Ausdauersport
«Der Gigathlon findet nun mal draussen statt»

Das Wetter sorgte dafür, dass es auch neben der Strecke Höhen und Tiefen gab. Brütende Hitze, Hagel und Dauerregen hatten sowohl die über 6000 Gigathleten wie auch den ganzen Staff am Wochenende zum Teil an die Grenzen getrieben. Sybille Burch, Projektleiterin des Swiss Olympic Gigathlon, zieht Bilanz.

Monique Iseli
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Die Läufer bei einem Weizenfeld auf dem Weg nach Oensingen

Die Läufer bei einem Weizenfeld auf dem Weg nach Oensingen

Keystone

Es mussten auf die Schnelle einige Notfalllösungen gefunden werden, damit der Anlass letztlich für alle Beteiligten einen vollen Erfolg und schöne Erinnerungen darstellte. Sybille Burch, Projektleiterin des Swiss Olympic Gigathlons, spricht über Notfallpläne, die etwas halsbrecherische Single-Trail-Abfahrt der Mountainbiker und die glücklichen Gesichter unter dem Zielbogen.

Sybille Burch, wie sind Sie allgemein mit dem Event zufrieden?

Sybille Burch: Obwohl uns das Wetter vor einige Schwierigkeiten stellte, bin ich überglücklich, dass organisatorisch alles reibungslos über die Bühne ging. Besonders stolz bin ich, dass wir das Moto «Closer to You» verwirklichen konnten. Zahlreiche Zuschauer fieberten am Strassenrand und beim Zieleinlauf in Olten mit.

Inwiefern sorgte die brütende Hitze am Samstag für Probleme?

Vor allem die Biker und die Rennvelofahrer erlitten vermehrt Erschöpfungszustände. Die Hitze zehrte an den Kräften und zeigte Auswirkungen auf den Sonntag. Viele Gigathleten konnten sich nicht ausreichend erholen und gingen am Sonntag bereits etwas ausgelastet an den Start.

Fanden Sie eine Lösung, die Gigathleten gegen die Hitze zu wappnen?

Neben den offiziellen Verpflegungsständen halfen die Anwohner der Strecke mit, die Gigathleten mit genügend Wasser zu verpflegen.

Vom einen Extrem ins andere: Am Sonntag prasselte Regen und sogar Hagel auf die Strecke nieder. Wo waren die Auswirkungen am grössten?

Die Inline-Strecke musste in Wauwil umgeleitet werden. Auch da konnten wir auf die Solidarität der Anwohner zurückgreifen, die die Strecke von Laub, Dreck und Hagel freimachten.

Gab es aufgrund der Wetterbedingungen mehr Unfälle?

Bei den Inlinern gab es überraschend wenig Stürze. Dies, weil die Gigathleten selbst so vernünftig waren, ihr Fahrverhalten und -tempo den Bedingungen anzupassen.

Viele Biker, die die letzte Etappe absolvierten, sind aufgrund der angebrochenen Dunkelheit und der schlammigen Strecke gestürzt. Gab es dafür keinen Notfallplan?

Gigathlon ist eine Abenteuerreise. Er findet draussen statt – bei jedem Wetter. Die Mountainbiker mussten anpassungsfähig sein, ansonsten hätten sie ihre Runden auf einer Bahn drehen müssen. Ausserdem war bekannt, dass es bereits dunkel sein wird. Dadurch, dass alle für ihre Strecke länger brauchten, zögerte sich der Start der Biker jedoch noch heraus. Darauf hin haben wir den Kontrollschluss auf nach Mitternacht verschoben.

Konnten die Gigathleten zu dieser späten Stunde noch, wie vorgesehen, mit dem öffentlichen Verkehrsmittel heimreisen?

Nein. Deshalb haben wir kurzfristig beschlossen, dass die Zelte stehen gelassen werden durften. So konnten diejenigen, die es nicht mehr nach Hause geschafft haben, am nächsten Morgen gemütlich heimreisen.

Das musste die Gigathleten nicht weiter gestört haben, zumal die Stimmung im Camp sehr gut war.

Richtig, die Stimmung war durchgehen friedlich und gemütlich. Wir waren eine grosse Gigathlon-Familie, anders kann man es nicht beschreiben.

Was war Ihr emotionalster Moment?

Das absolut Schönste war, als die schlammüberdeckten Mountainbiker über die Ziellinie fuhren und trotz der Strapazen, die sie zweifellos hatten, lächelten. Die Freude, die aus ihren dreckigen Gesichtern zu lesen war, ist für mich das schönste Dankeschön für die einjährigen Vorbereitungsarbeiten.

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