Rollstuhltennis
Der Generationenwechsel an der Birrhard Open ist erfolgt

Der Österreicher Joseph Riegler gewinnt den Final gegen den langjährigen Schweizer Dominator Daniel Pellegrina. Bei den Frauen setzt sich die Wettingerin Karin Suter durch.

Lionel Fend
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Impressionen vom Rollstuhltennisfinal Open in Birrhard
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Sieger Joseph Riegler
Die abgelöste Nummer eins, Daniel Pellegrina
Die abgelöste Nummer eins, Daniel Pellegrina
Siegerin Karin Suter stärkt sich
Siegerin Karin Suter
Die zweitplatzierte Simona Rusnak Schmid
Die zweitplatzierte Simona Rusnak Schmid

Impressionen vom Rollstuhltennisfinal Open in Birrhard

Otto Lüscher

«Es ist etwas Besonderes, man ist schon extrem stolz darauf», sagt Joseph Riegler. Er hat auch durchaus Grund, stolz zu sein. Der Triumph am Birrhard Open ist der zweiteinternationale Titel des Österreichers. Zudem war sein Gegner in der Finalrunde, Daniel Pellegrina, niemand Geringerer als die aktuelle Weltnummer 44, mehrfacher Birrhard Open-Gewinner und seit sage und schreibe neun Jahren die Nummer eins der Schweizer Rollstuhltennis-Szene: Daniel Pellegrina. Ganz dementsprechend wurde Riegler, der im Halbfinal die Nummer zwei des Turniers vom Platz gefegt hatte, den Sieg auch nicht kampflos überlassen.

Bereits in den ersten Games ging es zur Sache. Beide Finalisten waren bemüht, den Anderen mit Winnern in die Knie zu zwingen, das Spiel war ausgeglichen. Beim Spielstand 5:4 zugunsten von Riegler kam Pellegrina, der als Nummer eins des Turniers gesetzt war, zum Service. Riegler sah die Gelegenheit, den ersten Satz für sich zu entscheiden, und diese ergriff er. Der erste Durchgang ging mit 6:4 an den 38-jährigen Österreicher. Sein Widersacher wusste nun, was zu tun war.

Wachablösung ist erfolgt

Mit einem Break gleich in Rieglers erstem Game reagierte der 52-jährige auf den Verlust des ersten Satzes. Dieses Break bestätigte er gleich darauf. Doch Riegler verlor den Anschluss nicht: Beim Stand von 2:1 schaffte er das Re-Break. Jeder wollte nun den zweiten Satz für sich entscheiden. Die Finalisten spielten offensiv, es waren zur Freude der Zuschauer viele gute Ballwechsel zu beobachten, es wurde um jeden Ball gekämpft und es waren mit der Zeit auch emotionale Regungen zu sehen oder vor allem zu hören. Riegler musste immer Vorlegen, dann musste es ihm Pellegrina nachtun. Dann stand es 5:4 für den Österreicher.

Pellegrina war nun unter Druck, denn wollte er weiter im Spiel bleiben, musste er sein Servicegame durchbringen. Der Schweizer zeigte jedoch Nerven und gestand seinem Gegner einen Matchball zu. Mit einem Schlag ins Netz beendete Pellegrina die Partie. «Riegler war einfach besser, er hat verdient gewonnen. Ausserdem bin ich 52 Jahre alt, ich bin froh, dass ich überhaupt noch mithalten kann. Es ist an der Zeit, dass die Jungen mich ablösen», erklärt der Glarner. Riegler sagt überglücklich: «Ich hatte trotz der anfänglichen Rücklage nie den Gedanken, dass ich den Satz nicht gewinnen könnte»

Karin Suter gewinnt

Im Finalspiel der Frauen standen sich Karin Suter aus Wettingen, die Nummer eins der Schweiz und Simona Rusnak-Schmid, die Schweizer Nummer vier gegenüber. Suter, die Siegerin von 2011, spielte geschickt und zwang ihre Gegnerin mit 6:3 und 6:2 in die Knie.