«Wir werden im Januar mit einer Überraschung aufwarten.» Der Satz von FCA-Präsident Alfred Schmid Anfang Juli lässt aufhorchen. Kurz darauf kommt raus: Die Überraschung heisst Shkelzen Gashi. Gemäss AZ-Recherchen haben beide Parteien vertraglich besiegelt, dass der 31-Jährige ab dem 1. Januar 2020 das Trikot des FC Aarau trägt.

Auch wenn sich erst zeigen muss, wie es nach vier Jahren in den USA um Gashis Leistungsvermögen steht – auf den ersten Blick ist es ein Transfercoup: Bereits von Januar 2011 bis 2012 stürmt Gashi für den FCA und markiert in 44 Spielen 23 Tore und 19 Assists, später wird er bei GC und Basel Torschützenkönig, ehe er am 1. Februar 2016 in die USA zu den Colorado Rapids wechselt.

Seit die Transferbombe geplatzt ist, schwebt der Name «Gashi» wie ein Geist über dem Brügglifeld. Club- und Spielerseite wollen die Rückkehr des 31-Jährigen weiterhin nicht bestätigen. Sportchef Sandro Burki lässt sich entlocken, dass Gashi ein interessanter Spieler sei – mehr nicht.

Geheimniskrämerei um Vertragsgespräche

Und Gashi? Er pendelt zwischen den Kontinenten, seit Colorado ihn Anfang Jahr aussortiert hat. Gemäss Reglement der US-Profiliga MLS muss er innert Kürze bereit sein, wenn ein anderer Club ihn kurzfristig bis zum Auslaufen des Vertrags am 31. Dezember 2019 einstellen will.

Gashi zur AZ: «Ich trainiere mit einem Athletiktrainer, dazu habe ich einen Physiotherapeuten und einen Ernährungsberater.» Zur Rückkehr nach Aarau sagt er: «Über Vertragsgespräche kann ich keine Auskunft geben. An Aarau habe ich schöne Erinnerungen. Ich will nichts ausschliessen, kann aber auch nichts bestätigen.»

Warum die Geheimniskrämerei? Möglich, dass die MLS auf die frühzeitige Auflösung von Gashis Vertrag pocht, wenn dessen Unterschrift in Aarau von offizieller Seite bestätigt würde. Gashi verdient in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Franken. Verständlich, dass er erst danach zum FC Aarau kommen will, der ihm nur einen Bruchteil des US-Salärs bieten kann.

Gemäss «Tages-Anzeiger» war dies der Grund, warum GC im Juni Abstand von einer Rückholaktion nahm. Die Hoppers wollten ihn sofort. Und so schwebt Gashis Geist auch heute über dem Brügglifeld, wo sich Aarau und die Grasshoppers um den Challenge-League-Tabellenthron duellieren. Oder taucht er sogar im Brügglifeld auf? Gashi: «Ich werde das Spiel verfolgen, ob im Stadion oder am Ticker, kann ich noch nicht sagen.»

(swe)

Bereits von 2011 bis 2012 verzückte Gashi die Aarau-Fans mit Toren: Das sagen seine damaligen Wegbegleiter im Brügglifeld 

René Weiler (Ex-FCA-Trainer)

«Shkelzen Gashi gehörte in der Saison 2011/12 zu den besten und technisch versiertesten Spielern des FC Aarau.» - René Weiler.

«Shkelzen Gashi gehörte in der Saison 2011/12 zu den besten und technisch versiertesten Spielern des FC Aarau.» - René Weiler.

Alain Schultz (Ex-FCA-Spieler)

«Sollte Gashi tatsächlich zum FC Aarau zurückkehren, wäre das zweifellos ein spektakulärer Transfer.» - Alain Schultz (links).

«Sollte Gashi tatsächlich zum FC Aarau zurückkehren, wäre das zweifellos ein spektakulärer Transfer.» - Alain Schultz (links).

Alfred Schmid (FCA-Präsident)

«Shkelzen Gashi war nicht nur ein Torgarant, sondern auch ein toller Typ ohne Allüren.» - Alfred Schmid.

«Shkelzen Gashi war nicht nur ein Torgarant, sondern auch ein toller Typ ohne Allüren.» - Alfred Schmid.