az Goldläufe
Der Gebenstorfer Samuel Keller wird Dritter am Stauseelauf

Es war ein krönender Abschluss der Goldlauf-Saison: Der für den BTV Aarau startende Äthiopier Kadi Nesero legte die flachen 7,53 Kilometer rund um den Klingnauer Stausee in einer Zeit knapp unter 23 Minuten zurück und siegte überlegen.

Kathrin Aerni
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Start der Hauptkategorie.
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Auch ein Glückspilz ist am Start.
Impressionen vom Gippinger Stauseelauf
Siegerin Bayush Eshtuu
Aufregung bei den kleinsten Juniorinnen.
Schaller (vorn) aus Berikon belegt den fünften Gesamtrang

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Alexander Wagner

Damit bewies der seit neun Jahren in der Schweiz wohnhafte Äthiopier einmal mehr, dass er auch in der kalten Jahreszeit stark ist. Nesero lief einen souveränen Start-Ziel-Sieg heraus und distanzierte den zweitplatzierten Erich Huber aus Freiburg um über 1:15 Minuten (22:59,6).

Sportliche Nationalrätin und schnell Eshtuu

In den Frauenrennen am Stauseelauf reichte es keiner Aargauerin auf ein Overall-Podest. In den verschiedenen Alterskategorien verzeichneten sie Erfolge: Die Beriker Triathletin Alexandra Schaller wurde in der Klasse F30 Zweite, vor Diana Schramek aus Erlinsbach. In der Klasse F50 war gar das komplette Podest in lokaler Hand: Monika Kaufmann (Muhen) setzte sich vor Ruth Humbel (Birmenstorf und Jacqueline Keller (Gebenstorf) durch.

Für die CVP-Nationalrätin Ruth Humbel war es ein Heimspiel. Sie hatte den allerersten Stauseelauf im Jahr 1979 gewonnen. Damals gehörte sie dem OL-Nationalkader an. Die 56-jährige Politikerin beweist: Trotz ihres vielfältigen Engagements ist sie immer noch topfit. Bei den Ältesten (F60) gab es dank Eliane Kaempf (Stein) einen zweiten Aargauer Sieg.

Den Tagessieg sicherte sich Bayush Eshtuu mit grossem Vorsprung. Sie und Männer-Sieger Kadi Nesero (siehe separaten Artikel) weisen Parallelen auf: Beide stammen aus Äthiopien, sind 27 Jahre alt und starten für den BTV Aarau. Und beide gewinnen einen Volkslauf nach dem anderen. Eshtuu feierten in Gippingen in 26:56,5 Minuten ihren dritten Erfolg nach den Jahren 2010 und 2011. (kae)

«Vor drei Jahren war ich noch drei Sekunden schneller», erklärte der leichtfüssige Läufer. Doch das schmälerte seine Freude über den Tagessieg nicht. «Es stimmt, dass ich flache Strecken gegenüber den hügeligen bevorzuge, weil ich dann mehr Speed entwickeln kann.» Dabei ist der 27-Jährige im bergigen äthiopischen Hochland aufgewachsen.

Grosse Ziele

Neseros grosser Traum ist es, einmal einen Olympiasieg oder Weltmeistertitel zu holen, wie er nicht unbescheiden sagt. Der schmächtige Läufer setzt sich Zwischenziele, um sich diesen Traum zu erfüllen, wie zum Beispiel, den Halbmarathon in 62 Minuten zu laufen.

Seine Motivation lautet: «Laufen ist Leben». Zu seinem Palmarès im Rahmen der Goldläufe gehören nebst nun zwei Gippinger Siegen auch der BremgarterReusslauf und der Badener Limmatlauf, die er beide schon dreimal gewinnen konnte.

Kellers Ärger

Neseros Mitkonkurrenten konnten sich zwar nicht an seine Fersen heften, liefen aber ganz passable Zeiten: Allen voran der 32-jährige Erich Huber, der in einer Zeit von 24:16,2 Minuten ins Ziel einlief. Aus Aargauer Sicht vermochte einmal mehr Samuel Keller aus Gebenstorf zu überzeugen. Das 21-jährige Talent platzierte sich in seiner Alterskategorie M20 hinter Kadi Nesero auf dem feinen zweiten Platz.

Trotzdem verwarf Keller die Hände, als er dem Ziel entgegenstürmte: «Die Zeit ist zu langsam», sagte der ehrgeizige Athlet, als er die 25:00,7 Minuten sah. Trotzdem war er mit Abstand der beste Aargauer.

Der Villmerger Martin Knill lief in seiner Kategorie M30 auf den guten dritten Platz (25:18,7). Auch der unverwüstliche OL-Läufer Daniel Hotz (Schafisheim) war mit seinem dritten Rang (M40) äusserst zufrieden: «Auf den ersten drei Kilometern konnte ich locker mit dem Spitzenduo mithalten», sagte der mittlerweile 46-Jährige, «doch dann drückte Hardy Flum aufs Tempo, und ich musste abreissen lassen.» Hotz kam in 26:16,8 Minuten ins Ziel.

Die Ranglisten finden Sie hier.