi Winterthur gleich eines der Topteams. An der Zielsetzung des ehrgeizigen Trainers Misha Kaufmann ändert sich aber so oder so nichts, egal wer seinem Team gegenübersteht: «Wir wollen jedes Spiel gewinnen», lautet seine einfache Maxime.

In der zweiten Partie treffen die Suhrer am kommenden Samstag bereits auf den Kantonsrivalen aus Endingen (Anpfiff im GoEasy in Siggenthal Station ist um 20.00 Uhr), der den Aufstieg geschafft hat und den HSC ein erstes Mal herausfordert. «Solche Derbys sind doch eine absolute Bereicherung», freut sich Kaufmann auf die Partie, die er natürlich gewinnen will. So wie jede andere auch.

HSC Suhr Aarau

Staff

Misha Kaufmann (Trainer)
Patrik Schibli (Assistenztrainer)
Mani Aebi (Torhütertrainer)

Budget (1. Mannschaft)
700'000 Franken

Saisonziel

Nachhaltige Etablierung NLA-Mittelfeld

Zuzüge

Dario Ferrante (TV Endingen), Timothy Reichmuth (TV Birsfelden), Nikola Isailovic (Wacker Thun), Milan Skvaril (Talent Robstav M.A.T.), Martin Slaninka (TSG Ludwigshafen-Friesenheim), Lukas Laube, Tim Büsching, David Pfister, Andrin Steiner (alle mit TFL, eigener Nachwuchs), Joel Kaufmann (Rückkehr NLA-Team, SG HV Olten 1. Liga).

Abgänge

Dennis Grana (TV Endingen), Irfan Butt (TV Birsfelden), Joel Bräm (SG Yellow/Pfadi), Martin Pramuk (Karrierenende), Nico Schwab (HV Olten), Ronnie Vilstrup (Ziel unbekannt), Silen Locatelli (TV Dagmersellen 1. Liga), Stevan Kurballija (Karrierenende).